Schwerverkehr

20. Mai 2018 14:08; Akt: 20.05.2018 14:09 Print

83 Prozent mehr Anzeigen gegen LKW-Fahrer

Alkohol am Steuer, zu schwere Last oder Missachtung der Ruhezeiten: 2017 hat die Polizei aus unterschiedlichen Gründen Lastwagen-Chauffeure geahndet.

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An den Schweizer Grenzen fallen immer mehr Lastwagen mit Sicherheitsmängeln, fahruntüchtigen Chaffeuren oder Verstössen gegen die Ruhezeiten auf, wie die «Sonntagszeitung» berichtet. 2010 registrierte die Eidgenössische Zollverwaltung 17'997 Gesetzesverletzungen im Schwerverkehr, 2017 waren es bereits 32'967 – eine Zunahme um 83 Prozent.

Auch im Landesinnern ahndet die Polizei jährlich tausende LKW-Chauffeure, wie bisher unveröffentlichte Zahlen des Bundesamt für Strassen zeigen. 24'464 Bussen und Anzeigen mussten hier im letzten Jahr ausgestellt werden. Fast Zehntausend davon, weil Lenker Gewicht oder Masse nicht einhielten. Geahndet wurden auch 4477 Verstösse gegen die Arbeits- und Ruhezeitbestimmung. Zudem gab es 245 Verletzungen der Gefahrgutvorschriften. 100 Chauffeure sassen angetrunken am Steuer.

Anstieg trotz Alpen-Initiative

Die Fahrer gehen immer geschickter vor. Die Urner Kantonspolizei etwa, die das grösste Schwerverkehrszentrum der Schweiz betreibt, erwischte letztes Jahr auf der Gotthardroute 113 Betrüger, die mit einem kleinen Gerät das Abgasreinigungssystem manipulierten. Zudem zählte man 1147 Verstösse gegen die Ruhe- und Arbeitszeiten, das sind 35 Prozent mehr als im Vorjahr.

Trotz Alpen-Initiative, die das Volk 1994 angenommen hat, nimmt die Zahl der potentiellen Sünder kaum ab. Gemäss gesetzlichen Vorgaben sollten bis 2018 nur noch 650'000 Lastwagen im Jahr die Schweizer Alpen durchqueren. «Das wurde bisher nicht erreicht», sagt Jon Pult vom Verein Alpen-Initiative, in der «Sonntagszeitung». «2017 waren es rund 950'000 LKW-Fahrten.»

Auch Reisecars mit Mängeln

Die Zunahme der Verstösse an der Grenze sei logisch:«Die meisten Chauffeure kommen aus Osteuropa, wo die Arbeitsbedingungen immer schlimmer werden.» Pult spricht von menschenunwürdigen Zuständen, von Monatslöhnen unter 400 Euro. «Es ist offensichtlich, dass solche Spediteure auch beim Material sparen»

Wie bei den LKWs kommt es auch bei Reisecars immer wieder zu Gesetzesverstössen. Vor einem Monat überprüfte die Urner Polizei im Zentrum Erstfeld 27 Reisebusse, die meisten aus EU-Staaten. Sieben Lenker wurden angezeigt wegen technischer Mängel, Überlast oder Verstoss gegen die Ruhezeit.

(roy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt Matter am 20.05.2018 15:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ostblock-Brummis

    Ich bin überzeugt dass die LKW viel mehr auf die Schiene gehen würden wenn der Preis stimmen würde . Aber wie soll das einem Ostblock - Spediteur beigebracht werden . Die haben ja nicht einmal das Geld um ihre fahrenden Rosthaufen instandzuhalten . Und so sieht man sie täglich mit abgefahreren Pneus , gebrochenen Bremsscheiben , durchgerosteten Chassis und notabene mit viel Alkohol in der Fahrerkabine .

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  • Peter Bluem am 20.05.2018 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kontrollen sind wichtig und richtig

    Ich finde es gut, dass die LKWs so rigoros wie nur möglich kontrolliert und falls Mängel bestehen auch drastisch bestraft werden! In einen Unfall mit einem LKW verwickelt zu sein wünsche ich absolut niemandem!

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  • Peter am 20.05.2018 15:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos

    Mann sollte endlich das blödsinnige,Kilometerlange Elefantenrennen auf der Autobahn verbieten. 5Km Überholen,wegen 2Skm schneller? Das finde ich doof,vor allem im morgendlichen Verkehr

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Claude am 21.05.2018 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    @Wir sind daran Schuld.

    Es lebe die Konsumgesellschaft. Auch wenn es schmerzt! Wir sind ganz allein daran Schuld. Weshalb brauchen wir immer noch mehr von irgend Etwas, wenn wir doch schon genug haben, um es schön zu haben... Leider hat der Nachbar ein wenig mehr und da fängt das gehabe schon an. Der erste wahre Unschuldige soll den ersten Stein werfen... (Ich bin auch nicht besser und fühle mich absolut nicht irgend einer Kirche zugetan) Aber der Spruch hat eine wirkliche tiefe, die uns heute berühren sollte. Also hört auf jedes mal auf die anderen zu Zeigen mit einem Finger, wenn gleich vier auf uns zurück weisen

  • Brummifahrer Mutter am 21.05.2018 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Etwas mehr akzeptanz

    Hört auf auf den Chauffeuren herum zu hacken die machen ihre Arbeit und müssen oft genug unfaire Konsequenzen tragen, denn die werden unter anderem fristlos aus dem Betrieb rausgeschmissen wenn ihnen ihrer Fahrerlaubnis entzogen wurde. Wenn wir die Chauffeure nicht hätten wären innert kürzester Zeit sämtliche Regale leer, wir hätten weder Benzin noch Heizöl und auch sonst keinerlei Konsumgüter mehr. Also bringt dieser Berufsgattung etwas Respekt entgegen.

    • Hosche am 21.05.2018 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Brummifahrer Mutter

      Stimmt schon, aber trotzden müssen sich auch die Brummifahrer an das STVG halten und die LKWs dürfen keine Sicherheitsmängel aufweisen.

    • Brummifahrer Vater am 21.05.2018 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Brummifahrer Mutter

      da bin ich gleicher Meinung, sehr geehrte Brummifahrer Mutter,denn ich erlebe zur Zeit etwa das gleiche Muster wie Sie es geschildert haben. Solche Arbeitgeber können mir gestohlen bleiben. Mehr will ich dazu nicht sagen.

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  • Onurb am 21.05.2018 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    günstig, günstiger, zu billig

    Weshalb gibt es immer mehr Fahrten quer durch Europa? Ist das ganze zu billig?

    • NS2037 am 22.05.2018 08:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Onurb

      Unter anderem auch weil es durch die EU keine Zölle gibt und dies die durchfahrt sehr erleichtert. Ein Schelm der denk grün sei links!!! xD

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  • Mike am 21.05.2018 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbot

    Man sollte ein generelles Überholverbot auf der Autobahn aussprechen. Würde die Sicherheit erhöhen.

  • Ricci Immernodoo am 21.05.2018 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    Eigene Politik Egoismus Kostengünstig Schnell Wohlstand All dies ist der Verursacher des Schwerverkehrs!!!! Wieviele Bussensünder gibt es unter 3,5 To Lieber nicht bekannt geben!!!! Enorm!!! Darum Denken vor dem Lenken!!!