Drei Tote

04. August 2017 11:10; Akt: 04.08.2017 15:08 Print

Seilschaft am Piz Bernina abgestürzt

In Graubünden ist eine Alpinistengruppe 300 Meter in die Tiefe gestürzt. Alle drei Bergsteiger der Seilschaft sind gestorben.

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Seilschaft abgestürzt: Drei tote Bergsteiger am Piz Bernina im Kanton Graubünden. (Archiv) Bild: Kapo Graubünden

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Am Piz Bernina im Engadin ist am Donnerstag eine Dreier-Seilschaft in den Tod gestürzt. Alle drei Personen stürzten am Biancograt, auf 3600 Metern über Meer, rund 300 Meter in die Tiefe.

Wie die Bündner Polizei am Freitag informierte, befand sich die Gruppe am Donnerstag kurz nach halb acht Uhr morgens auf dem Aufstieg zum 4048 Meter hohen Piz Bernina. Auf der klassischen Aufstiegsroute über den Biancograt, auf einer Höhe von rund 3600 Metern über Meer, stürzte die Gruppe gut 300 Meter in die Tiefe. Weitere Alpinisten beobachteten den Absturz und alarmierten die Rettungskräfte.

Bergung einen Tag später

Eine Rega-Crew konnte am Donnerstag nur noch den Tod der drei Personen feststellen. Wegen Steinschlags am Fundort war die Bergung der drei Verunfallten am gleichen Tag weder vom Boden noch von der Luft aus möglich.

Die Bergung wurde am frühen Freitagmorgen durch einen Helikopter der Air Bernina mit Rettungsspezialisten des SAC sowie einem Rega-Arzt durchgeführt. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft untersucht die Kantonspolizei Graubünden die genaue Ursache, die zum Absturz der drei Personen führte.

Weitere Angaben zum Unglück waren am Freitagmorgen nicht zu erhalten. Die Polizei konnte nicht sagen, welche Nationalitäten die Verunglückten haben. Noch keine Auskunft gab es überdies zur Frage, ob es sich bei den Opfern um Männer oder Frauen handelt. Die formelle Identifikation der Gruppenmitglieder sei im Gang, hiess es bei der Bündner Kantonspolizei.

Zweiter tödlicher Absturz innert zweier Tage

Erst am Vortag war am Piz Bernina eine 32-jährige deutsche Alpinistin ausgerutscht und 600 Meter tief in den Tod gestürzt. Der Unfall ereignete sich ebenfalls am Biancograt.

Aktuell herrschen im Gebirge wegen der grossen Hitze schwierige Bedingungen. Neben dem Gewitterrisiko erhöht der aufgeweichte Firnschnee die Gefahr von Abstürzen, wie Ueli Mosimann, Sicherheitsverantwortlicher des Schweizer Alpen-Clubs (SAC), auf Anfrage erklärte.

Mit dem jüngsten Unfall am Piz Bernina sind nach einer Zählung der Nachrichtenagentur sda allein seit Anfang Juli mindestens 16 Personen in den Schweizer Alpen tödlich abgestürzt, darunter je eine Zweierseilschaft am Mönch im Berner Oberland und am Grand-Combin im Wallis. Zudem wurde am Sonntag eine amerikanische Alpinistin auf dem Matterhorn-Gipfel vom Blitz erschlagen.

(mch/sda)