Lehrer alarmiert

18. Dezember 2012 21:29; Akt: 18.12.2012 21:29 Print

Anno 2021: 50 000 zusätzliche Schüler

von Janko Skorup - Bis 2021 explodieren die Schülerbestände. Lehrerverbände warnen vor Riesenklassen und Qualitätseinbussen, wenn es nicht bald zusätzliche Lehrer gibt.

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Die steigende Geburtenrate sorgt für mehr Schulkinder in der ganzen Schweiz. (Bild: Colourbox)

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Die Szenarien für das Bildungssystem des Bundesamts für Statistik zeichnen ein düsteres Zukunftsbild für die Schweizer Schulen. Nachdem die Schülerzahlen seit ihrem Höhepunkt im 1999 stetig sanken, werden 2021 rund 50 000 mehr Schüler die Primarschule besuchen als heute – eine krasse Trendwende. Der Grund ist die Geburtenrate. Kamen 2003 noch rund 72 000 Kinder zur Welt, waren es 2011 schon 81 000. «Dies hat einen verzögerten Effekt auf die Schülerzahlen», sagt Jacques Babel vom Bundesamt für Statistik. Das Problem an der Schülerschwemme: Schon heute herrscht in vielen Kantonen akuter Lehrermangel (siehe Interview).

Beruf muss attraktiv werden

Besonders prekär wird die Situation in den Kantonen Basel-Stadt, Waadt und Zürich. Hier werden in neun Jahren bis zu 25 Prozent mehr Primarschüler erwartet. «Der Kanton Basel-Stadt versuchen fieberhaft neue Lehrer anzuwerben», sagt Beat Siegenthaler, Präsident des Basler Lehrerverbandes. Der Kanton brauche bis 2021 über 100 neue Lehrer, falls die Prognosen stimmen. Ob diese angeworben werden könnten, stehe und falle mit der Attraktivität des Berufs – mit dem Lohn. «Wenn hier nichts geht, wird die Situation sehr schwierig», prognostiziert Siegenthaler.

«Riesenklassen als Worst Case Szenario»

Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher Lehrerverbands ZLV, sieht dann als «Worst Case Scenario» Riesenklassen von über 25 Kindern. Um das zu vermeiden fordert der ZLV attraktive Arbeitsbedingungen, wie etwa bessere Löhne. «Falls das nicht reicht, könnten PH-Studierende im letzten Ausbildungsjahr, Klassen zu 50 Prozent übernehmen», so Lätzsch. Damit habe man gute Erfahrungen gemacht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reini am 18.12.2012 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrerschaft neu erfinden

    Leider ist es so, dass die Lehrer , sobald sie nicht mehr nach Schema x unterrichten können überfordert sind. Auch Entscheidungen, die sie nicht mittragen, müssen die Schüler anschliesse ausbaden, das kommt meines Erachtens noch von früher,wo die Lehrer schalten u d walten konnten, wie sie wollten und kaum jemandem Rechenschaft ablegen müssten. In der Privatwirtschaft könnten die meisten Lehrpersonen nicht bestehen, ebenso die Schulleiter, die sind keinen Deut besser, die sind mit der Situation auch überfordert und wollen "jedermanns Liebling sein" und das geht nun mal nicht.

    • Pupd am 18.12.2012 23:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bravo

      Bin deiner meinung!!!!!!!!!!!

    • Alexander Brot am 19.12.2012 06:14 Report Diesen Beitrag melden

      Schema x !?

      Was für ein Schema x!? Ist es einfacher im Schema x zu unterrichten - dann sag mir wie das geht... Im Studium habe ich nie etwas von einem Schema x gehört: du als Laie offenbar schon? Warst du denn in so vielen Klassenzimmern, dass du so eine grosse Ahnung hast und diese Aussage machen kannst? Kennst du so viele Lehrer, dass du weisst, dass keiner von ihnen in der Privatwirtschaft überleben könnte? Solche Leute wie dich sollte man mal ein Jahr lang in ein Klassenzimmer mit 25 Schülern stecken. Ich glaube, DU wärst dann überfordert..!

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  • Ernesto Muller am 18.12.2012 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Nachricht !

    Grundsätzlich ist es ja eine gute Nachricht, dass es wieder mehr Schüler gibt. Das Problem liegt aber wo anders: Die ehemals geburtenstarken Jahrgänge kommen jetzt an die Pensionsgrenze und scheiden aus dem Berufsleben aus. Da die letzten 40 Jahren die Geburtsrate in der Schweiz zu niedrig war werden in Zukunft in ALLEN Branchen Arbeitskräfte fehlen und die Schüler von heute können das erst in ca. 15 etwas ausgleichen.

    • Ernesto Muller am 18.12.2012 23:06 Report Diesen Beitrag melden

      Nachtrag

      Nachtrag: sollte natürlich 15 JAHRE heissen - sorry Lehrerbashing oder Lohnerhöhungen sind wohl nicht die Lösung, da überall Arbeitskräfte fehlen werden. Das Problem ist etwas grösser!

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  • Prorektor KBW am 18.12.2012 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problem jetzt schon

    Meine Klasse an der Kantonsschule Winterthur hat jetzt schon 27 Schüler und Schülerinnen und nach Semsterende folgen noch mehr

    • Alexander Brot am 19.12.2012 06:18 Report Diesen Beitrag melden

      Grosse Klassen

      Ich habe momentan auch 25 Schüler in der Klasse und es geht gut zum Unterrichten. Allerdings kann ich nie jedem einzelnen Schüler so viel Zeit entgegen bringen, wie in kleineren Klassen. Das wirkt sich schon etwas auf die Qualität aus.

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  • Beobachter In am 18.12.2012 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwieriger Beruf

    Lehrer sein ist heutzutage kein Schläck. Ungezogene Kinder unterrichten und keine Unterstützung seitens der Eltern zu haben macht den Job schwer. Die Kinder sind zugedröhnt von der Technik: TV bis spät nachts, Handykosum wie verrück etc. Früher wärs doch besser. Strenge Lehrer konnten da noch was erreichen... Heutzutage wird ein strenger Lehrer nicht mehr ernst genommen.

  • Alessandro Di Stefano am 18.12.2012 22:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Riesenklassen ab 25?

    Pff, Wir sind bereits jetzt 30 in einer Klasse :) 1. Gymerjahr, Kanton Bern

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