Cassis, Maudet, Moret

14. September 2017 11:54; Akt: 14.09.2017 17:18 Print

Whiskey, Tabak, Schoggi – wer hat welches Laster?

von P. Michel - Ein rauchender Arzt, ein Regierungsrat, der vom legalen Kiffen nichts hält, und eine Anwältin, die Katzen mag: Diese drei Politiker wollen Bundesrat werden.

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Wer sind die drei FDP-Kandidaten, die nach dem Rücktritt von Didier Burkhalter um den frei werdenden Sitz im Bundesrat kämpfen? Welche Politik vertreten sie und wie ticken sie privat?

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Wen möchten Sie als Bundesrat?

Zur Auswahl stehen:
Der Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet (39),
die Waadtländer Anwältin Isabelle Moret (46)
und der Tessiner Arzt Ignazio Cassis (59).

So ticken die drei Kandidaten privat

Welches ist Ihr Lieblingsessen?
Cassis: Gnocchi al pomodoro.
Maudet: Ein Rindfleisch-Tartar mit einem Glas Rotwein.
Moret: Spaghetti mit Tomatensauce.

Was ist Ihr Lieblingstier?
Cassis: Keine Antwort.
Maudet: Das Eichhörnchen.
Moret: Die Katze.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Cassis: Ich höre Vinyl-Platten. Meine Sammlung umfasst über 1000 Stück.
Maudet: Ich verbringe Zeit mit meiner Familie. Ich lese und laufe auch gern.
Moret: Ski und Velo fahren.

Was nervt Sie?
Cassis: Stechmücken, Gejammer, Rhizinusöl, Spiessbürger, Angeber, Ausnützer des Sozialhilfesystems.
Maudet: Geistige Unbeweglichkeit.
Moret: Mücken.

Wann haben Sie das letzte Mal geweint?
Cassis: Keine Antwort.
Maudet: Das ist zu persönlich.
Moret: Als ich zum Muttertag von meinen Kindern ein Geschenk erhalten habe.

Welche Laster haben Sie?
Cassis: Ich rauche fünf Zigaretten am Tag.
Maudet: Ich trinke gern einen guten Whiskey.
Moret: Schokolade.

Haben Sie Kinder?
Cassis: Leider nicht.
Maudet: Zwei Töchter (6 und 8) und einen Sohn (10).
Moret: Eine Tochter (11) und einen Sohn (6).

So ticken die drei Kandidaten politisch

EU-Beitritt: Ja oder Nein?
Maudet: Nein. Es bringt der Schweiz keinen Mehrwert, Mitglied zu werden.
Cassis: Nein. Wir müssen unsere Beziehungen zur EU weiterentwickeln, aber ohne EU-Beitritt. Der bilaterale Weg bleibt der Königsweg.
Moret: Nein.

Wie viele Flüchtlinge soll die Schweiz aufnehmen?
Maudet: Wenn es um echte Flüchtlingen geht, deren Leben gefährdet ist, sollten wir so viele Menschen aufnehmen, wie es unsere Infrastrukturen erlauben.
Cassis: Ich bin für eine harte, aber faire Migrationspolitik. Personen, die Schutz brauchen, sollen hier bleiben können. Aber wir können nicht ganz Afrika in Europa aufnehmen.
Moret: Eine Zahl, die der humanitären Tradition der Schweiz und den Kapazitäten unseres Landes entspricht.

Würden Sie einen Flüchtling bei sich zu Hause aufnehmen?
Maudet: Nein.
Cassis: Keine Antwort.
Moret: Keine Antwort.

Wie wollen Sie die Gesundheitskosten senken?
Maudet: Wir müssen Doppelspurigkeiten vermeiden und Kompetenzzentren für Behandlungen schaffen.
Cassis: Die Mindest-Franchise sollte von 300 auf 500 Franken erhöht werden. Die Krankenversicherung ist kein Generalabonnement für jedes Wehwehchen.
Moret: Es braucht Interventionen bei den Medikamentenpreisen, aber auch eine Korrektur der finanziellen Fehlanreize, die die stationäre Behandlungen attraktiver machen als ambulante.

Wie soll sich die Schweiz vor Terrorismus schützen?
Maudet: Die Koordination zwischen den Diensten, besonders mit dem Nachrichtendienst, muss verbessert werden. Zudem sollten die Behörden präventiv gegen Terroristen agieren können.
Cassis: Keine Antwort.
Moret: Wir brauchen einen effizienten Nachrichtendienst, der über ausreichende Mittel verfügt, um aktuelle Bedrohungen abzuwenden.

Ist ein bezahlter Vaterschaftsurlaub von vier Wochen nötig?
Maudet: Nein.
Cassis: Nein. Das wäre ein unnötiger Ausbau der obligatorischen Solidarität. Es ist kein übertriebenes Opfer, wenn Väter bei der Geburt eines Kindes Ferien nehmen.
Moret: Nein. Ich verstehe zwar die Forderung der jungen Eltern. Es braucht aber eine Lösung, die finanzierbar ist und nicht so weit geht wie die Initiative.

Wie stehen Sie zu einer Hanf-Legalisierung?
Maudet: Ich bin dagegen.
Cassis: Ich begrüsse eine Legalisierung, weil die Bestrafung der Sucht der falsche Weg ist. Es bringt mehr, wenn der Staat die Substanzen reguliert.
Moret: Ich bin gegen eine Cannabis-Legalisierung.

Was war Ihr grösster politischer Erfolg?
Maudet: Bis jetzt meine Wahl und Wiederwahl zum Genfer Regierungsrat.
Cassis: Die Verfeinerung des Risikoausgleichs in der Krankenversicherung.
Moret: Der Steuerabzug für die externe Kinderbetreuung.

Was war Ihr grösster politischer Misserfolg?
Maudet: Meine Nichtwahl zum Nationalrat im Jahr 2003.
Cassis: Die Niederlage mit der sogenannten Managed-Care-Vorlage vor dem Volk.
Moret: Meine erste Kandidatur für den grossen Rat, bei der ich nicht gewählt wurde.

Wer ist Ihr politisches Vorbild?
Maudet: General Dufour. Er war sehr vielseitig qualifiziert und hat die Basis für die moderne Neutralität gelegt. Und Alfred Escher: Er war der Vordenker der modernen Altersvorsorge und steht für die Idee: Einer für alle, alle für einen.
Cassis: Für die Tiefe des liberalen Gedankenguts ist es Kaspar Villiger. Für das persönliche Engagement, die Lust zum Dialog und Konflikt Pascal Couchepin. Und Fulvio Pelli für Taktik und feines Denken.
Moret: Jean-Pascal Delamuraz für seine Volksnähe und Kaspar Villiger für seine liberale, wirtschaftliche Vision.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Escobar am 14.09.2017 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohjee

    Cannabis legalisieren nein, aber ein Glas Whyski ist ok, soll mir das einer erklären.

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  • Don Logan am 14.09.2017 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Bundesrat

    Bin überzeugt Cassis wird es schaffen, weil die andern beiden zu wenig Rückgrat haben.

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  • Schwiizer am 14.09.2017 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mehr Transparenz

    Wo sind die Fragen; in den Verwaltungsräten welcher Firmen sitzen Sie und wie grosszügig werden Sie dabei entlöhnt? Ich bin für mehr Transparenz bei unseren Politikern!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 18.09.2017 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absolut unwichtig...

    Man sollte nie Politiker an ihren Laster messen, sondern am Können. Viele saufen und kiffen. Was soll's!!

  • TTT am 17.09.2017 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trick, Trick und Track...

    Figuren wären wählbar, als die Drei. Eine direkte Demokratie die das Parlament den Bundesrat wählt, ist keine direkte Demokratie sondern eine Indirekte. Der Bundesrat sollte international ausgeschrieben werden. Nächstens wird wieder ein/e zahnlose Typ als BR gewählt. Schade um die 1. Million pro Jahr.

  • Ursula Zweifel am 15.09.2017 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Komplett Falsche Fragen

    Verkehrte Schweiz, anstatt fähige Unternehmer und intelligente Macher, diversifizieren wir uns über Tabak, Whiskey und andere unwichtige Sachverhalte. Wir benötigen weniger Studierte viel mehr schlaue und lebensnahe Leute oder wie ein weiser Mann gesagt hatte. Nicht Dossiersicher sondern Lebenssicher, wäre das. Ich sehe keinen der Kanditaten als echten Gewinn für die Schweiz.

  • Franzl am 15.09.2017 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Dienstgrade

    Mich würde auch interessieren was die drei Kandidaten im Militär für Dienstgrade haben und in welchen Einheiten. Schlaffis können wir nicht brauchen.

    • Hptm. v. Köpenik am 15.09.2017 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Franzl, jawoll!

      Ganz meine Meinung. Erste Frage bei Kandidatur und Vorstellungsgespräch sollte lauten: Hamm Se jedient?

    • Kurt Krömer am 15.09.2017 11:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Franzl

      Exakt! Denn wenn einer blindlings ohne zu studieren Befehle befolgen kann und allenfalls auch ein guter Soldat ist, muss er zwingend auch ein vorzüglicher Politiker sein. Warum bewerben sie sich eigentlich nicht für den Bundesrat, Franzl? Ich bin sicher, dass sie eben nicht so ein Schlafi sind wie andere und die Confederation Helvetica zu mehr Friede, Solidarität, Gesundheit und Wohlstand führen! Ja zu richtigen Mannen, nein zu Schlafis. (Könnte ihr Wahlspruch auf Lokalebene sein zu Beginn)

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  • Für Cassis am 14.09.2017 21:23 Report Diesen Beitrag melden

    Nir einer darf gewinnen

    Der einzige., der hier intelligent scheint ist Cassis....hoffen wir das er gewinnt er scheint genaue und bessere Vorstellung als die anderen zu haben zudem ist er für die Hanf Legalisierung...das zeugt von Intelligenz...alle anderen macehn nur auf Politisches Image und scheinen genau wegen dem Hanf nicht Volksnah zu sein.