Ringkampf

07. August 2012 23:18; Akt: 08.08.2012 01:46 Print

Das IOC stoppt Inserate von Hilfswerk

von Jeremias Büchel - Abseits des olympischen Geschehens in London kämpfte David gegen Goliath und unterlag: Das Schweizer Hilfswerk Helvetas muss ein Inserat zurückziehen.

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Die Gläseranordnung ähnelt dem Olympiasymbol.

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Das Schweizer Hilfswerk Helvetas wollte die Gunst der Olympischen Spiele in London nutzen und mit einem kreativen Inserat auf die Wasserproblematik in Afrika aufmerksam machen. Es machte die Rechnung aber ohne das Internationale Olympische Komitee (IOC): Dieses hatte gar keine Freude an den Inseraten, die in Schweizer Zeitungen erschienen. Grund des Anstosses ist die Anordnung der Gläser. «Alles, was wie ‹drei Ringe oben, zwei unten› aussieht und somit die olympischen Ringe impliziert, verletzt unsere Markenrechte. Das müssen wir ahnden», so Gian-Carlo Schmid von Swiss Olympic. Das IOC beauftragte ihn, bei Helvetas vorstellig zu werden. «Freundlich, aber bestimmt wurden wir von Swiss Olympic aufgefordert, das Inserat von der Website zu entfernen und die Verbreitung zu stoppen», so Matthias Herfeldt, Mediensprecher von Helvetas.

Laut Markenrechtspezialistin Céline Schwarzenbach von der Kanzlei Schneider Feldmann ­hätte Swiss Olympic vor Gericht ­allerdings kaum ­Erfolg: «Markenrechtlich geschützt haben sie nicht fünf Wassergläser.» Auch eine zweite Werbeexpertin sieht im Inserat keine ­Markenrechtsverletzung. Dennoch sei es nicht kleinlich, dass das IOC und Swiss Olympic selbst während der Olympischen Spiele Zeit finden, ein ­kleines Hilfswerk zu ­mahnen: «Es geht ­darum, Präzedenzfälle zu vermeiden.»

Helvetas hat das Inserat mittlerweile gelöscht, um sich ­sicher keinen Ärger einzuhandeln: «Wir werden unsere Spendengelder sicher nicht für Rechtshändel mit Swiss Olympic ausgeben. Das wäre verantwortungslos.»

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat Nik am 09.08.2012 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Dann macht die Werbung doch einfach auf noch kreativere Art. z.b eine Szene eines 100m Starts, und los gehts....alle rennen sich die Lunge raus, um sich am Ende auf ein Glas Wasser und ein Stück Brot zu werfen. Für Gold? Es gibt Länder da würden Sie nur schon für sauberers Wasser den Weltrekord in 100m brechen.....traurig

  • Carmen am 08.08.2012 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kleine Änderung - gleiche Wirkung

    Ich finde die Idee gut. Wieso nicht einfach die Gläser anderst anordnen (Kreis , Dreieck, etc) oder die Menge verändern (viel mehr Gläser (ganzer Hintergrund) Aussage ist die gleiche und Message/Wirkung kommt an !! Und es gibt kein Problem mit vorgeschobenen markengerechte

  • Andreas Kyriacou am 08.08.2012 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Werber aufgepasst:

    Nicht nur Wassergläser, alle möglichen Alltagsgegenstände könnten unbeabsichtigterweise mit den Olympischen Spielen in Verbindung gebracht werden. Auch solcherlei beispielsweise: bit.ly/OlympEPO

    • Tom Berger am 08.08.2012 12:03 Report Diesen Beitrag melden

      Völlig unbeabsichtigt ;-)

      Besonders die Dopingmittel stehen natürlich überhaupt nicht in Zusammenhang mit der Olympiade :D

    einklappen einklappen
  • Lieber am 08.08.2012 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    IOC - Ade

    Ist doch eine riesen Frechheit. Da macht ein Hilfswerk auf die extrem ungerechten Bedingungen in Afrika aufmerksam, und das IOC, welches notabene rekordmässige mehr als 7 Milliarden (!) umsetzt, verhindert dies mit einer Klage. In was für einer Welt leben wir? Es geht nur ums Geld. Dass Menschen verhungern und verdursten interessiert die Reichen nicht.

    • Topan S. am 08.08.2012 15:49 Report Diesen Beitrag melden

      That's life

      Du hast es erkannt. So ist das nun mal.

    einklappen einklappen
  • Dave am 08.08.2012 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ein hoch auf unsere Rechtsverdreher

    Ein Hoch auf marken- und Urheberrechte. Traurige geste von IOC. Vielleicht hätte man ein Auge zudrücken können, schliesslich wird damit Menschen geholfen. Geld ist halt noch immer mehr Wert als Menschenleben. Traurige Geste...

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