Nationalstrassen-Netz

14. November 2017 16:08; Akt: 14.11.2017 16:08 Print

Auf diesen Autobahnen kracht es am meisten

von Jennifer Furer - Neue Zahlen des Astra zeigen, auf welchen Nationalstrassen es am meisten Unfälle gibt. Die Stiftung Roadcross Schweiz sieht Handlungsbedarf.

Bildstrecke im Grossformat »
Das Astra hat Daten zu den Unfallschwerpunkten auf den Nationalstrassen in der Schweiz veröffentlicht. Folgend die zehn Orte, an denen es am häufigsten zu Unfällen kommt. In der Romandie auf der Route de Saint-Julien bei Perly. Hier im Bild: Unfall vom 29. August 2017 zwischen einem Auto und Töfffahrer in Plan-Les-Ouates, dem Nachbarort von Perly. Der Töfffahrer wurde verletzt. Zwischen Härkingen und Oensingen auf der A1. Hier im Bild: Eine Kollision vom 18. Oktober 2016 bei der Autobahnverzweigung. Beim Unfall wurde eine Person mittelschwer verletzt. Zwischen Wankdorf und Bern Neufeld. Hier im Bild: Auf der A1 in Richtung Zürich kam es am 7. Juli 2016 beim Felsenauviadukt zu einem Autobrand. Es kam zu einem erheblichen Rückstau. Auf der A3 zwischen Basel City und Basel Breite. Hier im Bild: In Basel Breite kam es am 5. April 2014 zu einem Unfall zwischen einem Auto einem Motorrad. Der 28-jährige Töfffahrer erlitt mittelschwere Verletzungen. Auch die Autolenkerin sowie die Beifahrerin mussten mit Verletzungen ins Spital gebracht werden. Auf der A1 auf der Höhe Raststätte Büsisee zwischen Zürich-Affoltern und Zürich-Seebach in Richtung Bern. Hier im Bild: Ein 37-jähriger Mann hat sich bei einem Selbstunfall am 2. Februar 2013 kurz vor der Ausfahrt Seebach schwer verletzt. Er geriet auf die beginnende Leitplanke und hob ab. Zwischen Wettingen Ost und der Ausfahrt Neuenhof auf der A1 in Richtung Bern. Hier im Bild: Bei einem Selbstunfall ist am 21. Mai 2016 ein 25-jähriger Lenker mittelschwer verletzt worden. Der Italiener war offenbar kurz eingeschlafen. Das Auto überschlug sich und landete auf dem Dach. Das Unfallauto lag auf dem Fahrstreifen in Richtung Ausfahrt Neuenhof. Auf der A3 zwischen Basel City und Basel St. Jakob bei der Ausfahrt Hagnau. Hier im Bild: Am 2. Februar 2016 prallte ein Autolenker auf der A2 im Bereich Einfahrt St. Jakob heftig in einen Sattelschlepper. Dieser hatte wegen Stau abbremsen müssen. Der Autolenker wurde beim Aufprall verletzt und wurde ins Spital eingeliefert. Zwischen Wallisellen und dem Autobahndreieck Zürich Ost auf der A1 in Richtung Zürich/Nordumfahrung. Hier im Bild: Am 26. Februar ereignete sich bei Wallisellen eine Auffahrkollision. Beide Fahrer blieben unverletzt. Im Kanton Bern auf der A1 zwischen dem Grauholz und Schönbühl. Hier im Bild: Auffahrunfall zwischen drei Autos am 17. Oktober 2014 bei Schönbühl. Im vordersten Fahrzeug sassen vier, im mittleren eine und im hintersten Wagen zwei Personen. Letztere, zwei Frauen, wurden mit der Ambulanz zur Kontrolle ins Spital gebracht. Auf der A1 Einfahrt Gubristtunnel in Fahrtrichtung Bern. Hier im Bild: Bei einem Selbstunfall mit einem Lieferwagen ist am 1. Dezember 2016 im Gubristtunnel auf der A1 bei Regensdorf der Lenker verletzt worden.

Zum Thema
Fehler gesehen?

1051 Unfallschwerpunkte stellte das Bundesamt für Strassen (Astra) Ende 2016 auf dem gesamten Schweizer Strassennetz fest. Es sind jene Strassenabschnitte, auf denen sich Unfälle häufen – auch schwere. Mit 769 Fällen liegen die meisten Unfallschwerpunkte auf Innerorts-Strecken. Ausserorts gibt es 248. Aber auch auf den Autobahnen und Autostrassen finden sich gefährliche Abschnitte — mit 34 aber weniger als auf den anderen beiden Strassentypen.

Hauptgrund dafür ist laut Astra-Sprecher Guido Bielmann die Tatsache, dass auf den Autobahnen kein Gegenverkehr, ausser bei Baustellen, herrscht. «Zudem gibt es im Gegensatz zu den Kantonal- und Gemeindestrassen abgesehen von den Ein- und Ausfahrten keine Kreuzungen, weniger gefährliche Kurven oder auch keine Überschneidung mit verschiedensten Verkehrsteilnehmenden wie Velos oder Fussgänger.» Dennoch: Auch auf den Nationalstrassen, für die das Astra zuständig ist, gibt es 112 Unfallschwerpunkte. Zwischen 2014 und 2016 ereigneten sich dort 920 Unfälle mit Personenschaden, wie neue Daten des Amtes zeigen (siehe Box).

Spezifische Lösungsansätze

Um Unfälle zu minimieren, werden diverse Massnahmen ergriffen, wie Astra-Sprecher Guido Bielmann sagt. «Die Strecken stehen unter dauernder Beobachtung, werden geprüft und nach Bedarf verbessert.» Im Astra gebe es Richtlinien für die Sicherheitsaspekte der Nationalstrassen. «Es ist aber so, dass die Streckenabschnitte jeweils individuelle Dispositionen aufweisen, denen mit spezifischen Lösungsansätzen begegnet werden muss», sagt Bielmann.

Es sei auch logisch, dass auf denjenigen Nationalstrassen-Abschnitten mit einem hohen Verkehrsaufkommen mehr Unfälle geschehen würden als auf weniger stark befahrenen. So beispielsweise beim Autobahndreieck Zürich Ost, wo der durchschnittliche Tagesverkehr im Jahr 2016 bei rund 140'000 Autos gelegen sei.

Unfallzahlen gesunken trotz mehr Verkehr

Bielmann appelliert aber auch an die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmenden: «Es passiert schnell, dass man bei einem grossen Verkehrsaufkommen unachtsam ist, etwa am Handy herumtippt und dann einen Unfall baut. Die Aufmerksamkeit am Steuer muss unter allen Umständen gewährleistet sein. Also Blick auf die Strasse und nicht aufs Handy.» Auch riskante Manöver bei zu nahem Auffahren und Spurwechseln oder zu schnelles Fahren seien unangemessen und würden zu Unfällen führen.

Dennoch betont Bielmann auch, dass in den letzten Jahren die Unfallzahlen, insbesondere auch jene mit Verkehrstoten, gesunken sind. «Diese Entwicklung ist nicht zuletzt auch auf die Einführung von Via Sicura zurückzuführen.» Das Programm für mehr Sicherheit im Strassenverkehr, das seit 2012 in Kraft ist, setzt unter anderem beim richtigen Fahrverhalten, aber auch bei der verbesserten Fahrzeugtechnologie und Infrastruktur an.

Kapazitätsengpässe vermeiden

Stefan Krähenbühl, Sprecher von Roadcross Schweiz, sieht bei der Verminderung der Auffahrunfälle dennoch mehr Handlungsbedarf. Momentan sei es so, dass bei den Unfallschwerpunkten Kapazitätsengpässe herrschten. «Mit den geplanten Spurenausbauten an neuralgischen Punkten soll sich das bessern. Doch bis dahin dauert es und die Baustellen dürften zwischenzeitlich zur Unfallhäufigkeit beitragen. Deshalb sind zwei Dinge absolut entscheidend: Abstand einhalten und nicht abgelenkt fahren.»

Auch die routinierten Fahrer, die diese Strecken täglich abfahren und von denen deshalb einige mit den Gedanken nicht zu 100 Prozent auf der Strasse seien, müsste man immer wieder darauf aufmerksam machen. «Das kann beispielsweise durch Wechselverkehrszeichen passieren, die Fahrzeuglenker vor Stau warnen oder sie daran erinnern, auf genügend Abstand zu achten.»

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Driverman am 14.11.2017 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Handlungsbedarf besteht durchaus

    "Roadcross sieht Handlungsbedarf". Ich auch. Roadcross und VCS auflösen und gleich verbieten. Wäre der 1. Schritt in Richtung sichere Strassen für alle.

    einklappen einklappen
  • Meisil am 14.11.2017 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mehr autos gleiche strassen

    es ist doch eine einfache Rechnung. mehr bevölkerung, mehr autos. dazu mehr leute im öffentlich verkehr (welche genervt auch aufs auto wechseln). jedoch etwas verändert sich nicht. die strassen werden nicht ausgebaut. mehr verkehr aber die gleichen strassen wie vor 40 jahren? mal ehrlich die verkehrsführung gubristtunnel richtung st. gallen ist ja der totale schwachsinn! zwei mal eine einfahrt so kurz nacheinander. aber es wird ja nichts gemacht. aber immer diskutieren wie kann noch mehr zur sbb mobilisiert werden, oder wo soll der strom herkommen. baut endlich mal die strassen auch aus!!!

    einklappen einklappen
  • Jörg K am 14.11.2017 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Hier kracht es fast täglich

    Ein Abschnitt wurde vergessen: Deitingen - Egerkingen. Vor allem zwischen Wangen an der Aare und Oensingen. Eine mehrheitlich gerade Autobahn mit langgezogenen Kurven. Aber so was von Unfallträchtig. Fünf Autos gleich ein Stau. Sechs Autos und es"chlöpft".

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eurodriver am 15.11.2017 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Handlungsbedarf welcher Art denn?

    "Die Unfallzahlen sind trotz Mehrverkehr gesunken". Welchen Handlungsbedarf sieht da Roadcross? Die Unfallzahlen erhöhen um die Autofahrer zu dezimieren?

  • Frank N. Stein am 15.11.2017 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Härtere Strafen

    Ihr Braucht nicht immer umzubauen und Massnahmen zu treffen. "ein Unfall ereignet sich nicht er wird verursacht", dieses Zitat trifft auf 95% der Unfälle zu. Ich wurde ebenfalls bereits 3mal Opfer eines Auffahrunfalls auf eurem Ranking Nr. 2. 2 Mal war das Handy bei dem/der hintendran im Spiel, einmal wars der Abstand. Kontrolliert solches mehr als diese blöden Temposchikanen, Bestraft die Stauverursacher (Chronische Linksfahrer, Vortritterzwinger auf Einfahrten). Kurz erzieht einfach die Autofahrer, schaut jeder auf die Strasse, lösen sich 80% der Probleme ohne irgend ein Umbau.

  • Elias am 15.11.2017 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rosenberg??

    das Rosenbergtunnel in SG sollte doch auch in die top 10

    • Fudrus am 15.11.2017 13:35 Report Diesen Beitrag melden

      Loch

      Das hatte mein Vater schon vor langer Zeit schon gesagt, dass dieser Tunnel ein Witz sei. Es gibt keine Ausweichmöglichkeiten etc. Schon in den 80er als es in der Planung war, sagte er, dass es NIE klappen wird mit diesem Tunnel. Ich glaube, die Ostschweizer wissen was damit gemeint ist.

    einklappen einklappen
  • Mirjam am 15.11.2017 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ausbau der A1 (Hauptschlagader der Schwe

    Es gibt leider in der Schweiz zu viele Menschen die noch nicht kapiert haben: Das in die Hauptschlagader A1 dringend investiert werden muss! Wenn diese Achse still steht, halbiert sich das BIP!

  • le driver am 15.11.2017 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hägerkingen?

    wo liegt denn Hägerkingen? ich kenne an der A1 nur ein Härkingen...

    • Härkingerin am 15.11.2017 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @le driver

      hab ich mir auch gerade gedacht! recherche oder abschreiben lässt grüssen:-(

    einklappen einklappen