Familienpolitik

24. Mai 2016 10:38; Akt: 24.05.2016 11:13 Print

Initiative will 4 Wochen Vaterschaftsurlaub

Nach dem Nein des Parlaments zur Einführung eines bezahlten Vaterschaftsurlaubs soll nun das Volk das letzte Wort haben.

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Das Parlament hat sich gegen den bezahlten Vaterschaftsurlaub ausgesprochen. Nun soll das Volk entscheiden. Heute ist die Volksinitiative für einen vierwöchigen bezahlten Vaterschaftsurlaub lanciert worden.

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Dieser soll wie die Mutterschaftsversicherung aus der Erwerbsersatzordnung (EO) finanziert werden. Die Bundeskanzlei hat den Text der Initiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie» vorgeprüft und heute im Bundesblatt publiziert. Damit können die Initianten mit der Unterschriftensammlung beginnen. Die Frist läuft am 24. November 2017 aus.

Reaktion auf das Nein

Lanciert worden ist die Initiative vom Gewerkschafts-Dachverband Travail.Suisse, von den Dachverbänden der Männer- und der Frauen-Organisationen und von Pro Familia Schweiz. Im Initiativkomitee sitzen mehrere Bundesparlamentarier, darunter BDP-Fraktionschefin Rosmarie Quadranti (ZH), Stefan Müller-Altermatt (CVP/SO) oder Rebecca Ruiz (SP/VD).

Die Initiative ist eine Reaktion auf einen Entscheid des Nationalrats von Ende April. In der grossen Kammer war eine parlamentarische Initiative von CVP-Nationalrat Martin Candinas (GR) am Widerstand der Wirtschaft gescheitert. Dabei ging es um einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub. Die Kosten dafür wurden auf 200 Millionen Franken veranschlagt. Mütter haben seit Juli 2005 Anspruch auf einen 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub.

Parlament unter Zugzwang

Der Graubündner CVP-Nationalrat Martin Candinas hatte im Nationalrat für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub gekämpft. Vier Wochen Babypause sind seiner Meinung nach zu viel. Trotzdem ist er nicht unglücklich über die Volksinitiative für einen Vaterschaftsurlaub.

«Die Initiative wird Druck ausüben auf das Parlament, sich in der Sache zu bewegen», sagte Candinas auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Es stelle sich die Frage, ob man die heutige Situation ohne Vaterschaftsurlaub wolle oder eine «Luxusvariante» mit vier Wochen. Eine solche hält Candinas für nicht finanzierbar.

Zwei Wochen wären der ideale Kompromiss und eine Lösung, die viele nationale Unternehmen schon heute anböten, sagte er. Candinas hatte versucht, einen von der Erwerbsersatzordnung (EO) finanzierten zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub mit einer parlamentarischen Initiative durchzusetzen. Die Kosten dafür wurden auf 200 Millionen Franken veranschlagt. Der Nationalrat lehnte die Initiative jedoch Ende April ab.

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roland K. am 24.05.2016 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Tolle Idee. Das Geld vom Asylwesen zusammenstreichen und dafür verwenden - dann kostet es uns keinen Franken zusätzlich. Endlich UNSER Geld für UNS verwenden und nicht für alle anderen! Aber man streicht lieber Kosten in der Bildung und erhöht gleichzeitig das Budget für das Asylwesen. So passiert, x-fach in den letzten Wochen und Monaten.

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  • Marko am 24.05.2016 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Ihr seid zum Teil schon ein komisches Volk..Wieso sollte der Vater nicht seine 4 Wochen Vaterschaft Urlaub bekommen.Ihr denkt immer nur an die Arbeit.Genau so mit der Initiative 6 Wochen Urlaub für alle.Ist auch ganz klar abgelehnt worden. Geniesst eures Leben mit der Familie so lange ihr gesund seit.Denn das Leben ist zu kurz.

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  • Vater am 24.05.2016 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seltsam

    Alle schreien hier das Kind braucht Mutter und Vater. Das ist wichtig und deshalb soll die Allgemeinheit zahlen. Doch sobald Vater Staat nicht mehr zahlt, brauchen die Kinder Vater und Mutter plötzlich nicht mehr. Denn dann rennen beide wieder dem Job nach!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Edmund am 25.05.2016 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Bock Prämien

    Ich zahle keine Bock Prämie mit meinen Steuern. Wer 4 Wochen Urlaub will, soll das doch bitte mit seinen 5-6 Wochen Standard Ferien begleichen punkt.

    • Anton C. am 25.05.2016 23:13 Report Diesen Beitrag melden

      @ Edmund

      Ach, DunArmer! Offensichtlich hast Du niemanden abgekriegt, der ein Kind von Dir will. Ich habe kein Auto --- trotzdem werden mit meinen Steuern Autobahnen finanziert. Sagt Dir der Begriff "Solidarität " etwas?

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  • Hildegard am 25.05.2016 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Bin gegen das Giesskannenprinzip...

    ...einfach jedem die 4 Wochen Ferien zu geben, egal ob er es überhaupt will oder nicht und ob es für die Arbeitssituation passend ist. Bin aber für flexiblere Arbeitszeiten und allenfalls Reduktion der Arbeitszeit ganz im Sinne von Travail.Suisse-Chef Martin Flügel: «Was die Arbeitnehmenden in der Schweiz dringender brauchen als den Sechs-Stunden-Tag sind Arbeitszeiten, die sich besser mit dem Privatleben und der Familie vereinbaren lassen»...auch in der Hoffnung, dass die Produktivität in 6 Std. im Gegensatz zu den 8 Std. eher steigt, oder sind alle Kommentierende hier zu Hause? :-)))

  • progressiver Pragmatiker am 25.05.2016 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    10 zu 4

    Mütter haben seit Juli 2005 Anspruch auf einen 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub. Das ist viel zu lange. Nehmt den Müttern 4 Wochen weg und schon hat es 4 Wochen für die Väter. Das gibt bei der Finanzierung fast ein Nullsummen-Spiel, ist wirklich wirtschaftsfreundlich und dient Allen.

    • Stefan am 25.05.2016 15:14 Report Diesen Beitrag melden

      Warum nur?

      Wieso muss alles immer wirtschaftsfreundlich sein? Darf es nicht auch mal was für die Bevölkerung direkt sein?

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  • mägge am 25.05.2016 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Schweden und die Steuern

    All die Schweden als Beispiel nehmen... der Höchststeuersatz auf Einkommen betrug im 2015 57%!!! Wollt ihr das!?

    • Hildegard am 25.05.2016 13:23 Report Diesen Beitrag melden

      Rosinenpicker wollen das natürl. nicht..

      ...Hab mich jetzt auch mal durch gegoogelt. Irgend einen Preis muss das ganze ja haben, aber das wird natürlich gern verschwiegen. Ich denke, in Schweden ist wohl auch die Meinung, dass die Mutter lang Urlaub hat und dann wieder am Arbeitsprozess teilnimmt, und nicht den Schwangerschaftsurlaub einkassiert und danach kündigt, oder seh ich das falsch?

    • Chris am 25.05.2016 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hildegard

      Sie sehen das genau richtig. Mütter gehen wieder arbeiten, meistens 100%.

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  • Bernd am 25.05.2016 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer werden AUSSTERBEN!

    Niemand soll sich wundern wenn in 50 Jahren nicht mehr soviel Schweizer leben werden, weil alle nur auf das Geld und Finanzierung fixiert sind. Es macht sinn ruhig mal den Vater die Möglichkeit geben, seine Frau nach der Geburt paar Wochen zu Unterstützen. Er tut ja dadurch keinen Urlaub machen sondern der Frau helfen....

    • roger am 25.05.2016 14:11 Report Diesen Beitrag melden

      Definition von Urlaub:

      Urlaub ist die Zeit, die ein arbeitsfähiger Arbeitnehmer, Beamter, Soldat oder auch Selbständiger von seinem Arbeitsplatz berechtigt fernbleibt, obwohl nach Tages- und Wochenzeit eigentlich Arbeitsleistungen zu erbringen wären. ... ergo ... natürlich macht er Urlaub, was er da macht ist seine Entscheidung.

    • s.t. am 25.05.2016 14:20 Report Diesen Beitrag melden

      die Zahlenden sterben auch aus...

      Ich schau nicht nur auf das Geld. Mir wird aber stetig mehr abgezogen, und anderen wird gleichzeitig immer mehr zugestanden. Was nützen mir Kinder, welche ich erst mitfinanzieren muss!!! Jenen, welche ihr Leben selber finanzieren gehört in der heutigen Zeit der Respekt. Nicht jenen, welche ihre Wünsche auf Kosten von Andern, oder vom Staat leben. Wer ist denn nun der grössere Egoist.

    • CHer am 25.05.2016 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bernd Nee nö?

      Die Schweizer werden weniger, aber sicher nicht, weil sie nicht 4 Wochen Vaterschaftsurlaub bekommen! 3 x darfst du raten, weshalb..

    • Manolo Raposo am 25.05.2016 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bernd

      Einmal weniger in die Ferien und er kann diese Tage verwenden! Habt ja 9 Monate Zeit zum Planen!

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