Hausarrest

10. September 2010 16:20; Akt: 10.09.2010 16:45 Print

Gesalzene Rechnung für RappazGesalzene Rechnung für Rappaz

Sein Hungerstreik kommt Hanfbauer Bernard Rappaz teuer zu stehen. Der Kanton Wallis schickt seinem bekanntesten Rebellen eine erste Rechnung über 44 000 Franken.

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Hungerstreik und Proteste nützten nichts: Rappaz muss nicht nur seine ursprünglich verhängten 5 Jahre und acht Monate Gefängnis absitzen. Jetzt wurde er auch noch zu einem Jahr zusätzlich verurteilt, wegen Delikten, die er vor 2002 begangen hat. 30. August 2010: Rappaz ist erneut in den Hungerstreik getreten. 29. Juli 2010: Bernard Rappaz ist zurück auf seinem Hof, wo er nach einem Hungerstreik seine Freiheitsstrafe vorläufig in Form von Hausarrest absitzen wird. 10 Mai 2010: Bernard Rappaz während seiner Knastferien auf seinem Bauernhof. 17. März 2010: Rappaz lädt zur Pressekonferenz im bedeutungsvollen Farinet-Rebberg. Einen Tag zuvor hatte er seine Haft antreten müssen. 13. Januar 2006: Rappaz reicht mit Aktivisten des Komitees «Pro Jugendschutz gegen Drogenkriminalität» in Bern 105 000 Unterschriften der Volksintiative für eine vernünftige Hanf-Politik mit wirksamem Jugendschutz ein. 2. November 2006: Rappaz während des Prozesses vor Gericht in Martigny. 25. Februar 2002: Eine letzte Zigarette mit seiner Familie vor dem Haftantritt im Gefängnis von Sion. 24. Februar 2002: Eine letzte Henkersmalzeit im Farinet-Weinberg am Tag vor seinem Haftantritt. 4. Februar 2002: Die Famillie Rappaz nach einer Pressekonferenz auf seinem Bauernhof in Saxon. 4. Februar 2002: Immer wieder bedient sich Rappaz der Presse. 25. Januar 2002: Rappaz mit seinem Sohn im Spital von Martigny. 28. November 2001: Rappaz wird ins Gericht in Sion geführt. 20. November 2001: Die Polizei hat das Hanffeld von Rappaz geräumt. 2. November 2000: Rappaz freut sich über die gute Hanfernte. 26. Juni 1997: Andy Stafforte, Mauro Berini, Bernard Rappaz und Claude Rey (vlnr), Vorstandsmitglieder der Schweizer Hanfkoordination, präsentieren in Bern unter dem Motto «Hanf - Die Wachstumsbranche» verschiedene, aus Hanf hergestellte Artikel.

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Der Hausarrest von Bernard Rappaz hat gut 44 000 Franken gekostet - rund 1460 Franken pro Tag. Die Rechnung dafür geht an den Hanfbauer. Dies erklärte die Walliser Sicherheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten am Freitag dem Kantonsparlament.

Rappaz hatte rund 30 Tage auf seiner Farm in Saxon VS im Hausarrest verbracht. Dafür wurde eine private Sicherheitsfirma mit der Überwachung Rappaz' beauftragt. Die Kosten dafür belaufen sich auf 42 000 Franken. Der Restbetrag beinhaltet die Kosten für zusätzlich eingesetzte Polizisten und für das Material zur Sicherung der Umgebung.

Zudem erklärte Waeber-Kalbermatten, Rappaz müsse auch einen Teil der Spitalkosten - rund 16 000 Franken - tragen. Wegen seines Hungerstreiks war der Hanfbauer zuerst ins Genfer Unispital eingeliefert und später ins Berner Inselspital verlegt worden.

Im Parlament war die Sicherheitsdirektorin auch auf die mögliche Zwangsernährung Rappaz' angesprochen worden. Sie konnte jedoch nicht sagen, wie diese schliesslich durchgeführt werden sollte. Sie verwies lediglich darauf, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Zwangsernährung nicht ausschliesse. Zudem erklärte sie, sie habe bei ihren Entscheidungen die Unterstützung des Gesamtregierungsrates.

Rappaz befindet sich zurzeit wieder im Gefängnis, wo er Ende August erneut in den Hungerstreik getreten ist. Als das Bundesgericht in Lausanne am 26. August seine Beschwerde - ihm einen Haftunterbruch zu gewähren - abgelehnt hatte, liess ihn die Walliser Regierungsrätin umgehend zurück ins Gefängnis bringen. Zudem hatten die Lausanner Richter Grünes Licht für eine Zwangsernährung gegeben.

(sda)