Kritik an Bahrain

20. März 2017 11:22; Akt: 20.03.2017 11:22 Print

Arabische Staaten weisen die Schweiz zurecht

Die Schweiz hat die Menschenrechtslage in Bahrain kritisiert. Das hat diplomatische Folgen: In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde die Schweizer Botschafterin zitiert.

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Der Schweizer UNO-Botschafter in Genf, Valentin Zellweger, hat letzte Woche die Menschenrechtssituation im Königreich Bahrain mit deutlichen Worten kritisiert. Seine Aussagen sorgen auf der Arabischen Halbinsel für Unmut – und haben diplomatische Konsequenzen: Die Schweizer Botschafterin in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Maya Tissafi, musste am Sonntag in Abu Dhabi beim Aussenministerium der Emirate antraben.

Wie die Agentur Reuters berichtet, wurde der Botschafterin bei dem Treffen mitgeteilt, die Schweiz habe es versäumt, Bahrains Bemühungen, die Menschenrechtslage im Land zu verbessern, anzuerkennen. Und: Solche Probleme löse man besser über die «etablierten bilateralen Kanäle zwischen Bahrain und der Schweiz».

«Repression gegen die Zivilgesellschaft»

UNO-Botschafter Zellweger hatte Bahrain dazu aufgerufen, mit dem UNO-Menschenrechtsrat zusammenzuarbeiten. Er äusserte seine Sorge über die «Repression gegen die Zivilgesellschaft» im Königreich. Und er sagte unter anderem, es gebe in Bahrain Folter, und friedliche Demonstrationen würden mit exzessiver Gewalt niedergeschlagen.

Der Golf-Kooperationsrat (GCC), eine internationale Organisation, die die Interessen der Staaten auf der Arabischen Halbinsel vertritt, hatte Zellwegers Äusserungen bereits am Samstag verurteilt. Vertreten im GCC sind Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman.

«Die Mitgliedstaaten des GCC weisen die Anschuldigungen, die im Schweizer Statement erwähnt wurden, kategorisch zurück – sie verkennen die Anstrengungen, die Bahrain unternimmt, um die Menschenrechte zu schützen», sagte Abdul Latif al-Zayani, GCC-Generalsekretär und einst hoher Offizier der Armee von Bahrain.

Hartes Vorgehen gegen Massenproteste

In Bahrain kam es im Zug des Arabischen Frühlings seit 2011 zu Massenprotesten der schiitischen Opposition gegen die sunnitische Regierung. Dabei gab es mehrere Todesopfer, Aktivisten wurden festgenommen oder mussten ins Ausland fliehen.

Die Regierung von Bahrain sagte jedoch, sie gehe nur gegen jene Personen vor, die Gewalt schüren. Das Parlament des Königreichs lud den UNO-Menschenrechtskommissar letzte Woche nach Bahrain ein und sicherte ihm unbeschränkten Zugang zu allen Gefängnissen zu.

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • osacre am 20.03.2017 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschenrechte?

    Warum sollte Bahrain die Menschenrechte mehr beachten als die übrigen arabischen Staaten?

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  • Schnabias am 20.03.2017 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist los im Bundeshaus?

    Es wäre sicher interessant zu wissen, was Herr Burkhalter gestochen hat. Völlig undiplomatisch und vor allem wenig neutral wird Bahrein kritisiert. Im Gegenzug werden, im Gegensatz zu fast allen europäischen Ländern, türkische Regierungsvertreter eingeladen, hier ihre Abstimmungsparolen loszulassen. Wenn das EDA nur in anderen Belangen eine ähnlich hohe Arbeitsfrequenz entwickeln würde ...

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  • Loxx am 20.03.2017 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ah ja, interessant

    Kein Wunder. Ausser wir dummen Schweizer lässt sich ja kein Land in seine Souveränität reinreden. Nur wir sind solche Feiglinge und bücklingen uns durch die Geographie. Was mir aber grad noch einfällt: das ist ein gutes Beispiel daran, dass die FIFA in Qatar wahrlich keine einfache Aufgabe hat. Ständig wird sie wegen der dortigen Arbeitsbedingungen kritisiert. Dass sie sich da aber in eine staatliche Hoheit einmischen würde, kommt wohl keinem der Kritiker in den Sinn.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Oslo am 21.03.2017 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Bildung hilft?

    Ich frage ich ob viele Schweizer im UNO Bereich gebildet sind? Schliesslich Genf liegt in der Schweiz. Schulbildung fehlt? Was hat UNO mit der schweizer "ungerechtigkeiten" zu tun? Die Rede hier ist von ganz Anderem!

  • luki am 20.03.2017 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu laute politiker

    die schweiz ist ein neutrales land, sollte sich dementsprechend so verhalten und sich nicht in sachen anderer länder einmischen! geht uns nichts an!

  • Art. am 20.03.2017 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück

    Ich hoffe von Herzen, dass alle ihr eigenes Karma gut überstehen werden, denn ich bin es leid Leid zu sehen. Freut mich, dass die Menschenrechte dort angesprochen werden wo sie fehlen. Es gibt noch genug Länder die das auch noch benötigen. Für Bahrains Bewohner hoffe ich auf Einigkeit und Mut. Die moralische Unterstützung zivilisierter Gesellschaften hilft.

  • Ueli Knecht am 20.03.2017 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Shiiten vs. Sunniten, 1200 Jahre altes Problem

    Die Sunniten sind in diesem fiesen Spielchen noch die Gewinner, aber das könnte sich ändern, wenn die Großmacht Iran wirtschaftlich wieder aufgeholt hat!

  • Mike am 20.03.2017 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Menschenrechte sind Luxus

    Diese Länder finanzieren den terror und alle westlichen Staaten machen grosse Geschäfte mit Ihnen! Daher sind Menschenrechte nicht mit dem Kapitalismus vereinbar, also Luxus den wir uns nicht leisten können!