Scuol GR

23. Juli 2015 11:45; Akt: 23.09.2015 19:16 Print

«Als die Schlammlawine kam, wurde es sehr laut»

Wegen einer Schlammlawine in Scuol mussten 140 Personen von zwei Ferienlagern evakuiert werden. Sie wurden in eine Zivilschutzanlage gebracht.

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Durch den starken Regen ging am Mittwochabend kurz nach 21 Uhr eine Rüfe im Gebiet Pradella nieder. Die Feuerwehr Pisoc brachte in den folgenden zwei Stunden 140 Personen aus drei Gebäuden, die sich in der Gefahrenzone befanden, in Sicherheit.
Sie wurden von der Kantonspolizei Graubünden und der Gemeinde Scuol unterstützt.

In zwei der drei Gebäude waren Ferienlager untergebracht. Eine Gruppe stammte aus dem Kanton Zürich. Das andere betroffene Ferienlager ist das «Sola Pradella», das von der Freien Evangelischen Gemeinde in der Schweiz und der Action Biblique Schweiz organisiert wurde. Die zwischen 11 und 16 Jahre alten Teilnehmer stammen aus der gesamten Deutschschweiz. «Insgesamt waren wir 94 Personen – 66 Kinder, 23 Leiter und die Küchenmannschaft», sagt Sprecher Matthias Kradolfer.

Laut Kradolfer hat sich die Situation bereits vorher zugespitzt: «Der Bach stieg an und wurde grösser und lauter», so Kradolfer. Zum Glück habe man die Situation ständig verfolgt. «Als dann die Schlammlawine kam, wurde es sehr laut», so Kradolfer. Schnell habe man alle Teilnehmer ins obere Stockwerk befördert. «Dort haben wir dann auf Hilfe gewartet», so Kradolfer. «Wir haben gesungen und gebetet.» Dadurch sei die Angst schnell verflogen.

Nach kurzer Zeit sei bereits die Feuerwehr gekommen: «Sie mussten uns über das Dach holen, weil die Eingänge durch die Schlammlawine versperrt waren», so Kradolfer.

Es entstand hoher Sachschaden

Die Evakuierung erfolgte ohne Zwischenfälle, wie die Kantonspolizei Graubünden am Donnerstag mitteilte. Die Kinder und ihre Betreuer verbrachten die Nacht in der Zivilschutzanlage der Gemeinde Scuol, die auch die Versorgung der Evakuierten sicherstellte.

Am Schadenort stellte die Feuerwehr Pisoc während der Nachtstunden eine Wache auf. An den betroffenen Gebäuden und an mehreren Fahrzeugen, die in unmittelbarer Nähe des Schadenorts parkiert waren, entstand grosser Sachschaden.

Zwischen 15 und 16 Uhr wurde die Heimreise der Lagerteilnehmer durch die Lagerleiter organisiert. «Bevor alle gegangen sind, haben wir noch einmal gesungen und gejubelt», so Kradolfer. «Wir sind Gott so dankbar, dass wir die Situation unbeschadet überstanden haben.»

Waren Sie von der Schlammlawine selber betroffen oder haben Sie etwas beobachtet? Bitte melden Sie sich per Mail an: feedback@20minuten.ch

(qll)