Initiative gescheitert

27. April 2016 12:32; Akt: 27.04.2016 18:16 Print

Nationalrat gönnt Vätern keine bezahlte Auszeit

Pech für frischgebackene Väter: Der Nationalrat ist gegen die Einführung eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaubs.

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«Teure Geste, die wir uns nicht leisten können»: Die Initiative zum bezahlten Vaterschaftsurlaub ist damit vom Tisch. (Bild: Colourbox)

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Der Nationalrat hat eine parlamentarische Initiative zur Einführung eines bezahlten Vaterschaftsurlaubs von CVP-Nationalrat Martin Candinas (GR) mit 97 zu 90 Stimmen bei 5 Enthaltungen abgelehnt. Diese ist damit vom Tisch.

Candinas hatte vorgeschlagen, den Vaterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO) zu finanzieren. Väter sollten während des Urlaubs 80 Prozent des Erwerbseinkommens erhalten, maximal 196 Franken am Tag. Die Kosten von rund 200 Millionen Franken würden von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam finanziert. Nach dem gleichen Modell haben Mütter seit Juli 2005 Anspruch auf einen 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub.

Nach Ansicht von Candinas ist die Präsenz der Väter nach der Geburt unerlässlich für einen guten Start ins Familienleben. Ein Vaterschaftsurlaub trage auch zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei. «Er ist für die Familie und die ganze Gesellschaft sinnvoll», sagte Candinas. Bei vielen grossen Unternehmen sei der Vaterschaftsurlaub heute normal. Viele KMU könnten sich das aber nicht leisten.

«Teure Geste, die wir uns nicht leisten können»

Maja Ingold (EVP, ZH) kritisierte, dass die hängige Reform der Altersvorsorge gegen den Vaterschaftsurlaub ausgespielt werde. Wenn man so argumentiere, werde ein solcher nie eingeführt. Der EO-Satz spielt in dem Zusammenhang eine Rolle, weil eine Senkung des EO-Beitragssatzes höhere AHV-Beiträge teilweise kompensieren könnte. Der Bundesrat hat den EO-Satz letzten Herbst von 0,5 auf 0,45 Lohnprozente gesenkt.

Es sei wichtig, dass die Väter von Anfang an ihren Beitrag ans Familienleben leisteten, sagte Kommissionssprecherin Regine Sauter (FDP, ZH). Darum gewährten viele Unternehmen ihren Mitarbeitenden zusätzliche Freitage. Der Ausbau der Sozialversicherungen liege hingegen «quer in der Landschaft», sagte Sauter. Sie sprach von einer «teuren Geste, die wir uns nicht leisten können». Es liege in der Eigenverantwortung der Familien, sich zu organisieren.

(pat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nina am 27.04.2016 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Paradox

    Macht weiter so. Schafft die Familien ab. Hauptsache die Kasse stimmt!

    einklappen einklappen
  • Eine Frau am 27.04.2016 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Normal?

    Nicht normal!! Hauptsache man arbeitet nonstop und keine zeit für familie. Die ersten wochen nach der schwangerschaft ist es gut wen man den mann zuhause hat. Den jede frau benötigt hilfe. Ich spreche aus erfahrung-.-

    einklappen einklappen
  • Bruno. R. am 27.04.2016 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gleiche Revhte für Männer

    Dann brauchts jetzt halt eine Initiative.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Adam Eva am 16.05.2016 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Nun mal halb so wild. Uns wurde schon gekündigt, wenn wir heirateten. Wir unterstützen Doppelverdienst nicht, hiess es. Dann waren wir für die Kinder da. Und was ist jetzt? Man wirft uns Rentenklau vor

  • Bonifatz am 27.04.2016 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Wir(das Volk) können uns diesen Urlaub schon noch holen wenn wir das gemeinsam wollen. Nur weil der Nationalrat abgelehnt hat heisst das auf längere Zeit gar nichts.

  • clini am 27.04.2016 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Familienfeindlich

    Echt traurig die vielen Kommentare zu lesen,die kein Verständnis für Familien haben. Unglaublich das ein so reiches Land nicht imstande ist einen Vaterschaftsurlaub von nur zwei Wochen zu finanzieren. Andere Länder schaffen das auch,wo der Mann sogar mehrere Monate Vaterschaftsurlaub bekommt!! Die Schweiz ist so ein Familienfeindliches Land!!!

  • Beat Bachmann am 27.04.2016 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vaterschaftsurlaub soll nicht tabu sein

    ich bin nicht einverstanden, dass arbeitszeiten vom parlament immer mehr liberalisiert werden in richtung immer später abends. darum bin ich auch nicht einverstanden, dass das selbe parlament einen vaterschaftsurlaub ablehnt!!! vielleicht die einzigen 2 wochen um einmal richtig vater zu sein ohne todmüde nach hause zu kommen, von der arbeit für familienpflichten!!!

  • @RalfSenatoreZ am 27.04.2016 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jumjum

    Wieder +50k Ja-Stimmen fürs BGE. :)