Bieler Imam

24. August 2017 08:47; Akt: 25.08.2017 12:31 Print

«Wer diese Gesellschaft ablehnt, sollte gehen»

In Biel hat ein Imam im Freitagsgebet Gott dazu aufgerufen, die Juden, Christen und Hindus zu vernichten. Die Bieler Stadtregierung prüft nun eine Strafanzeige.

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Der Bieler Imam Abu Ramadan hat in einer Freitagspredigt Gott dazu aufgerufen, Juden, Christen und Hindus zu vernichten.

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Herr Feurer, haben Sie Kenntnis von den Äusserungen, die der Imam an einer Freitagspredigt gemacht hat?
Wir haben seit Freitag, den 11. August 2017, Kenntnis vom Sachverhalt.

Diese Äusserungen sind nahezu ein Aufruf zum Völkermord. Gehen Sie den Vorwürfen nach und erstatten Anzeige?
Wir kennen den genauen Wortlaut der angeblichen Äusserungen nicht. Die städtische Fachgruppe Extremismus- und Gewaltprävention ist von mir beauftragt worden, diesbezüglich die notwendigen Abklärungen vorzunehmen und mögliche Massnahmen vorzuschlagen. Zu diesen Möglichkeiten gehört – je nach Ergebnis der zu treffenden Abklärungen – selbstverständlich auch das Einreichen einer Strafanzeige.

Was sagen Sie persönlich dazu?
Das beschriebene Verhalten ist aus moralischer Sicht äusserst bedenklich. Wenn eine Person, die aus humanitären Gründen in der Schweiz ein Aufenthaltsrecht erhalten hat, diese gleiche Gesellschaft offenbar dermassen fundamental ablehnt, dann wäre es konsequent, dieser Gesellschaft den Rücken zu kehren und sein Auskommen woanders zu suchen, geschweige denn, sich von derselben Gesellschaft noch via Sozialhilfe alimentieren zu lassen.

Wird in Biel genauer verfolgt, was in der Ar’Rahman-Moschee vor sich geht?
Die Stad Biel hat sich in ihrem Zuständigkeitsbereich schon mehrfach mit der besagten Moschee beschäftigt. Die neusten Erkenntnisse geben Anlass zu einer Verstärkung der präventiven Bemühungen der Stadt in diesem Zusammenhang. Unabhängig vom vorliegenden Fall wird die Stadt Biel eine Ansprechstelle für Gewalt- und Extremismusprävention einrichten, die am Freitag vorgestellt wird.

Gibt es Gespräche mit der Leitung der Moschee und Konzepte, wie Extremismus verhindert wird?
Die städtische Fachgruppe Extremismus- und Gewaltprävention beschäftigt sich seit Anfang 2016 mit der Ausarbeitung und Realisierung von Massnahmen. Die Aufgaben der Polizei werden im Kanton Bern von der Kantonspolizei wahrgenommen, weshalb wir hierzu keine konkreten Angaben machen können.

(ann)