Kehrsatz krebst zurück

28. Januar 2013 11:42; Akt: 28.01.2013 13:56 Print

Ausgangssperre soll nicht für alle Jungen gelten

Nach einer Demonstration am Freitag sorgt der Gemeinderat von Kehrsatz beim Ausgehverbot für Verwirrung. Entgegen dem eigentlichen Beschluss soll die Regelung nun doch nicht für alle Jugendlichen gelten.

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Unklare Regelung in Kehrsatz: Das Ausgehverbot für unter 16-Jährige soll nun doch nicht für alle gelten. (Bild: Keystone)

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Der Gemeinderat von Kehrsatz sorgt mit einer Relativierung des Ausgehverbots für Verwirrung. Die Regelung betreffe nicht alle unter 16-Jährigen, sondern nur Jugendliche, die sich nicht anständig aufführten. Das betonte Gemeindepräsidentin Katharina Annen (FDP) am Montag vor den Medien. Betroffen sei also nur eine kleine Minderheit der Jungen in der Gemeinde.

Die Exekutive sehe keinen Anlass, von der Regelung wieder abzuweichen. Wer sich korrekt verhalte, habe vom angeheuerten Sicherheitsdienst der Broncos nichts zu befürchten, sagte Annen. In Kehrsatz schauen schon seit zwei Jahren die Broncos in der Nacht zum Rechten. In dieser Zeit sei es gelungen, Probleme wie Vandalenakte, Nachtruhestörung und Littering grösstenteils in den Griff zu kriegen, betonte Annen.

Gemeinderat über Aufmerksamkeit erstaunt

Im Übrigen werde man nun jetzt keine weiteren Stellungnahmen abgeben und wolle zum «Alltagsgeschäft» zurückkehren. Der Gemeinderat sei erstaunt, dass ein Gemeindeversammlungsentscheid «mit solch medialer Präsenz bekämpft wird». Die Regelung war in den letzten Tagen in den Fokus geraten, weil es sich um eine Berner Vorortsgemeinde handelt: In der Stadt Bern argwöhnen manche Kreise, Kehrsatz schiebe seine Jugendprobleme einfach nach Bern ab.

Die Jungsozialisten (Juso) griffen das Thema ebenfalls auf. An einer Protestveranstaltung in Kehrsatz beteiligten sich letzten Freitagabend etwa 100 Personen. Gemeindepräsidentin Annen dankte am Montag den Veranstaltern der Aktion, die die Sicherheit gewährleistet und am Schluss «alles tipptopp» aufgeräumt hätten. Der Gemeinderat werde nun das Gespräch mit den Schulleitungen und den Eltern suchen, um nochmals klarzumachen, was der Sinn des Reglements sei. Dabei wolle man auch ein offenes Ohr für die Anliegen der Jungen haben.

Reaktion auf Vandalismus und Lärm

Das Ausgehverbot im 4000-Seelen-Dorf gilt seit Anfang Jahr und geht auf einen Entschluss der Gemeindeversammlung zurück. Die anwesenden Stimmberechtigten hatten im Dezember diskussionslos eine Änderung des örtlichen Sicherheitsreglements beschlossen. Sie reagierten damit auf etliche Fälle von nächtlichem Vandalismus und Lärm.

Jugendliche unter 16 Jahren dürfen sich demnach ab 22 Uhr nicht mehr alleine im öffentlichen Raum aufhalten - es sei denn, sie befinden sich «auf direktem Heimweg» von einem Anlass oder werden von einer «berechtigten erwachsenen Aufsichtsperson» begleitet. Ähnliche Vorschriften gibt es auch in Interlaken, Ins, Kerzers und in anderen Kantonen.

(mdr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fritz am 28.01.2013 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ja was denn nun genau?

    Der Gemeinderat von Kehrsatz sorgt mit einer Relativierung des Ausgehverbots für Verwirrung. Die Regelung betreffe nicht alle unter 16-Jährigen, sondern nur Jugendliche, die sich nicht anständig aufführten.............. Aha, und woher will man im Voraus wissen wer sich anständig aufführt und wer nicht? Der Kehrsatzer Gemeinderat soll etwas richtig machen und nicht nachträglich halbbatzige Lösungen anstreben. Also entweder gibt es das Verbot, oder dann halt nicht.

    einklappen einklappen
  • Heinz Müller am 28.01.2013 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig bestrafen

    Es ist überall das Gleiche. Anstatt die kräftig zu bestrafen, die sich nicht an Regeln halten, müssen immer alle leiden. (Alkverbot im Stadion, Kontrollen überall). Bestraft Schlägertypen, Vandalen und zwar richtig und lasst dem Rest seine Freiheiten.

  • Wynentaler am 28.01.2013 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso dieser Aufstand?

    Im Wynental(Aargau) gibt es dieses Gesetz schon fast ein Jahr und es gibt keinen Aufstand :D

Die neusten Leser-Kommentare

  • Vinzenz Binggeli am 28.01.2013 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenhang?

    Was die Ausgangsperre mit einem Saufgelage von Mittzwanzigern zu tun haben soll, muss mir auch noch einer erklären.

  • Reichmuth lukas am 28.01.2013 16:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Das ist ja eig. im ganzen Aargau so, nur das keine Polizisten jemals unterwegs sind. Heult nicht rum.

  • Christian. N am 28.01.2013 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Väter, nehmt Eure Verantwortung war!!

    Jugendliche stellen eine Randgruppe innerhalb unserer Gesellschaft dar. Der ganze Konsum ist auf sie ausgerichtet, die Medienwelt sowieso (inkl. 20Minuten usw.) Tantalusqualen, alles ist auf dem silbernen Tablett, aber unerreichbar. Das schafft Frustration! Beim Thema Jugend geht es um Perspektiven schaffen. - Für Kinder, welche noch von Eltern meistens rundum Betreut sind wehrt sich niemand gegen neue Angebote. Es gibt überall Kinderspielplätze! Aber wenn es um fachlich qualifizierte Jugendarbeit geht (Freizeitbereich) gibt es immer wieder einsprachen. Macht Zukunft für Jugendliche möglich!

  • Paesc Shutsu am 28.01.2013 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Armutszeugnis

    Ein freies Land für freie Menschen....das ich nicht lache! Ob Aussgangssperre, generelle Verbote oder Bussen ohne Geschädigte: Allesamt Verfassungswidrig, aber das interessiert ja keinen, hauptsache "Ordnung" herrscht. Nur welche?

  • Claudia am 28.01.2013 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Grenzen setzen

    macht es wieder wie früher - unter 16jährige gehören um diese Zeit nach Hause und nicht auf die Strasse. Das würde viele Probleme lösen - und die Eltern wieder fordern. Aber wenn man den Kindern keine Grenzen mehr setzt (im Vernünftigen Stil) muss man sich nicht wundern wenn sie über die Stränge schlagen - sie wissen es ja nicht besser....