Umfrage unter Autofahrern

17. Mai 2017 06:48; Akt: 17.05.2017 06:48 Print

Drängler und fehlende Parkplätze kosten Nerven

60 Prozent der Schweizer Autofahrer ärgern sich über Drängler. Nur halb so viele stören sich hingegen über zu schnelles Fahren. Das zeigt eine Umfrage der Versicherung Axa Winterthur.

Bildstrecke im Grossformat »
Eine Umfrage der Axa Winterthur zeigt: Die Schweizer Autofahrer ärgern sich am meisten über zu wenig Abstand. Dieselbe Situation empfinden sie auf der Autobahn auch als am gefährlichsten. In der Stadt hingegen sorgen andere Kriterien für Ärger Um Drängeln zu vermeiden, rät die Axa, die 2-Sekunden-Regel einzuhalten: Passiert man einen Punkt in weniger als zwei Sekunden nach dem vorausfahrenden Auto, hält man zu wenig Abstand ein. Auf zweithäufigsten nerven sich die Schweizer Autofahrer über das Handy am Steuer. Auf Platz drei der nervigsten Situationen für Autofahrer: Nach dem Überholen knapp vor einem einschwenken. Am wenigsten Sorgen bereitet Essen und Trinken am Steuer. Auch wenn jemand bei einer grünen Ampel nicht gleich losfährt, bleiben die Schweizer gelassen. Hupen oder Lichthupen nervt die Autofahrer auch eher wenig. Bei den Gefahren auf der Autobahn belegt die schlechte Sicht oder Nebel Platz eins. Dass diese Furcht nicht unbegründet ist, zeigen zahlreiche Beispiele – etwa jenes vom Januar 2017, als es auf der A3 zwischen Reichenburg und Bilten bei dichtem Nebel zu einer Massenkarambolage kam. Töfffahrer wirken kaum gefährlich. Lastwagen auf der Autobahn empfinden die Befragten eher weniger gefährlich. Im Stadtverkehr stören sich die meisten Autofahrer an den fehlenden Parkplätzen. Am zweithäufigsten nerven sich die Stadt-Autofahrer über die Verkehrsdichte. An dritter Stelle folgen die Velofahrer. Einbahnstrassen sorgen im Stadtverkehr für am wenigsten Ärger. Fussgängerstreifen sind auch selten Grund für Ärger. Trams und Busse nerven die Autofahrer ebenso wenig.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im Strassenverkehr kann so manche Situation für Ärger sorgen. Der Versicherer Axa Winterthur wollte es aber genau wissen: Was nervt Schweizer Autofahrer bei anderen Lenkern? Insgesamt 1200 Schweizer wurden dazu befragt. Und die Auswertung zeigt: Am nervigsten sind Drängler. 60,4 Prozent gaben an, dass sie sich oft oder sehr oft über zu wenig Abstand ärgern. Mit 54,9 Prozent auf Platz zwei sind Autofahrer, die am Steuer ihr Smartphone benutzen. An dritter Stelle (54,1 Prozent) stehen jene Lenker, die nach einem Überholmanöver knapp vor einem einschwenken.

Umfrage
Was nervt Sie als Autofahrer am meisten?

Am wenigsten stören sich die Schweizer über Essen oder Trinken am Steuer (13,2 Prozent). Auch nicht sofortiges Losfahren bei grüner Ampel lässt die Autofahrer eher kalt (18,6 Prozent). Und auch Hupen oder Lichthupen stört lediglich 19,6 Prozent. Auffällig: Schweizer Autofahrer nerven sich über zu langsame Fahrer mehr (41,4 Prozent) als über zu schnelle (29,6 Prozent).

«Ist man abgelenkt, geht wertvolle Zeit verloren»

Der Versicherer warnt: Zu dichtes Auffahren und Handynutzung am Steuer sind nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich. «Mehr als ein Drittel der bei der Axa Winterthur gemeldeten Motorfahrzeugschäden sind Auffahrkollisionen zuzuordnen», heisst es in einer Mitteilung. «Die Hauptursachen dafür sind nicht eingehaltener Abstand sowie Unaufmerksamkeit des Lenkers», führt Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung & Prävention, aus.

Die Unfallforscherin betont, dass mit genügend Abstand viele Kollisionen vermieden werden könnten. Doch auch die Konzentration spielt eine Rolle: «Bremsen kann man erst, wenn man die Gefahr gesehen hat und reaktionsfähig ist. Das allein dauert bis zu einer Sekunde. Ist man abgelenkt und kann dadurch erst verzögert reagieren, geht wertvolle Zeit verloren, die nachher für das Bremsen fehlt.»

In der Stadt nerven fehlende Parkplätze am meisten

Doch die Schweizer sind sich der Gefahr eigentlich bewusst, wie die Umfrage weiter zeigt. 83 Prozent gaben nämlich an, dass sie zu wenig Abstand auf der Autobahn besonders gefährlich finden. Das zweitgrösste Risiko stellt Schlechte Sicht oder Nebel dar (78,5 Prozent), gefolgt von Regen (71,5 Prozent). Am wenigsten gefährlich empfinden die Autofahrer auf der Autobahn Töfffahrer (30,4 Prozent) und Lastwagen (31,6 Prozent).

Die Töfffahrer scheinen aber auch im Stadtverkehr einen guten Ruf zu besitzen, denn bei der Frage, was die Autofahrer dort am meisten ärgere, landen sie ebenfalls auf den hinteren Rängen (13 Prozent). Am wenigsten stören sich die Befragten allerdings an Einbahnstrassen (8 Prozent), Fussgängerstreifen (9 Prozent) oder Trams und Bussen (9,4 Prozent).

Für rote Köpfe sorgen hingegen bei jedem zweiten Autofahrer fehlende Parkplätze. Auch die generelle Verkehrsdichte nervt 39 Prozent der Befragten. Auf Rang drei schaffen es die Velofahrer, über die sich 32,8 Prozent ärgern.

(vro)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sai mon am 17.05.2017 06:53 Report Diesen Beitrag melden

    Grösstes Ärgernis

    ...sind schleicher.. wenn ihr es euch nicht zutraut, fahrt mit dem Zug...

    einklappen einklappen
  • Moimoi am 17.05.2017 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    Komische Statistik

    Also da könnte ich noch ganz andere Sachen aufzählen;-) Generell nervt es mich am meisten, wenn die Lenker nicht flüssig fahren, oder solche, die um jede kleine Kurve bremsen. Bei den aufgeführten Antworten, finde ich die Snartphonebenützer die gefährlichsten, denn diese sind oft Unfallverursacher, da sie einfach nicht mit den Augen auf der Strasse sind.

  • Estehr am 17.05.2017 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Drängler

    nerven, warum hält denn kaum ein Autofahrer den notwendigen Sicherheitsabstand ein? Velofahrer in der Stadt finde ich viel schlimmer, denn für die gilt die StVV scheinbar nicht.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Joe251 am 18.05.2017 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechts fahren!

    Drängler...? Dann fahren sie alle doch mal mindestens 120 auf der Bahn (Tacho ca. 128) und nach dem überholen zurück auf rechte Spur. Und wenn jemand schneller fahren will, dann bitte lasst ihn/sie. Ihr seid keine Polizisten. Er/Sie bezahlt die Busse, nicht ihr. Und bei fixen Radars kann man auch mit 128 durchfahren,jedenfalls nich mit 110, mit dem "Ich kenn mich hier aus" Blick. Und ja, Rückspiegel sind da um diese zu gebrauchen. Sms +Co...geht gar nicht. Drängler...das ich nicht lache...

  • Männer Ohne Nerven am 18.05.2017 02:40 Report Diesen Beitrag melden

    Beamen oder Fahren

    da wir uns noch nicht durch die Gegend beamen können sollten wir das reisen von a nach b geniessen und genug zeit mit bringen. Und nicht vergessen, jeder auf der Strasse muss irgendwohin, genau wie du & ich auch.

  • Unternehmer am 17.05.2017 22:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ich fahre seit 60 Jahren LKW und PKW

    Glücklicherweise nie einen grösseren Unfall oder Busse. Seit meiner Pensionierung nehme ich mir Zeit, dh. trotz meinen PS-Starken Fahrzeugen fahre ich Defensiv. Jahrelang fuhr ich von Bern-nach Chur, und habe beim "Rasen" auf dieser Strecke keine 15 Min einsparen können. Ich stellte dabei fest, dass ich geruht am Ziel ankam und gleich noch Treibstoff und Fahrzeugreparaturen (Pneus etc.) gespart habe.

  • Hotwith am 17.05.2017 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grosse klappe nix dahinter

    60.4% haben was gegen drängler - zu wenig abstand ,nur 80-90% machen genau das.aber vorne durch ne grosse klappe schwingen.ich werde oft bedrängt gelicht gehupt ect.weil ICH genau ddn halben tacho abstand einhalte und nicht 4-8 meter.Was den abstand anbelangt hat keiner ne chance gegen mich.klingt eig weiss,nur es ist soooo einfach,nicht mal die polizei hält sich an den abstand,das sagt alles und was alles sagt,da wird mir schlecht,da sieh man fahrschüler mit dem lehrer-abstand-fehlanzeige.darum verwunderts mich nicht mehr,wenn mans nicht mehr lernt sprich falsch lernt.

    • Tom am 17.05.2017 21:41 Report Diesen Beitrag melden

      Typische Sache....

      Sehe genau dieses Abstandsproblem jeden Tag.... ich halte konsequent 50m Abstand und lasse bei Einfahrten Leute rein. Wird aber leider mit Vogel zeigen und Lichthupen belohnt... Auch Lastwagenfahrer halten keinen Abstand in diesen Zeiten.... Arme Menschen... Egoismus war selten so gut sichtbar...btw... ich kann eigentlich konstant 30 fahren, auch im Stau...

    einklappen einklappen
  • Gian-Reto am 17.05.2017 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Frage des Nummernschildes

    Ich habe mir mal in D ein Auto gemietet (natürlich mit deutschem Nummernschild), musste damit aber auch noch durch die CH. Das war wirklich eine Offenbarung wie anders man dann hier im Strassenverkehr behandelt wird. Fast durchgehend wurde ich bedrängt, angeblinkt und habe sämtliche unschönen Gesten miterlebt. Ich frage mich immer noch was das für Leute sind, die sich auf der Strasse plötzlich so verhalten, aber auf jeden Fall werde ich mir das nicht nochmal antun.

    • Ruth am 17.05.2017 22:06 Report Diesen Beitrag melden

      Krasses Verhalten

      Bin leider häufiger mit meinem deutschen Nummernschild unterwegs. Da wird man immer überholt, auch wenn man knapp über 80 auf der Landstrasse unterwegs ist oder mit 125 auf der Autobahn. Fahre ich mit dem CH-Auto meiner Schwester, kein Problem. Da lernt man seine Landsleute aus einem anderen Blinkwinkel kenne und man schämt sich Schweizer zu sein!

    einklappen einklappen