SRG-Umfrage

10. Januar 2014 15:25; Akt: 16.01.2014 11:00 Print

55 Prozent gegen SVP-Initiative

Eine Mehrheit der Stimmbürger spricht sich derzeit gegen die SVP-Zuwanderungsinitiative aus. Bei der Bahnvorlage FABI sind die Befürworter in der Überzahl.

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37 Prozent sprechen sich derzeit für die Zuwanderungsinitiative der SVP aus. (Bild: Keystone)

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Wäre zum Jahreswechsel über die Initiative «Gegen Masseneinwanderung» der SVP abgestimmt worden, wäre das Begehren abgelehnt worden. Dies zeigt eine erste SRG-Trendumfrage, die vom Forschungsinstitut GFS Bern durchgeführt und am Freitag veröffentlicht wurde.

55 Prozent der Befragten hätten ein Nein in die Urne gelegt, 37 Prozent ein Ja. 8 Prozent der Befragten gaben an, sie seien noch unentschlossen. Bei Volksinitiativen nimmt das Lager der Gegner üblicherweise zu, je näher der Abstimmungstermin rückt. Nach diesem Szenario müsste die Zuwanderungsinitiative am 9. Februar abgelehnt werden.

Gemäss GFS Bern könnten die Initianten aber davon profitieren, dass der Problemdruck beim Thema Zuwanderung als hoch bewertet wird: So stimmten über 60 Prozent der Befragten dem Argument zu, dass die Einwanderung zu mehr Lohndruck, Wohnungs- und Verkehrsproblemen führe.

Dass die ersten Umfrageergebnisse mit Vorsicht zu geniessen sind, zeigte zudem die Abstimmung über die Familieninitiative im letzten Herbst: Nachdem die erste SRG-Trendumfrage noch eine Zweidrittelmehrheit für die Befürworter ausgewiesen hatte, wurde die Initiative letztlich deutlich abgelehnt.

Skepsis in der Mittelschicht

Am höchsten ist die Zustimmung zur Zuwanderungsinitiative, die die Rückkehr zu Kontingenten fordert, in der italienischsprachigen Schweiz. Dort sprechen sich derzeit 42 Prozent der Befragten für das Volksbegehren aus. In der Deutschschweiz sind es 40 Prozent und in der Romandie 30 Prozent.

Bei den Parteiwählern verläuft die Konfliktlinie klar. Von den befragten SVP-Anhängern sprechen sich derzeit 77 Prozent für die eigene Initiative aus. Alle anderen Parteiwähler sind mehrheitlich gegen das Begehren, am deutlichsten die SP-Anhänger mit 86 Prozent.

Am meisten Zustimmung ausserhalb der SVP erhält die Initiative noch bei den CVP-Anhängern – 37 Prozent von ihnen hätten zum Jahreswechsel Ja gestimmt. Bei der wichtigen Gruppe der Parteiungebundenen lagen die Gegner der Initiative mit 51 Prozent vor den Befürwortern mit 34 Prozent.

Im Gegensatz zu früheren Volksabstimmungen zur Zuwanderung komme die stärkste Opposition bei dieser Vorlage nicht aus der Unterschicht, heisst es in der SRG-Trendumfrage. Am grössten ist die Skepsis bei den Personen mit einem mittleren Einkommen von 5000 bis 7000 Franken.

Viele Unentschiedene bei FABI

Gut in den Abstimmungskampf gestartet sind die Befürworter der Bahnvorlage FABI. Aktuell würde die Vorlage von 56 Prozent der Befragten angenommen, 27 Prozent sind dagegen. Allerdings ist das Lager der Unentschlossenen mit 17 Prozent noch gross. Gemäss GFS Bern ist deshalb auch bei dieser Vorlage «noch nichts entschieden».

Von den Parteianhängern sprechen sich derzeit nur jene der SVP mit 54 Prozent mehrheitlich gegen einen neuen Fonds für den Betrieb, den Unterhalt und den Ausbau der Bahninfrastruktur aus. Bei den anderen Parteianhängern reicht die Zustimmung von 54 Prozent bei der FDP bis zu 80 Prozent bei den Grünen.

55 Prozent der Befragten folgen dem Argument der FABI-Gegner, wonach die Vorlage die Umverteilung der Gelder von der Strasse auf die Schiene zementiere. Allerdings teilen gleichzeitig drei Viertel die Ansicht der Befürworter, dass das Bahnnetz gestärkt werden müsse.

Mehrheit gegen Abtreibungsinitiative

Bei der Volksinitiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache» deutet alles auf ein Nein hin. Die Meinungen sind gemäss GFS Bern weitgehend gemacht. Heute würde das Volksbegehren von 58 Prozent der Befragten abgelehnt, 35 Prozent sprechen sich dafür aus, 7 Prozent sind noch unentschlossen.

Auch hier tanzen die SVP-Anhänger aus der Reihe: Mit 48 zu 46 Prozent würden sie der Initiative aus religiös-konservativen Kreisen derzeit knapp zustimmen. Alle anderen Parteiwähler lehnen die Initiative mehrheitlich ab – auch die CVP-Anhänger mit 57 zu 37 Prozent.

Nach einer hohen Stimmbeteiligung bei der letzten eidgenössischen Abstimmung im November zeichnet sich für den 9. Februar eine durchschnittliche Beteiligung ab: 41 Prozent der Befragten gaben an, an der Abstimmung teilnehmen zu wollen.

Das Forschungsinstitut GFS Bern befragte zwischen dem 23. Dezember und dem 3. Januar rund 1200 Stimmberechtigte in den drei hauptsächlichen Sprachregionen. Der statistische Fehlerbereich beträgt +/- 2,9 Prozent.

(bee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandra Brosi am 10.01.2014 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch...

    innert rekordverdächtiger Zeit hat die SVP Initiative 9% Ja Stimmen dazu gewonnen. Entweder ist die Umfrage faul und dient der Meinungsmache, oder die Initiative wird bis zum Abstimmungssonntag klar die Mehrheit erreichen...

    einklappen einklappen
  • Alessia C. am 10.01.2014 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich nicht...

    sagt wer? Die 20 min Umfrage mit 12Tsd. Teilnehmer hat ein anderes Resultat ergeben?! Der Schweiz zu liebe, unsren Kindern zu liebe... Bitte ein JA!

  • Matter am 10.01.2014 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    was ist hier los?

    Jede Umfrage sagt etwas anderes. Ich weiss gar nicht was ich glauben soll. Ach, wieso sollte ich einer Umfrage glauben, ich warte das Ergebnis am 09.02 ab.

Die neusten Leser-Kommentare

  • ein Visionär am 12.01.2014 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Grosse Chance am 9.2.!

    Gem. der "repräsentativen" Meinungsumfrage der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» (Bericht der 20min von letzter Woche) sind nur 35% der "1200" Befragten für die Masseneinwanderungs-Initiative. Auf der gleichen Seite des Berichts ist eine Umfrage mit über 22000 Stimmen mit 62%! FÜR die Abstimmung. Ist die Umfrage der Zeitungen manipuliert? - Sieht fast so aus. Lassen wir uns nicht wieder belügen und von Horrorszenarien und manipulierten Statistiken beeinflussen. Setzen wir am 9.2. ein Zeichen zum Schutz unseres Landes, damit es wieder sicherer, ruhiger und attraktiver für uns wird...

  • holderer am 11.01.2014 22:32 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach Verantwortungslos

    Lasst Euch nicht blenden.BR D.Burkhalter heute GV,3Mrd. Mehreinnahmen in Sozialwerke.Namentlich AHV!Pers.aus dem EU-Raum 1/5 der Beiträge leisten,aber nur ein 1/7 der Leistung beziehen.Jede Generation 25% schrumpft ohne Einw.Woher diese Zahlen?Wieso nur AHV erwähnt?Er soll auch IV,ALV,Ausgesteuerte...=negativ oder die Nachfolgekosten daneben legen.Mit iherer Zahlenangaben haben wir ja Erfahrung und den Schlamassel.Nebenbei 1/5-1/7=20/14 somit nur noch 6%,Sonnenschein weg!Komisch,wie Studien/Zahlen ins rechte Licht gerückt werden.Danach aus Bern,wir wussten nicht das es so kommen würde.

  • Ruedi Wermuth am 11.01.2014 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Sichere 40 JA!!

    Gute Umfrage, wenn Sie so stimmt wie bei anderen Abstimmungen z.B. Minarett-Initiative sind wir die Zustimmenden auf jeden Fall zufrieden. Deshalb an alle Stimmbürger an die Urne am 09. Februar und unbedingt ein JA einlegen. Nicht abstimmen ist Verboten, jedes JA zählt. Mich und mein Bekannten hat keiner gefragt und alle sind JA Stimmer.

  • Pit Rorschach am 11.01.2014 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    1200 sind nicht das Volk

    1'200 Menschen sind nicht das ganze Volk. 55% von diesen Menschen sagen nein. Sollen sie. Es gibt noch 99%, derer meinung wir nicht kennen :-)

  • weco am 11.01.2014 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    komisch

    komisch 55% sind dagegen und wenn ich hier die kommentare lese sind ca 70 % dafür

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