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Notmassnahmen
11. Juni 2012 13:11; Akt: 11.06.2012 13:47 Print
SBB erhöhen Kapazität am Simplon massiv
Mit der Gotthard-Strecke ist die Hauptschlagader des Güterverkehrs blockiert. Dank Notmassnahmen können die SBB bereits 40 Prozent des Güterverkehrs vom Gotthard über die Simplon-Achse leiten.
Seit dem Gotthard-Felssturz herrscht bei den SBB der Ausnahmezustand. Vor allem der Güterverkehr ächzt unter der mindestens vierwöchigen Sperrung der Gotthard-Achse. Die SBB-Planer haben in den vergangenen Tagen akribisch nach Möglichkeiten gesucht, um mehr Züge über die Lötschberg/Simplon-Strecke schicken zu können. Mit Erfolg: Seit Montag fahren neu 135 statt wie bislang 115 Züge über die Ausweichroute. Bereits letzte Woche hatten die SBB auf der Simplon-Strecke die Kapazität von 90 auf 115 Züge erhöht.
Video
Der Felssturz aus der Luft
Post setzt auf Lastwagen
Die Post kommt nun mit dem LKW statt dem Zug ins Tessin. Nachts sind 20 Lastwagen mit Anhängern auf der Gotthardautobahn unterwegs, die sonst nur in Ausnahmefällen fahren. Sie bringen Briefe und Pakete ins Verteilzentrum nach Cadenazzo TI.
Während der Sperrung des Tunnels wird die Post noch mehr Lastwagen einsetzen, weil die Fahrt über den Gotthardpass mit Anhängern nicht möglich ist. Die Nachtfahrsperre gilt für die Post nicht. (sda)
«Wir sind nun imstande, 40 Prozent des Güterverkehrs vom Gotthard über die Simplon-Achse abzuwickeln», sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig zu 20 Minuten Online. Zusätzliche Kapazität habe man mit der Streichung von Autozügen geschaffen. Zudem werde der Rangierbahnhof in Basel als Puffer für wartende Güterzüge gebraucht. «Von dort aus schicken wir sie in einem klaren Zeitfenster auf die Piste und können so die Kapazitäten erhöhen», so Ginsig. Damit verfügten die Güterunternehmen nun wieder über fixe Zugtrassen, was deren Planung massiv erleichtere. Wegen des neuen Güterzug-Regimes könne es allerdings zu Verspätungen im Personenverkehr kommen, warnt Ginsig.
Sprengung wohl erst Ende Woche
Die SBB warten derzeit gespannt auf die Ergebnisse des geologischen Gutachtens des instabilen Hanges bei Gurtnellen. Klar ist: «Erst nach der Sprengung können die weiteren Arbeiten beginnen», so Ginsig weiter. Wann die noch im Hang hängenden Felsbrocken gesprengt werden, wird am Montagabend entschieden. Der SBB-Sprecher rechnet aber nicht damit, dass die Sprengung vor Ende Woche stattfinden kann.
(am)
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Alle 16 Kommentare

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Europa und die Alpen
Für denn Güterverkehr gäbe es noch denn Weg via Olten-Biel-Lausanne-Wallis,da man aber international(Eurozone) handelt, müssen die Güter direkt,schnell und sehr günstig von A nach B gelangen. Dadurch und auch Politisch gibts die Universallokführer nicht mehr,diese Spezies wäre in solchen fällen auf allen Zugstypen flexibl einsetzbar.
Gotthard
Liebe Leser was Fehlt ist die gute alte Kutsche über den Gotthard.Warum hat man die nur wegenommen???
Fährt immer noch
Die Kutsche gibt es sehr wohl noch. Sie fährt vorzugsweise an Stauwochenenden über die Passstrasse und behindert dort den Verkehr auch noch (und zwar massiv).
Und plötzlich geht es doch!
Da fühlt man sich wirklich für dumm verkauft. Zuerst hat es immer geheissen, der Lötschberg sei am Anschlag und nicht in der Lage, mehr Gütertransporte zu übernehmen und nun eine Steigerung von 40%. Es scheint mir, dass die SBB ganz bewusst die Güter durch den Gotthard zu schleusen versucht, mit der entsprechenden Lärmbelastung der Anwohner.
Zwängerei
Natürlich muss der Lötschberg als am-Anschlag gelten. Nur so kann auch der zweite, im Rohbau bereits erstellte Bahntunnel durchgezwängt werden. Der Kanton BE spuckte schon am ersten Tag des Felsrutsches grosse Töne auf die "dringend notwendige" Kapazitätserweiterung. Die Baulobby lässt grüssen.
Richtig lesen bitte
Sry, aber hast du den artikel auch gelesen? Es sthet es seine Autotransporte am Lötschberg gestrichen worden, und beim Personenverkehr kommt es zu verspähtungen. Das sind notmassnahmen, und kann wohl kaum zum dauerzustand werden. Verstehe nis heute nicht wieso man nicht noch eine Mrd in den Lötschberg steckte um ihn ganz zweispurig zu machen.
Und plötzlich geht es doch ...
...genau für solche Unannehmlichkeiten und Notfälle müssen eben eine bewstimmte Anzahl von "freien Trassen" frei gehalten werden. Wie sollte es sonst funktionieren, daß bei einem Vorfall/Unfall und max. Auslastung der Verkehr sonst umgeleitet werden kann?
Nadelöhr ist nicht am Lötschberg!
Das Problem ist nicht der Lötschberg Tunnel, sondern der Simplon. Am Lötschberg gibt es zusammen mit der Bergstrecke (die aber erhöhten Traktionsaufwand für die Züge bedeutet) grundsätzlich genug Trassen. Das Nadelöhr Simplon bleibt aber auch beim Ausbau des LBT bestehen. Die gestrichenen Autozüge verkehrten zudem von Brig nach Iselle (siehe SBB HIM).
Neat Kosten 40 Mia.
ganz einfach, die Strecke gehört unter den Boden. Es kann ja nicht sein, dass man am Schluss 40 Mia. für die NEAT ausgiebt und dann beim ersten grösseren Unwetter alles still steht, ganz zu schweigen vom Lärm was die Güterzüge verursachen. Die Naturgewalten werden in den nächsten 10 Jahren massiv zunehmen!
Lesen und Denken, bitte!
Wie im Artikel steht: Der Personen- und Autoverladeverkehr leidet aber stark darunter! Wer einmal pro Jahr ins Wallis einen Ausflug macht, dem ist das vermutlich egal. Aber möchten Sie als Walliser bei jeder Reise Richtung Bern (z.B. täglich oder wöchentlich - geschäftlich, für die Berufsschule, fürs Studium, ...) mit massiven Verspätungen wegen Güterzügen konfrontiert werden? Und: Man läuft jetzt wirklich am Anschlag, so dass keine weiteren Störungen oder Wartungs-/Bauarbeiten abgefangen werden können ohne dass es zum Chaos kommt. Das alles kann ja wohl nicht zum Dauerzustand werden, oder?
Schon mal was ...
Schon mal was von (Notfall)Reserve gehöhrt? Welche im normalen Betrieb bewusst nicht genutzt wird? Zudem haben jetzt wahrscheinliche verspätungen beim Personen verkehr. Beim Kapaitätsmanagement bverplant man nie 100% sondern nur 60-80 % (Je nachdem um was es geht). Also keine Amateur-Kritik von solchen die keine Ahnung haben!