Aargauer auf Twitter

02. Oktober 2017 10:15; Akt: 02.10.2017 10:15 Print

«Gebt mir einen Retweet – sonst ist die Katze tot»

Der Aargauer Leo Ferraro will für die Opfer von Hurrikan Irma Hilfe von Prominenten. Um Aufmerksamkeit auf Twitter zu erhaschen, droht er, seine Katze zu töten.

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«He Jungs, ich brauche dringend einen Retweet. Für Kumpels in der Karibik. Falls nicht, ist die Katze tot», schreibt Leo Ferraro (53) aus Berikon AG auf Twitter. Gerichtet ist der Post an die deutsche Band Die Toten Hosen. Im Tweet angehängt ist ein Video, auf dem zu sehen ist, wie ein tätowierter Mann eine Katze am Nacken hält und eine Pistole auf sie richtet. Im Hintergrund läuft das Lied «Alles aus Liebe».

Gegenüber dem «Blick» erklärt der Katzenzüchter den Grund für das Video: «Ich will mit Hilfe der prominenten Rocker die Reichweite meiner sozialen Medien vergrössern, auf denen ich ausführlich über die verheerende Zerstörung durch den Wirbelsturm Irma auf den British Virgin Islands berichte.» Das Video sei ein Schrei nach Aufmerksamkeit. «Ich wollte die Toten Hosen zu einem Retweet bewegen, um meine Freunde zu unterstützen.», sagt er. Seit über zwanzig Jahren verbringe er jedes Jahr drei Monate auf den karibischen Inseln.

«Es war ein Witz»

Ferraro sei sich bewusst, dass das Video auf Kritik stossen würde. Dass er es trotzdem veröffentlicht hat, habe einen bestimmten Grund. «Sänger Campino selbst hat mich zu dieser Aktion inspiriert», sagt er. Die Band habe 1993 jemanden gesucht, bei dem sie zu Hause ein Konzert geben wollte. Ferraro: «Campino wählte denjenigen aus, der damit drohte, seinen Hund zu töten, wenn die Band nicht zu ihm käme.»

Der Onlineproduzent beim «Tages-Anzeiger» und ehemalige «Blick»-Reporter habe für das Video eine Schreckschusspistole verwendet. Er sagt: «Ich appelliere an den Humor. Es war ein Witz. Wer trotzdem ein Problem damit hat, muss halt damit leben.»

(jen)