Früh übt sich

14. Juli 2011 13:52; Akt: 16.07.2011 11:02 Print

Junge kämpfen um einen Platz im Bundeshaus

von Jessica Pfister - Wer dieses Jahr an der Jugendsession teilnehmen will, muss auf Stimmenfang gehen. Die Kandidaten mit den meisten Wählern pro Kanton haben den Sitz auf sicher.

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Mit Gratis-Glacés auf Stimmenfang. Der aktuelle Werbespot zur Jugendsession, die im September in Bern stattfindet. (Quelle: Youtube) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Früh übt sich, wer einmal Politiker werden will. Das haben sich auch die Organisatoren der Jugendsession gedacht und für dieses Jahr prompt die Teilnahmeregeln geändert. «Genauso wie die National- und Ständeräte, müssen sich auch die Jugendlichen nach Bern wählen lassen» sagt Projektleiter Geo Taglioni. Im Gegensatz zu den Alten läuft der Kampf um Wählerstimmen bei den Jungen ausschliesslich über das Internet. Wer dort in seinem Kanton die meisten Stimmen erhält, hat einen der 26 garantierten Sitze auf sicher.

Aktuell sind es rund 90 junge Frauen und Männer, die mit Wahlsprüchen wie «Eusi Schwyz, euses Land, eusi Stimm», «Schwyzerdütsch statt ‹nix verstehen›» oder «Junge Politiker an die Macht» auf der Website der Jugendsession um Stimmen buhlen. Die Mehrheit der Kandidaten versucht zudem, über Facebook Wähler zu mobilisieren. «Wir lassen den Jugendlichen offen, wie sie ihren Wahlkampf betreiben», so Toglioni. In der Werbekampagne zur Aktion unter dem Motto «Jede Stimme zählt», versuchen die jungen Nachwuchspolitiker mit Gratis-Glacés oder dem Aufräumen des Zimmers bei anderen Jugendlichen zu punkten.

Tessiner Kandidat mit den meisten Stimmen

Ob auch der junge Tessiner Kandidat aus Contone zu solchen Mitteln gegriffen hat? Auf jeden Fall macht er in seinem Wahlkampf vieles richtig – sonst würde er kaum mit 268 Stimmen mit grossem Vorsprung in Führung liegen. Sein Credo: «Ich bin bereit den Erwachsenen zu sagen, was die Jugendlichen denken.» Würden die Sitze bereits heute Freitag verteilt, wäre auch die Kandidatin aus dem jurassischen Vendlincourt mit 209 Stimmen und die Kandidatin aus Wangen, Kanton Schwyz mit 206 Stimmen im Bundeshaus vertreten. Schwieriger wirds für die Zürcher und Berner – dort sind die Sitze mit je 11 Kandidaten besonders begehrt. Grosse Chancen haben hingegen Politinteressierte aus Zug, Appenzell Innerrhoden und Obwalden. In diesen Kantonen hat bisher noch kein Jugendlicher eine Kandidatur aufgestellt.

Doch worüber debattieren die jungen Frauen und Männer im September überhaupt? Ein Blick auf die Wahlsprüche zeigt, was die jungen Schweizerinnen und Schweizer zur Zeit am meisten beschäftig: Der Atomausstieg. «Energie ohne Ende für die Zukunft», «AKW’s vom Netz, Jetzt!» oder «Für eine grüne Zukunft, jetzt sind wir an der Reihe» sind nur drei von unzähligen Sprüchen zum Thema. Im Unterschied zu der Deutschschweiz wo neben dem Ausstieg aus der Atomkraft auch zu mehr Lehrstellen und gegen die EU aufgerufen wird, sorgen sich die Westschweizer Jugendlichen vor allem um die Sicherheit. Mit Slogans wie «Sicherheit und Unabhängigkeit» oder «Für mehr Sicherheit an Bahnhöfen und öffentlichen Orten» nehmen sich gleich mehrere Kandidaten aus der Romandie dem Thema an.
Sprüche abkupfern bei den Grossen

Dann gibt es noch Letztere, die es sich leicht machten und frech von den Grossen abkupfern. So wandelte der St. Galler Kandidat aus Schänis den SVP-Wahlspruch «Blocher wählen, SVP stärken» in «Junge wählen, Schweiz stärken!» um. Und auch der Spruch «Jung, links und sexy» ist nicht der kreative Einfall eines jungen Aargauers sondern bei den Jungsozialisten geklaut. Böse ist ihnen deswegen wohl kaum jemand, denn wie gesagt: Früh übt sich, wer einmal Politiker werden will.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mergim am 05.09.2011 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Jung Links und Sexy

    Ich war das mit dem Spruch: Jung links und Sexy und ich bin ein Jungsozialist.

  • Sandra am 15.07.2011 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Erst ab 30 Alters-Jahr ins Bundeshaus

    Jung-Politiker sollten zuerst in ihrem Heimat-Kanton ihre Politik-Sporren Abverdienen, und Erfahrungen sammeln,bevor mit dem Bundeshaus geliebäugelt wird. Im Bundeshaus brauchen wir wieder erfahrene Politiker, und nicht abhängige Lobysten.

    • Cindy Rost am 15.07.2011 23:19 Report Diesen Beitrag melden

      Gerade darum

      Jung-Politiker sind aber meistens eher noch unabhängiger als die ältere Generation.

    • Guschti am 16.07.2011 02:54 Report Diesen Beitrag melden

      Jungpolitikern fehlt es...

      schlicht an Lebenserfahrung. Diese ist von sehr grosser Bedeutung. In jungen Jahren ist man meist noch nicht in der Lage, vernetzt zu denken.

    • Titanus am 16.07.2011 08:00 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig!

      Absolut Deiner Meinung, Sandra. Vielleicht verdienen sie sich die Sporen erst in der Gemeinde, noch bevor sie zum Kanton gehen.

    • Mais im Bundeshaus am 16.07.2011 10:09 Report Diesen Beitrag melden

      ... und raus nacht 4 legislatur-perioden

      wer ein mindest-alter fordert, muss auch ein höchstalter setzen. noch besser eine begrenzung der legislatur-perioden... konsequent sein!

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