Crowdfunding gegen Initiative

05. Dezember 2017 14:30; Akt: 05.12.2017 15:56 Print

«No Billag ist ein Anschlag auf die Demokratie»

Operation Libero sagt der No-Billag-Initiative den Kampf an. Mittels Crowdfunding sollen über 200'000 Franken für eine Kampagne zusammenkommen.

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Für die Operation Libero ist die No-Billag-Initiative ein Angriff auf die Medienvielfalt in der Schweiz und damit «ein Anschlag auf die Demokratie». Die Organisation hat deshalb ein Crowdfunding lanciert, um die Initiative «mit aller Kraft» zu bekämpfen.

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Dabei will die Operation Libero im Dezember mindestens 284'981,59 Franken zusammenbringen. Das sei genau der Betrag, der zur erfolgreichen Bekämpfung der Durchsetzungsinitiative nötig gewesen sei, teilte Operation Libero am Dienstag mit. Sie engagierten sich, wenn für die Schweiz viel auf dem Spiel stehe, sagte die Co-Präsidentin von Operation Libero, Laura Zimmermann, vor den Medien in Bern. Denn sie seien Verfassungspatrioten. Und bei dieser Abstimmung gehe es um nichts weniger als um das Recht auf Information, das in Artikel 93, Absatz 2 der Verfassung verankert sei.

Starke Medien als Garant

Die Verfassung stelle sicher, dass sich die Schweizerinnen und Schweizer frei informieren könnten. Das sei nötig in einer direkten Demokratie, denn die Bürgerinnen und Bürger trügen viel Verantwortung. Dazu aber bräuchten sie möglichst vielfältige Informationen - starke Medien seien der Garant dafür.

Die Initiative schwäche mutwillig das Schweizer Mediensystem. Es sei naiv zu glauben, dass Private in die Bresche sprängen, sollte der Servie public wegfallen, sagte Zimmermann. In einer für die Medien schwierigen Zeit setze die Initiative auf das «Wildwestprinzip».

Natürlich gäbe es auch bei einer Annahme von No-Billag noch viele Zeitungen, Redaktionen und Journalisten, welche gute und kritische Arbeit machten, sagte Zimmermann. «Was aber fehlen würde, wäre das, was sich im Markt niemand leisten kann: eine umfassende Information von Mendrisio über Altdorf bis Zürich; von Genf über Langnau bis nach Widnau.»

Für die Initianten sei diese Medienvielfalt anscheinend unnötig, sie wollten nicht, dass die vier Sprachregionen berücksichtigt würden. Die Initiative sei damit nicht nur ein «Anschlag» auf die Medien sondern auf die Demokratie.

Nicht pro SRG

Der Operation Libero gehe es nicht um die SRG als Institution, nicht um die Frage, ob es mehr oder weniger Staat oder Gebühren brauche, sondern um das Recht auf Information. Wer diese Aufgabe wahrnehme, sei ihnen egal. Nicht egal sei ihnen aber das Ziel der Initiative, «denn die Konsequenzen wären wahnsinnig krass», sagte Zimmermann.

Das sollten auch diejenigen Menschen nicht gleichgültig lassen, die wenig oder gar kein Radio oder Fernsehen konsumierten. Es sei fünf vor zwölf. «Wenn wir jetzt nichts machen, explodiert am 4. März eine Bombe», ist Zimmermann überzeugt.

(woz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Käfer am 05.12.2017 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bessere idee

    Eine crowdfinding-aktion für die ahv wäre sinnvoller

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  • Paul am 05.12.2017 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu

    Die SRG hat ja genug Geld Wahlkampf zu machen...

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  • Leser am 05.12.2017 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Nennen sich Operation "Libero" (Operation Freiheit) und fordern Unterstützung für Zwänge (Zwangsgebühren, Zwangsmitgliedsschaften...)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • P.Ka am 06.12.2017 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung!! No-Billag!!!!!

    Das ist schonmal ein Zeichen dafür, dass viele Schweizer noch hinter der SRG stehen. Innerhalb von einem Tag 125000.- CHF für die Gegner der No-Billag Initiative. Meiner Meinung sollten die verbissenen SRG Kunden ihren freiwilligen Spendenbeitrag jährlich leisten und jene die absolut nichts mit der SRG zu tun haben wollen von den lästig hohen Gebühren befreien. Eine Umstrukturierung würde der SRG gut tun. Gefühlte 2000 verschiedene TV und Radiosender!! Ich bin für die No-Billag Initiative würde aber ein SRG Packet abonnieren. Befreit die Menschen von den hohen Kosten und geht mit der Zukunft

  • Walter Ma am 06.12.2017 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Mal auf den Punkt

    Liebe No Billag Gegner. Es ist nun mal so: Diese selbsternannte Bande konnte den Hals nicht voll genug bekommen, obwohl es bei den Normalos längst brodelt. Dann wurde noch eine äusserst fragwürdige Masche dem Volk verkauft, um die Einnahmen zu steigern. So! Es reicht jetzt und mit dieser Volksabstimmung habe ich erstmals die Möglichkeit diese Sauerei endgültig abzustellen. Weitere Abstimmungen zur Abschaltung jeglicher Deppengebühren und Abgaben werden folgen. Und auch denen geht es an den Kragen.

  • Kinta Kunte am 06.12.2017 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Kontraproduktive Hyperaktivität

    Jede Aktion der SRG Aktivisten führt nur noch zu mehr Befürwortern der No Billag Initiative. Die verdrehten Argument werden halt durchschaut. Macht weiter so danke! Die Demokratie wird siegen! Grüsse von den Sklaven des Staates.

  • Dani S. am 06.12.2017 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Abschaffen

    Abschaffen die SRG. Viel zu viele Sender! Auch in Deutschland und Österreich. Abzocke pur! Es reicht ein deutschsprachiger TV und ein Radiosender für DE, CH und Österreich! Auch Postfilialen gibt es noch viel zu viele. Eine pro Kanton ist genug! Weg auch mit den Schulen, Spitälern und Bahnhöfen! Wer braucht Kirchen? Weg damit viel zu teuer! Ich schaue Nachrichten auf Youtube und brauche nur Strassen. Alles andere sollen die bezahlen die es brauchen! Wir müssen endlich sparen!

  • Swissman73 am 06.12.2017 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst sie doch machen

    Operation Libero. Oder zu Deutsch: Operation letzter Mann. Wann drehen denn die Feministinnen wieder wegen diesem Namen durch? Aber egal: Ich finde es gut, dass die Operation Libero wieder mitmischt. Da kommen sicher noch mehr "No Billag" BefürworterInnen dazu. Also die komische Organisation hilft noch bei der Abschaffung der Zwangssteuern. Was wollen wir mehr? Ah ja, Danke sagen..