Begehrte Jobs

18. Mai 2014 11:23; Akt: 18.05.2014 13:42 Print

Der Bund bildet Computer-Hacker aus

An verschiedenen Schweizer Hochschulen werden Studenten zu Hackern ausgebildet. Die «ethischen Hacker» sollen Schwachstellen in Firmennetzwerken erkennen.

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An der ETH lernen zukünftige Hacker, wie sie Schwachstellen in Firmennetzwerken erkennen. (Bild: Keystone/Salvatore di Nolfi)

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An der ETH Zürich lernen jedes Jahr 60 Masterstudenten, wie sie in fremde Netzwerke eindringen können. Laut einem Bericht der «NZZ am Sonntag» loten sie Schwachstellen in Firmennetzwerken aus und eignen sich die Methoden von kriminellen Computerhackern an. Auch andere Hochschulen kennen solche Lehrgänge.

Der Verein Swiss Cyber Storm organisiert jedes Jahr einen Nachwuchswettbewerb für junge Hacker, unterstützt durch die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani). Ziel solcher Ausbildungen ist ein späterer Einsatz als sogenannt ethische Hacker im Dienst der Privatwirtschaft oder der öffentlichen Hand.

Die Spezialisten sind zunehmend gefragt. Sie sollen Firmen und Behörden vor kriminellen Hackern schützen. Bei Datenverlusten drohen Schäden in Millionenhöhe. Dennoch fehlt hierzulande der Nachwuchs an ethischen Hackern, sogenannten Penetration-Testern. Entsprechend gut sind die Berufschancen. «Niemand hat ein Problem, einen Job zu finden», sagt Professor Bernhard Plattner, der die Vorlesung an der ETH Zürich leitet in der «NZZ am Sonntag». Die Jobs sind gut bezahlt: Laut dem Verband Swiss ICT liegen die Löhne für Sicherheitsexperten zwischen 90'000 und 135'000 Franken.

Leuthard nimmt Internet-User in die Pflicht

Nicht nur Hacker bereiten dem Bund jedoch Sorgen. Google muss heikle Links auf Wunsch von Betroffenen löschen. Dies bringe auch Probleme mit sich, findet Medienministerin Doris Leuthard. Das Urteil sorgt für Aufsehen: Das EU-Gericht verpflichtet Google, Suchergebnisse, die die Persönlichkeit eines User verletzen, zu löschen. Für die Schweiz ist das Urteil nicht bindend. Medienministerin Doris Leuthard geht aber davon aus, dass der Internetkonzern auch den Schweizer Usern das Recht auf Vergessen gewähren wird. Dies sagte sie am Freitag am Rande der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen der Schweiz-Niederlassung von Google gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag».

Bei der Umsetzung des Urteils stellen sich für Leuthard aber einige Fragen. «Man kann nicht erwarten, dass jetzt einfach alles auf Wunsch gelöscht wird. Wo die Grenzen zwischen öffentlichem Interesse, Transparenz und Persönlichkeitsschutz verlaufen, ist noch nicht klar», sagte sie. Ob es in der Schweiz diesbezüglich eine Gesetzesanpassung braucht, konnte Leuthard nicht sagen. Der Bundesrat habe noch keine Analyse zu dem Urteil vorgenommen.

Spezielle Seite für Jugendschutz

So oder so: Für Leuthard ist jetzt nicht der Staat gefordert, sondern jeder einzelne Internet-User. «Wir müssen lernen, wie wir mit unseren Daten umgehen. Und wir müssen uns bewusst werden, dass das Internet nichts vergisst», so die Bundesrätin.
Leuthard attestiert dem Internetkonzern, dass dieser sich seiner besonderen Stellung und Verantwortung bewusst sei. «Im Bereich des Kinder- und Jugendschutzes hat Google Fortschritte gemacht», sagte sie und verwies unter anderem auf eine spezielle Seite zum Thema Daten- und Jugendschutz, die Google am Freitag für die Schweiz aufgeschaltet hat. Sie soll Usern helfen, sich sicher im Internet zu bewegen.

(bat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Radkappenfrieda am 18.05.2014 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Blinde reden über Farben

    Immer wenn ich Politiker über das Internet reden höre, dann ist es mir, als ob Blinde über Farben diskutierten.

  • Ivo Steinmann am 18.05.2014 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ja klar...

    Als ob man Hacker einfach so ausbilden könnte. Schon das Wort "Hacker" nervt in diesem Zusammenhang. Ein richtiger Hacker kann man erst werden, wenn man ein inherentes Verständnis für die Sache hat. Das lernt man für gewöhnlich erst durch Anwendung der gelernten Theorien - ist also sehr aufwändig. Es ist, wie wenn man einen bestimmten Benzinmotor bis ins letzte tunen will, das geht auch erst, wenn man exakt diesen Motor absolut perfekt kennt.

    einklappen einklappen
  • Alain am 18.05.2014 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EDV Polizei

    Um den Bedrohungen aus Internet begegnen zu können, brauchen wir unbedingt Leute die das nötige Wissen haben. Wie wollen wir die haben, wenn wir diese nicht selber ausbilden? Aber es müssen Schweizer sein, denn nur eine emotionale schweizerische Verbindung gibt uns eine minimals Sicherheit, dass sich diese Leute nicht plötzlich gegen unsere Gesellschaft wenden. Zu überlegen wäre ob diese Leute nicht einen Eid auf ihr Berufsbild leisten müssten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • androidman am 18.05.2014 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    liebe Leute anstatt die ganze Zeit darauf rumzureiten das wir hacker ausbilden freut euch! Die chinesen/amis und russen tun dies schon lange und jede Woche werden aufs neue hunderte Seiten attackiert und Schweizer gehackt. wir brauchen eine effektive Cyberferteidigung und solche Leute unter staatlicher Kontrolle auszubilden ist der beste Weg den Staat Schweiz und dessen Wirtschaft zu schützen, nur die löhne von hackern stören mich ein bisschen

  • Thomas am 18.05.2014 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Masterstudenten *lach*

    Genau die falschen werden ausgebildet, die meisten Hacker machen kein Masterstudium, sondern bringen sich alles selbst bei, ihr solltet um die werben!

  • Zucht-Hacker am 18.05.2014 19:49 Report Diesen Beitrag melden

    Was könnte wohl beeser sein als

    ein ETH-Hacker? Nur gerade wohl sein Diplom, mehr aber auch nicht. Hacker kann man nicht züchten oder Ausbilden. Das sind kreative Leute die sich technische Abläufe vorstellen können, die meisten davon die wirklich etwas können studieren nicht und sind meist auch keine Informatiker. Hacken macht man aus Spass und weil es einem Wunder nimmt ob man es schafft. Heute gibt es schon zu viele die meinen das Hacken mit dem zerstören von Daten und PGM's zu tun hat. Dem ist nicht so, ein Hacker sucht nur Schwachstellen und hinterlässt die Lösung.

  • Ruth Leemann am 18.05.2014 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Solange Googel die Hände im Spiel hat

    und die Daten dort zentralisiert werden, und auch angekauft / verkauft werden, geschieht überhaupt weiltweit überhaupt nichts.

  • Rüdiger B. am 18.05.2014 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Spionage JA - Gripen NEIN

    da soll noch einer sagen... sein Steuergeld dafür einsetzen zu lassen, das man selbst ausspioniert wird, ist für die Linken völlig OK. Steuergeld dafür ausgeben, dass einem geholfen wird? Nein... ihr Linken habt eindeutig ein Porzellanproblem (aber das versteht ihr ja wohl auch nicht..;))