Airbnb-Anbieter am WEF

18. Januar 2017 13:54; Akt: 18.01.2017 13:54 Print

«Eine britische Lobbyistin zahlt mir 4000 Franken»

von Nikolai Thelitz - Während dem WEF vermietet Hermann F. seine Wohnung teuer auf Airbnb. Im Interview erklärt er, wieso er das tut und wer seine zahlungskräftigen Gäste sind.

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Hermann F.*, Sie vermieten Ihre Wohnung während des WEF zu hohen Preisen. Hatten Sie damit Erfolg?
Ja, es kam vor zwei Wochen eine Anfrage rein. Eine Dame, die in der Politikberatung tätig ist, brauchte unbedingt noch eine Bleibe in Davos, weil sie Teilnehmerin des WEF ist. Sie hat die Wohnung während fünf Tagen für sich alleine gemietet und wohnt seit gestern dort.

Umfrage
Was halten Sie von den teuren Airbnb-Wohnungen am WEF?
47 %
19 %
27 %
6 %
1 %
Insgesamt 16003 Teilnehmer

Was verdienen Sie damit?
Die britische Lobbyistin zahlt für die fünf Tage während des WEF etwa 4000 Franken Miete. Ein Teil davon geht direkt an Airbnb, den Grossteil kann ich behalten.

Ziemlich viel Geld. Fühlen Sie sich nicht als Abzocker?
Nein, ich mache etwas gegen die Wohnungsnot während des WEF, die Wohnung würde sonst einfach leerstehen. Der Preis ist nur etwa doppelt so hoch wie während der Saison für eine vergleichbare Wohnung. Und die Teilnehmer des WEF haben ja entsprechende Budgets, es handelt sich nicht um einfache Arbeiter, sondern um Manager. In Hotels zahlt man momentan noch mehr, so dass ich einen vergleichsweise guten Preis anbiete.

Wohnen Sie auch selbst in der Wohnung?
Nur während fünf bis sechs Wochen im Jahr. Die Zweitwohnung gehört unserer Familie und es machen auch oft andere Familienmitglieder dort Ferien. Ansonsten steht die Wohnung leer.

Wie kamen Sie darauf, die Wohnung fürs WEF zu vermieten?
Ich erzählte einer Freundin von meinem Skiurlaub in Davos und von den Sicherheitsmassnahmen während des WEF. Da fielen ihr fast die Augen aus dem Kopf und sie fragte mich, wie ich mir denn während des WEF eine Unterkunft dort leisten könne. Erst da kam mir der Gedanke, dass ich während des WEF mit der Wohnung gutes Geld machen könnte.

Was machen Sie mit dem Geld?
Ich muss erst mal die sehr hohen Fixkosten für die Wohnung decken. Als Deutscher zahle ich extrem hohe Steuern für die Wohnung in Davos. Und sie muss ja auch instand gehalten werden.

*Name geändert

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pragmatiker am 18.01.2017 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder würde das gleich machen.

    Wenn der Kunde so viel zahlen will, soll man ihn nicht zurückhalten.

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  • Bobby am 18.01.2017 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Unlogisch

    Krass wie unsere Gesellschaft bereits abgerichtet ist. Wenn ein Hotel während des WEF das mehrfache verlangt als üblich schreit kein Mensch danach. Will eine Privatperson mal vom WEF profitieren, heisst es Abzocker (siehe Umfrage). Den Mächtigen und Reichen lässt man alles durchgehen. Will der einfache Mann auch ein Stück vom Kuchen ist er ein Abzocker. Das ist absolut unlogisch!

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  • Jack Bauer am 18.01.2017 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Gejammer!

    Die Hotel's sind nicht besser! Für WEF Gäste werden auch dort die ohnehin schon für Normalsterbliche kaum zahlbaren Preise astronomisch erhöht! Das gleiche gilt für Basel während der Basel World! Ich vermiete auch zwei Zimmer. Sogar schöne und saubere. Und im Gegensatz zu anderen günstiger als die Hotel's. Aber die Hotellobby lernt einfach nicht dazu. Lieber über Konkurenz jammern, statt einen guten und bezahlbaren Service liefern!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pesche FR am 18.01.2017 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    4'000 Fr...

    Diskretion nicht inklusive !

  • Martial2 am 18.01.2017 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine andere Art von Entspannung...

    Man kritisiert unter anderem "Escort Service"; diese Damen haben ein anderes Niveau als die von der Strasse. Das sind gebildete, intelligente, Personen, zum Teil auch Studentinnen, die damit ihr Studium finanzieren wollen. Mit dieser Kategorie von Kunden handelt sich nicht immer um Sex, sondern um eine nette Begleitung für den Dinner, mit guten Gespräche und gutes Zuhören.

  • Peter Notfallpfleger am 18.01.2017 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gurkt mich das an!

    Aha, sag ich doch! Dank diesen Zweitwohnungsbesitzern haben wir ein neues Gesetz! Ein Gesetz, das dafür sorgt, dass es weniger kalte Betten hätte, weil genau diese Leute nicht vermieten! Und genau diese Leute machen das Image von Davos zur Sau, weil sie Abzocker sind und nix für Davos tun! Grosses Jammern über Steuern! Armer Zweitwohnungsbesitzer aus Deutschland! Verkauft doch die Wohnung, wenn ihr das Geld nicht habt, um die Wohnung zu bewirtschaften und die Auslagen zu berappen!

  • Wigo am 18.01.2017 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neid

    Und schon sind sie wieder da, die Neider! Würde wahrscheinlich jeder machen, hätte er im teuren Davos eine Wohnung! Und abgesehen davon, die Hotels sind auch masslos überteuert!

  • Ökonom am 18.01.2017 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts gegen Davos, aber...

    ...ich denke, dass dieses unsägliche WEF mal woanders hin gezügelt werden müsste. Das mit den Wohnungspreisen in Davos ist irgendwie dégoûtant! Warum nicht in Port-au-Prince (Haïti) und dann das nächste Mal in Asmara (Eritrea), oder so... oder gehören diese Länder nicht zur W?