Sexualkunde

17. April 2012 22:11; Akt: 18.04.2012 10:59 Print

An Holz-Penissen scheiden sich die Geister

von Lorenz Hanselmann - Die Volksinitiative gegen zu frühe Sexualkunde in der Schule ist umstritten. Gegner und Befürworter kreuzen für 20 Minuten Online ihre Klingen.

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Die Sexualkunde soll freiwillig sein, so ein überparteiliches Komitee, dem Nationalräte aus SVP, FDP und CVP angehören. Seit Dienstag sammelt es Unterschriften für die Initiative. Die Eltern im Komitee stören sich primär an den Sex-Koffern, mit der Basler Lehrer ihre Schüler aufklären sollen. Diese enthalten ein Buch mit Bildern von Geschlechtsteilen sowie Holz-Penisse und eine Plüsch-Vagina.

PRO (Pro Initiative bwz. Contra Sexkoffer)
Benjamin Spühler, Co-Präsident des Initiativkomitees:
Der obligatorische Sexualkundeunterricht muss abgeschafft werden! Wir haben mit Fachleuten wie dem renommierten Kinderarzt Remo Largo gesprochen. Sie sind mit uns einig, dass ein obligatorischer Sexualkundeunterricht für Unter-9-Jährige völlig verfehlt ist. Ausserdem sagt der Tiefenpsychologe Sigmund Freud: Kinder, die sexuell stimuliert werden, sind nicht mehr erziehbar. Sicher werden Kinder heute schon früh durch Fernsehen und Internet mit Sex konfrontiert. Aber sollen wir deshalb das Feuer mit Benzin löschen? Mit dem Sexualunterricht würden die Kinder belästigt und unnötig früh sexualisiert. Das zeigt auch die Reaktion der Post, als wir Bilder aus der Basler Sexbox für Kindergärtler der ganzen Bevölkerung von Basel-Stadt bekannt machen wollten.

Sie weigerte sich, diese Bilder zu verteilen. Sie seien pornografisch und anstössig. Dann hat Erziehungsdirektor Christoph Eymann wegen unseres Protests die Sexboxen revidieren müssen. Doch das reicht uns nicht! Es geht hier um unsere Grundrechte wie persönliche Freiheit und Schutz der Integrität des Kindes. Sexualerziehung ist Sache der Eltern. Für jene, die ihre Kinder nicht selbst aufklären wollen, haben wir in der Volksinitiative freiwilligen Sexualkundeunterricht ab neun Jahren vorgesehen.


CONTRA (Contra Initiative bzw. Pro Sexkoffer)

Titus Bürgisser, Leiter Zentrum Gesundheitsförderung, PHZ Luzern:
Die Initiative ist klar abzulehnen. Sie gibt vor, die Kinder schützen zu wollen – sie erreicht aber das Gegenteil. Schulische Sexualerziehung ist eine der Grundlagen, dass Kinder und Jugendliche in der Schweiz gut informiert sind, sich schützen und dass wir eine tiefe Rate von Teenagerschwangerschaften haben. Schüler haben im Alltag doch einfach Fragen zu ihrem Körper, zu Beziehungen und zur Sexualität. Wenn Lehrpersonen auf diese Fragen keine Antworten mehr geben dürfen, fördert dies die Tabuisierung und damit die Gefährdung für Missbrauch und Übergriffe. Eine Reduktion der Sexualerziehung auf Informationsvermittlung zu biologischen Vorgängen allein ist von Jugendlichen unerwünscht und befähigt sie nur ungenügend zum verantwortungsvollen und selbstbewussten Handeln.

Die Initiative gefährdet auch die bisherige Zusammenarbeit von Schule und Eltern in der Sexualerziehung. Dabei ist dies eine Aufgabe, die Eltern und Schule gemeinsam wahrnehmen müssen. Zudem zeichnet sie ein verzerrtes Bild schulischer Sexualerziehung und Sexualkunde und desavouiert die Arbeit der Lehrpersonen. Sie unterstellt ihnen und der Schule unprofessionelles Handeln und untergräbt damit ihre Autorität, statt sie zu stärken und zu unterstützen. So wird auch der Beizug von Fachleuten verunmöglicht, der sich in den meisten Kantonen etabliert hat.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pit Rorschach am 18.04.2012 07:02 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst Kinder Kinder sein

    Als ich 9 war wusste ich, dass es zweierlei Leute gibt: Reformierte und Katholische. Lasst doch die Kinder Kinder sein und ihren Sextrieb natürlich entwickeln, ohne Zutun irgendwelcher Pädagogen. Die Elterm merken schon, wann der Zeitpunkt für eine gute Aufklärung gekommen ist.

  • Guxa am 18.04.2012 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Von wegen Teenagerschwangerschaften!!

    Von wegen weniger Teenager-Schwangerschaften!! Es wird einfach nur mehr Abtreibungen geben und deren Folgen, die die Familien dann zu tragen haben. Die ganze Sexualerziehung liegt auch im Interesse der Pharmaindustrie!! Insofern kann ich auch auf irgendwelche Experten in diesem Bereich verzichten, weil wertefreies Unterrichten, gerade im Bereich der Sexualaufklärung, gar nicht möglich ist!! Bevor Sexualaufklärung gross aufgegleist wird, sollte den Kindern Werte vermittelt werden, die sie befähigen, tragfähige Beziehungen einzugehen und in allen Lebensbereichen selbstverantwortlich zu handeln.

  • Fritz Frohmut am 18.04.2012 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sodom & Gomorra

    Zu früh? Ich kann mich gut erinnern, dass wir im Kindergarten, auf dem Heimweg, Witze übers "Füfi ins Weggli stecken" gemacht haben. ....und uns dabei prächtig amüsiert haben. Wohlgemerkt - das war vor 40Jahren....Also, wenn die Kleinen heut damit überfordert sind - psychobiologische Rückentwicklung gibts ;-) Oder handelt es sich da bloss um einen verkrampften Umgang mit der Sexualität seitens einiger Frömmeler? :->

Die neusten Leser-Kommentare

  • Denis K. am 18.04.2012 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst sie Kinder sein!!

    Ich bin 16 jahre alt, und habe keinerlei Aufklärung von Eltern bekommen. In der 5. Klasse hatten wir das Thema Aufklärung und das ist eine gute Methode! früher als mit 10 oder 11, ist es seeehr unwahrscheinlich das ein Kind sexuellen Kontakt hat. Sie wissen was es ist aber Kontakt hat keiner! Sie finden es auch selber abstossend wenn man ihnen das thema anspricht, kommt gleich: wääääh.. Erst ab einem gewissen Alter lohn es sich Aufzuklären, aber nur unterstützend. Jede/r soll selber erfahren was das Thema für ihn/sie bedeutet! Was ein penis und eine vagina ist wissen in der heutigen Welt alle

  • Guxa am 18.04.2012 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Von wegen Teenagerschwangerschaften!!

    Von wegen weniger Teenager-Schwangerschaften!! Es wird einfach nur mehr Abtreibungen geben und deren Folgen, die die Familien dann zu tragen haben. Die ganze Sexualerziehung liegt auch im Interesse der Pharmaindustrie!! Insofern kann ich auch auf irgendwelche Experten in diesem Bereich verzichten, weil wertefreies Unterrichten, gerade im Bereich der Sexualaufklärung, gar nicht möglich ist!! Bevor Sexualaufklärung gross aufgegleist wird, sollte den Kindern Werte vermittelt werden, die sie befähigen, tragfähige Beziehungen einzugehen und in allen Lebensbereichen selbstverantwortlich zu handeln.

  • Jamc am 18.04.2012 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    "Sexboxen"

    haben im Kindergarten nichts zu suchen ... hat nichts mit Moral zu tun, nur gesundem Menschenverstand. Wieviele eure Kinder üben Sexstellungen mit ihre Barbiepuppen ? ... vermutlich gar keiner, somit erübrigt sich die Diskussion über irgendein "Aufklärungsdrang". Alles zu seiner Zeit.

  • Fritz Frohmut am 18.04.2012 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sodom & Gomorra

    Zu früh? Ich kann mich gut erinnern, dass wir im Kindergarten, auf dem Heimweg, Witze übers "Füfi ins Weggli stecken" gemacht haben. ....und uns dabei prächtig amüsiert haben. Wohlgemerkt - das war vor 40Jahren....Also, wenn die Kleinen heut damit überfordert sind - psychobiologische Rückentwicklung gibts ;-) Oder handelt es sich da bloss um einen verkrampften Umgang mit der Sexualität seitens einiger Frömmeler? :->

  • Pit Rorschach am 18.04.2012 07:02 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst Kinder Kinder sein

    Als ich 9 war wusste ich, dass es zweierlei Leute gibt: Reformierte und Katholische. Lasst doch die Kinder Kinder sein und ihren Sextrieb natürlich entwickeln, ohne Zutun irgendwelcher Pädagogen. Die Elterm merken schon, wann der Zeitpunkt für eine gute Aufklärung gekommen ist.