Weder Wein noch Bier

14. Februar 2018 09:42; Akt: 14.02.2018 10:33 Print

Abstinenzler sind auf dem Vormarsch

von B. Zanni - Rund eine Million Schweizer verzichten auf Alkohol. Gerade junge Menschen versprechen sich davon mehr Schönheit und Sicherheit.

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Im Suchtmonitoring von 2016 verzichten die Abstinenzler am häufigsten auf Alkohol, weil sie diesen für ungesund (69,5 Prozent) halten. (Bild: iStock/Shotshare)

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Bekommen sie an einer Party eine Dose Bier in die Hand gedrückt, lehnen sie dankend ab: Aktuell lässt eine Million der Schweizer Bevölkerung (14 Prozent) ab 15 Jahren die Finger von Alkohol. Damit sind über zwei Prozent mehr Schweizer als 2012 mit rund 835 000 (11,7 Prozent) abstinent, wie das Schweizer Suchtpanorama von Sucht Schweiz zeigt.

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Im Suchtmonitoring von 2016 verzichten die Abstinenzler am häufigsten auf Alkohol, weil sie diesen für ungesund (69,5 Prozent) halten. Anderen behagt der Geschmack (58,4 Prozent) nicht oder sie greifen wegen der Wirkung (52,8 Prozent) nicht zu Alkoholischem. Und selbst in der Hardcore-Punk-Szene sind überzeugte Abstinenzler zu finden. Anhänger der Bewegung Straight Edge bekennen sich auf T-Shirts und Kappen mit einem «X» zu ihrem Leben ohne Alkohol, Drogen – und Sex.

Auch die Schweizer Bar und Club Kommission spürt den Trend. «Im Nachtleben ist der Alkoholkonsum stabil, teilweise sogar rückläufig», sagt Sprecher Alexander Bücheli.

Bier als reines Genussmittel

Der Anti-Alkohol-Hype geht an den Alkoholproduzenten nicht spurlos vorbei. Zwischen 2008 und 2016 ging der Pro-Kopf-Konsum von Bier von 58 Liter auf 54,5 Liter zurück, hält der Schweizer Brauerei-Verband fest. «Für viele Menschen ist Alkohol in der Mittagspause und vor dem Autofahren heute tabu», sagt Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauerei-Verbands.

Bier hat sich laut Kreber zu einem reinen Genussmittel entwickelt. «In den Brauereien wird deshalb nicht mehr nur in Hektoliter gedacht. Im Vordergrund stehen Vielfalt und Qualität.»

Kein Alkohol für Gesundheit und Schönheit

«Junge Menschen legen viel Wert auf Fitness und einen gesunden Lifestyle», nennt Monique Portner-Helfer, Mediensprecherin von Sucht Schweiz, einen möglichen Grund. Um schön und in Form zu sein, würden manche sich ausgewogen ernähren und bewusst auf Alkohol verzichten. Denn laut Studien führt der Alkoholkonsum zu überschüssigen Pfunden am Bauch und Pickeln. Laut Portner-Helfer hat auch die Prävention dazu beigetragen. «Sie scheinen sensibilisierter dafür, dass Alkohol Unfälle, Gewaltakte und unerwünschte Sexualkontakte begünstigen kann.»

Portner-Helfer ortet aber nach wie vor Handlungsbedarf. «21,6 Prozent der Bevölkerung trinken chronisch oder punktuell risikoreich – diese Gruppe darf man nicht vergessen.» Sowohl der chronische als auch der punktuelle Risikokonsum sind seit 2011 insgesamt stabil geblieben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto am 14.02.2018 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Es nervt

    Kein Alkohol. Kein Fleisch. blablabla. Ich esse z.B. meistens nur vegan/vegetarisch. Aber 1 - 2x im Monat ein gutes Stück Fleisch muss sein. Im Sommer trinke ich mehrmals wöchentlich Bier. Im Winter trinke ich höchst selten. Mir geht dieses ganz oder garnicht getue auf den Wecker! Das gesunde Mittelmass gibt es nämlich. Ob beim Essen oder Alkohol.

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  • DV am 14.02.2018 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nektar der Götter

    Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein geschweige dann ohne...

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  • Beatrice di Pasta am 14.02.2018 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prost

    2x im Monat ein Glas Wein gönne ich mir. Ich fühle mich vital und leistungsfähig. Ein vernünftiger Umgang mit Alkohol lohnt sich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • salisali am 14.02.2018 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiser Spruch

    Alkohol macht d'Biere hohl

  • Martin G am 14.02.2018 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Hallo wo ist das Problem?? Ich trinke und rauche Täglich in meiner Familie ist das normal und meine Grossmutter ist 98 und Trinken täglich. Also kein Problem.

  • P. Moser am 14.02.2018 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Rauf mit der Alkoholsteuer

    Eine Million? Das ist eine Menge Leute und damit ist es Zeit, die Folgekosten des Alkohols den Verursachern in Rechnung zu stellen. Schliesslich ist es bekannt, wie schädlich diese Droge ist und kann es von Abstinenten nicht verlangt werden, dass sie für die Folgen des Drogenkonsums anderer bezahlen. Rauf mit der Alkoholsteuer!

  • P. Rost am 14.02.2018 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann trinken soviel ich will

    aber ich falle trotzdem immer wieder um! Komisch! :-((

  • Homer Jay Simpson am 14.02.2018 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Eye on Zurich

    Alkohol ist der Anfang und die Lösung aller Probleme!