Cheftester über Gripen

12. Oktober 2012 15:04; Akt: 12.10.2012 15:11 Print

«Er fühlt sich überhaupt nicht schwerfällig an»

von J.Pfister, D. Galka - Erstmals düste der Gripen über die Schweiz. Am Steuerknüppel sass Bernhard Berset. Der Armasuisse-Pilot sagt gegenüber 20 Minuten Online, wie sich der Kampfjet anfühlt - und was ihm noch fehlt.

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In seiner 29-jährigen Karriere als Armasuisse-Pilot hat Bernhard «Beni» Berset schon so manchen Kampfjet auf Herz und Nieren geprüft. Auch bei der Evaluation des schwedischen Kampfjets Gripen war er von Anfang an mit dabei. «Ich habe rund 15 Flüge mit dem Gripen hinter mir, das entspricht etwa 20 Flugstunden», sagt der Chef-Testpilot, kurz nach seinem Präsentationsflug auf dem Militärflugplatz im luzernischen Emmen. Dort wurde der Gripen F zum Schluss seines zehntägigen Gastspiels in der Schweiz den Medien vorgestellt.

Berset zeigt sich überzeugt vom Nachfolger des 30 Jahre alten Tiger F-5. «Zwischen dem F-5 und dem Gripen liegen Welten. Zum einen kann der Pilot mit der Flugsteuerung des Gripen praktisch keine Fehler mehr machen, zum anderen ist die ganze Elektronik auf einem viel höheren Niveau.» Auch wenn der Gripen im Gegensatz zu den Konkurrenten Rafale und Eurofighter nur mit einem statt mit zwei Triebwerken auskommt, fühle er sich in der Luft überhaupt nicht schwerfällig an. «Von der aerodynamischen Auslegung her und den kleinen Flügel zeigt er sich in der Luft sehr wendig.»

«Es geht nicht darum, was ich gerne fliege»

Ob er sich nicht trotzdem ein leistungsfähigeres Flugzeug gewünscht hätte, will Berset nicht beantworten. «Es geht hier nicht darum, was ich gerne fliege, sondern was die beste Wahl ist für die Schweizer Luftwaffe», sagt der Militärpilot. Für die Luftwaffe sei es sicher eine sehr gute Wahl. Davon wollte nicht nur Berset die rund 80 Teilnehmer des Medientags überzeugen. So hob Jürg Weber, Projektoberleiter Gripen von Armasuisse, die Erfahrung und den Leistungsausweis von Flugzeugbauer Saab hervor. «Das sind keine Anfänger.»

Weber versuchte allfällige Zweifel an dem sich noch in der Entwicklung befindlichen Flieger zu zerstreuen. Wenn, nach dem politischen Prozess, der Beschaffungsvertrag abgeschlossen sei, werde ein Schweizer Team die Entwicklung des Gripen E und des neuen Radarsystems AESA begleiten und versuchen, allfällige Risiken abzubauen.

Oberst Fabio Antognini, Ressortprojektleiter der Luftwaffe, zeigte, wie die Schlagkraft durch den Gripen erhöht werden kann, sowohl in Friedens-, Spannungs- und Konfliktsituationen. Er ergänze darum den F/A-18 optimal. Auch wenn es derzeit nicht das leistungsfähigste Flugzeug sei, erfülle der Gripen die an ihn gestellten Aufgaben.

Nur ein Demonstrations-Modell

Den Gripen E, den die Schweiz ab 2018 erhalten soll - wenn es nach dem Willen des Bundesrates geht -, gibt es noch gar nicht. Um bei der potenziellen Käuferin trotzdem einen Eindruck von ihm zu verschaffen, schickte der Flugzeughersteller Saab vorab mal einen zweisitzigen Demonstrationsjet Gripen F in die Schweiz.

Von seiner Basis auf dem Militärflugplatz Emmen aus absolvierte er mehrere Flüge. So war er am Donnerstag beim Fliegerschiessplatz Axalp-Ebenfluh zu sehen. Am Dienstag war er zudem der Sicherheitspolitischen Kommission vorgeführt worden. Wenn der Gripen sich durchsetzt, erhält die Schweiz ab der zweiten Jahreshälfte 2018 insgesamt 22 Stück des einsitzigen Gripen E. Der Kaufpreis beträgt 3,1 Milliarden Franken. Schon ab 2016 will die Schweiz ältere Gripen-Modelle mieten.


Mit Material der SDA

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Endlich mal die Meinung eines Profis! Darauf habe ich schon lange gewartet. Gut zu hören, dass auch Profis den Gripen für gut befinden, denn die müssen ja damit arbeiten am Schluss. – Martin

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.B. am 12.10.2012 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Zweiplätzer

    Für mich kommt die Gripen nicht in Fragen, weil wir den Einsitzer bekommen. Wie viele erwähnen sollte es ein Tiger Ersatz sein. Klar, technisch ist der Einsitzer viel viel weiter als die F-5. Aber für die Luftpolizei sind nunmal die zweiplätzer von Vorteil....

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  • P. Buchegger am 13.10.2012 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Der Gripen hat nur ein Triebwerk

    Der Gripen hat im Vergleich zu seinen ebenfalls evaluierten direkten Konkurrenten (Eurofighter + Rafale) nur ein Triebwerk und somit weniger Schub. Und wenn das ausfällt (z.B. infolge technischen Defektes oder Beschusses) ? Was dann? Das ist für mich wie eine Versicherung ohne Rückversicherung, also mangelhaft.

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  • Fabian S. am 12.10.2012 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo

    Es gibt nut 1 neuer Jet am Schweizer Himmel und DAS heisst Gripen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andrea S. am 15.10.2012 20:40 Report Diesen Beitrag melden

    Nebelwolke

    Ich verstehe einfach nicht, wozu die Schweiz ein Kampfflugzeug gebrauchen könnte! Wäre es nicht besser, in den Grenzschutz mit allem Drum und dran, zu investieren? Wären Panzer und Absperrmaterial nicht doch sinnvoller für die kleine Schweiz, statt so teure Flugzeuge?

  • Joggeli am 15.10.2012 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    muss das sein.

    Jetzt haben sie jemanden gefunden der sagt was sie hören wollen.

  • Markus Bigler am 15.10.2012 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    Kuschelflieger--

    Hoffentlich mit Sitzheizung, wie infantil ist das denn. Er fühlt sich wohl. Wenn er seinem Hobby fröhnen will soll er sich doch so einen flott Flieger kaufen. Aber lasst die Steuerzahler damit in Ruhe.

    • Slammer am 15.10.2012 11:17 Report Diesen Beitrag melden

      Cool - wortwörtlich

      Find ich echt spitze: wir Bünzlischweizer missgönnen den Piloten die im Ernstfall ihr Leben für sie aufs Spiel setzten den geringsten Komfort. Nicht vergessen: so ein Jetpilot ist stundenlang auf einem äusserst unkomfortablen Sitz gezurrt, in Maske und G-Suit gezwängt und bewegt sich mit hoher Geschwindigkeit unter extremen körperlichen Belastung durch eine lebensfeindliche Umwelt. Und wir auf unseren Bürostühlen bestehen darauf dass er sich dabei den Hintern abfriert weil wir Geld sparen möchten...

    • Werner Walt am 15.10.2012 11:18 Report Diesen Beitrag melden

      Spielzeug aber das Milliarden kostet

      So ein teures Spielzeug braucht die Schweiz sicher nicht ! Gegen wenn ??? Liechtenstein oder Östereich

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  • Roland Brütsch am 15.10.2012 07:05 Report Diesen Beitrag melden

    Kinderkrankheiten

    Ich habe eben das Gefühl das es mit dem Gripen gleich rauskommen wird wie bei der Mirage! Man kauft einen Flieger der nicht fertig ist und das im nachhinein noch grössere Kosten wegen sogenannten "Kinderkrankheiten" auf uns zukommen werden (ihr werdet es sehen). Also lieber einen Eurofighter, der wenigstens voll entwickelt ist!

    • Teurofighter am 15.10.2012 11:24 Report Diesen Beitrag melden

      Ja klar, deswegen auch Teurofighter

      Nur blöd dass das Teil genauso Krankheiten hat und es bis jetzt nicht einen einzigen Flieger gibt der alles kann was versprochen wurde. Was nützt ein Potenzial wenn die Leute dahinter (Regierungen) keinen Bock haben da was voranzutreiben.

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  • Überflieger am 13.10.2012 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kriterium

    Hauptsache die Piloten fühlen sich wohl im Cockpit, im Gegensatz zu Berufstätigen in der freien Marktwirtschaft. Wohlbefinden von Armeeangehörigen auf geheizten Kuschelsitzen auf Kosten der Steuerzahler.

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