Neue Jobs für Bundesräte

04. August 2017 15:31; Akt: 04.08.2017 15:31 Print

«Leuthard passt perfekt zur SBB oder zur Swiss»

von Nikolai Thelitz - Doris Leuthard und Didier Burkhalter treten zurück, sind jedoch noch lange nicht im Pensionsalter. Welche Karrieren könnten sie jetzt einschlagen?

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Wenn Aussenminister Didier Burkhalter Ende Oktober den Bundesrat verlässt, ist er 57 Jahre alt. Bis er das Rentenalter erreicht, dauert es also noch ein wenig. Auch Doris Leuthard will spätestens Ende der Legislatur im Herbst 2019 zurücktreten. Mit 56 Jahren hätte auch sie noch Zeit für weitere berufliche Herausforderungen.

Umfrage
Was würden Sie machen, wenn sie nach langer Zeit im Bundesrat zurücktreten würden?
32 %
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6 %
16 %
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Insgesamt 946 Teilnehmer

Doch wie gut sind Bundesräte auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar? Welches wären geeignete Stellen für die beiden und was könnten sie verdienen? 20 Minuten hat Headhunter dazu befragt.

Start der Jobsuche

Laut Harald Rubin, CEO des Personalvermittlers Addexpert, sollten Burkhalter und Leuthard nach dem Rücktritt nicht allzu lange mit der Jobsuche warten, sofern sie überhaupt Ambitionen für eine neue Aufgabe haben. «Während es früher verpönt war, wenn Alt-Bundesräte nach ihrer Amtszeit allzu schnell in der Privatwirtschaft unterkamen, ist man heute in dieser Sache offener und flexibler.» Dank einer vorzeitigen Karriereplanung könnten Bundesräte ihr Netzwerk nutzen, bevor sie in Vergessenheit geraten.

«Dies gilt vor allem für Herrn Burkhalter. Als OSZE-Präsident konnte er sich international auf höchster Ebene vernetzen.» Wolle er seiner Karriere noch zu einem weiteren Höhenflug verhelfen, gelte es nun, seinen derzeit guten Ruf nicht veblassen zu lasssen. Doris Leuthard habe da mehr Zeit, auch weil ihr Rücktritt «ein Masterplan» sei. Rubin: «Sie ist nun zwei Jahre früher für den Markt als Spitzenkandidatin sichtbar».

Branche

Für Headhunter Rubin ist klar: Burkhalters Chancen liegen im internationalen Umfeld: «Er engagierte sich stark als OSZE-Vorsitzender und hatte 24-Stunden-Arbeitstage. Für seine Leistung in der Ukraine-Krise wurde er später gelobt.» Schon damals habe man gemerkt, dass sich Burkhalter eine Zukunft auf der internationalen Bühne vorstellen könnte.

Doris Leuthard habe als Bundesrätin eine gute Bilanz vorzuweisen. «Neun gewonnene Abstimmungen und hohe Zustimmungswerte im Volk – sie würde vielen Unternehmen die Ausstrahlung von Erfolg und Sympathie bieten.» Dabei sei es wichtig, dass sie als Person zu der Message des Unternehmens passe. «Leuthard würde perfekt in die Geschäftsleitung eines Transport- oder Tourismusunternehmens passen, etwa der SBB oder der Swiss »

Rolle als «Neudenker»

Christian Ulrich, Geschäftsleiter von Ulrich Associates, befürchtet, dass sich die Bundesräte in klassischen Rollen nicht wohlfühlen werden. «Oft nehmen Bundesräte ein Verwaltungsratsmandat an, doch die Tätigkeit dürfte für die beiden zu wenig fordernd sein.» Auch Eine C-Level-Position wie CEO sei nicht optimal. «Dort ist man stark in die Firma eingebunden und hat wenig Freizeit.» Ulrich würde Leuthard und Burkhalter darum eine Rolle als «Neudenker und Impulsgeber» wünschen – etwa in Form eines Innovationsmanagers.

Gehalt und Rente

Und was verlangen Leuthard und Burkhalter im Lohngespräch? Für Ulrich ist klar: Am Hungertuch werden die beiden nicht nagen. «Je nach Aufgabe und Funktion liegen für einen Alt-Bundesrat zwischen 500'000 und 1 Mio. Franken drin.»

Egal, welchen Job die beiden Magistraten nach ihrer Zeit im Bundesrat ergreifen werden, für ihr Auskommen ist gesorgt. Wer es vier Jahre lang im Bundesrat aushält, erhält eine Rente von 220'000 Franken pro Jahr – solange man nicht mehr als ein amtierender Bundesrat verdient.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marisa am 04.08.2017 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swiss passt genau

    Oh ja, zur Swiss passt sie. Schliesslich hat die Swiss nichts mit der Schweiz zu tun und in Deutschland ist sie dann dort, wo sie die Schweiz auch hin verschachern will.

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  • G.Müller am 04.08.2017 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Pension

    Sie soll sich besser pensionieren lassen. Damit richtet sie auch weniger Schaden an.

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  • Armin am 04.08.2017 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    nein danke

    ohhh nein bitte nicht, sonst wirds mit der SBB noch schlimmer als jetzt schon...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf am 05.08.2017 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    DL soll zuerst einmal Rücktrittstermin

    offenlegen und nicht um den Brei wie eine Windfahne herumreden damit sie noch mehr mit Medien-Präsenz auf sich aufmerksam machen kann, damit neue Angbote so gratis ins Haus flattern und noch mehr abzocken kann, und gratis in der Weltgeschite herumreisen kann.

  • Luna-one am 05.08.2017 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein nein nur das nicht

    Nein nein, nur das nicht,!!!! Wie wird die Airline nach der Leuthard heissen....????

  • Gärtner am 05.08.2017 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Kompetente Person

    Frau Leuthard hat einige besondere Stärken. Gut in die Wirtschft inetriert ist sie an einem Ort wo ausgrwiesene Leute gesucht werden die belegen können, dass sie einfache Dinge bis zur absoluten Unüberblickbarkeit verkomplizieren.

  • Go for all am 05.08.2017 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Kompetenz

    Wieso werden Politiker immer in den Himmel gelobt? Oftmals haben sie nicht viel Ahnung von der Wirtschaft. Die meisten gehen in die Politik, weil man sie in der Wirtschaft nicht brauchen konnte. Nun sollen sie auf einmal brauchbar sein? Also die Doris sehe ich eher so als Altenpflegerin denn als Managerin oder Verwaltungsrat.

    • Werni am 05.08.2017 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Go for all

      Wenn diese Ansicht stimmen sollte, warum werden solche Politiker dann vom Volk gewählt. Und das in einem Land, das so stolz ist auf seine Demokratie wie kein anderes.

    • @Werni am 05.08.2017 17:54 Report Diesen Beitrag melden

      Weil die meisten ....

      Wähler nicht mehr hinterfragen und ferngesteuerte Pfeifen sind .... deshalb Werni ;-)

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  • Henä am 05.08.2017 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    Frage an alle

    Wer nimmt von euch "Bloggern" regelmässig an den Abstimmungen teil. Braucht fleissig eure Daumen. Daumen hoch =ja. Muss ja einen Grund geben für die manchmal so unverständlichen "Hasskommentare"

    • Zoi Ioz am 05.08.2017 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Henä

      Die Gehässigten werden auf solchen Plattformen angezogen wie die Fliegen von dem Miststock.

    • Fritz Hofer am 05.08.2017 07:52 Report Diesen Beitrag melden

      Kritische Kommentare ungleich Hass

      Kritische Kommentare und Hasskommentare sind nicht das Gleiche. In der Politik sehe ich die Interessen des Volkes nicht mehr gleich vertreten wie früher und dies muss aufgezeigt werden. Die Bürger dieses Landes sollen nicht länger nur den Interessen der Wirtschaft dienen.

    • Irene Schwegler am 05.08.2017 08:02 Report Diesen Beitrag melden

      Wir werden nicht schweigen

      Die Elite versucht jede Art von Kritik gleich als Wutbürger, Nein Sager usw. abzutun. Aber das Gefälle zwischen Reich und Arm nimmt immer weiter zu und die Politiker helfen dabei die Armen und den Mittelstand zu schröpfen.

    • Zoi am 05.08.2017 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fritz Hofer

      Nun sie können sich vernünftig ausdrücken. Das ist ok. Aber in den meisten Kommentaren wird Frau Leuthard mit Häme voll zugedeckt. Und das nicht die VolksMeinung sondern Gehässigkeiten von wenigen.

    • Fritz Hofer am 05.08.2017 08:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Zoi

      Man sollte sich immer überlegen ob man dies auch jemandem ins Gesicht sagen würde. Beleidigungen oder auch Beschimpfungen sind nicht konstruktiv.

    • Henä am 05.08.2017 13:14 Report Diesen Beitrag melden

      Abstimmungsresultat

      Genau wie ich befürchtet hatte. In etwa die Hälfte der Blogger geht regelmässig abstimmen, die andere Hälfte gibt sich kampflos geschlagen. Der Blogg hat eine kleine Wirkung, die Abstimmung eine grosse. Warum zum Teufel wird immer "usgrüefft" aber abstimmen geht bequem Schweizer nicht gerne? Seit 32 Jahren nehme ich regelmässig an Abstimmen teil und kann somit aktiv das Geschehen der Eidgenossenschaft, Kantonale Politik und nicht zuletzt das Gemeindeleben mitgestalten. Ich kann Euch alle nur ermuntern das selbe zu machen, nur so ist eine repräsentative Politik möglich.

    • Gill Bates am 05.08.2017 14:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zoi

      Sie hat es ja auch nicht anders verdient. Mit Steuererhöhungen hat man sich noch nie beliebt gemacht. Wenn ich meine Arbeit schlecht erledige dann muss ich auch mit der entsprechenden Kritik klarkommen. Soll ich dann auch das mitleidbedürftige Opfer spielen ?

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