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21. Februar 2017 07:08; Akt: 21.02.2017 07:08 Print

Autofahren mit 16 – oder was wollt ihr verändern?

Nette Polizisten oder günstigerer ÖV: Solche Forderungen haben Junge an die Politik. Eine neue Kampagne sammelt ihre Ideen.

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: «In den USA ist es gesetzlich geregelt, dass man bereits ab dem 16. Lebensjahr die Fahrprüfung machen und selbstständig Auto fahren kann. Dies in der Schweiz einzuführen, würde vieles in der Welt der Jugendlichen verändern.» «Die Busse fürs Falschparken, Velo ohne Licht oder was auch immer. Was wäre aber, wenn Polizisten nicht nur die Macht zum Bestrafen hätten, sondern auch die, jemanden zu belohnen, wenn er positiv auffällt? Es geht um die, die der alten Frau auf den Bürgersteig helfen. Leute, die unsere Welt ein bisschen besser machen.» Mein Wunsch ist ein Gesetz, das grosse Handelsketten zwingt, den Verpackungsaufwand zu begrenzen. Sie sollten aufhören, Gemüse abzupacken.» «Ausländer mit mit dauerhafter Aufenthaltsbewilligung sollen Zivilschutz oder Zivildienst leisten.» «Momentan gilt das Gleis7 nur für Zugstrecken der SBB, andere Anbieter sind in diesem Angebot nicht enthalten. Das soll sich ändern!» Mit der nationalen Kampagne von Engage.ch will der Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ junge Menschen dazu bewegen, ihre politischen Forderungen und Ideen in die nationale Politik einzureichen. Das Pilotprojekt des DSJ wird am Montag lanciert und Junge können ihre eigenen Ideen auf der Website von Engage.ch einreichen. Mit etwas Glück wird der eigene Vorschlag von einem der elf jüngsten Parlamentarier und Parlamentarierinnen der Schweiz ausgewählt und als Vorstoss ins Parlament gebracht. «Wir möchten, dass Jugendliche eine einfache Möglichkeit haben, ihre Anliegen einzubringen, ohne dass sie dazu einen Politiker persönlich kennen müssen», sagt Maurus Blumenthal, Geschäftsleiter des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente. «Die Digitalisierung der Politik schreitet voran und man muss die Jungen da abholen, wo sie kommunizieren, also primär online», so Blumenthal. Interessierte zwischen 14 und 25 Jahren, die in der Schweiz wohnhaft sind, können ihre Vorschläge unter www.engage.ch einbringen. Dabei können sie wählen, ob ihre Idee einem bestimmten Politiker zugeteilt wird oder für alle teilnehmenden Parlamentarier verfügbar bleibt. Die National- und Ständeräte können dann aus einer Liste jene Vorschläge auswählen, die sie im Parlament einbringen wollen. Nachdem Politiker ihre Wahl getroffen haben, treffen sie sich mit den jungen Initianten an der Sommersession in Bern, um das Einreichen der Anliegen zu besprechen. Unter den Politikern, die sich aus dem Fundus junger Polit-Ideen bedienen können, ist etwa Nationalrat Lukas Reimann (SVP). Und auch die jüngste Parlamentarierin im Nationalrat, Lisa Mazzone (Grüne), wirbt für das Projekt: «Werde auch du Teil des politischen Prozesses, denn er verändert dein Leben jeden Tag.» Und der mit 32 Jahren jüngste Ständerat Damian Müller (FDP) hofft auf die Kreativität junger Polit-Enthusiasten: Wer gute Chancen haben will ausgwählt zu werden sollte laut Blumenthal «ein nationales Anliegen wählen, das konkret und umsetzbar ist», sagt Blumenthal. Wichtig sei auch eine gute Begründung und ein kurz und knackig formulierter Text und Titel. Die Beiträge können auch mit Bildern oder einem Video ausgestaltet werden. «Man darf sich auch gern als Gruppe, zum Beispiel im Klassenverband, anmelden», sagt Blumenthal. Bild: Der Nationalratsaal im Bundeshaus. Eine junge Frau füllt am 20. Januar 2005 ihren Warenkorb mit der Aufschrift "Frischland" mit biologischen Äpfeln, M-Bio, aufgenommen am 20. Januar 2005 im Migros Limmatplatz in Zürich. Migros zählt zu den grössten Anbietern in der Schweiz. Das Verkaufsnetz umfasst insgesamt 587 Standorte. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

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Sollen Polizisten nicht nur bestrafen, sondern auch mal ein Lob aussprechen, wenn man der alten Frau auf den Bürgersteig hilft? Oder braucht es einen Rabatt für junge ÖV-Nutzer? Diese Forderungen könnten nun auf der politischen Agenda landen: Mit der nationalen Kampagne von Engage.ch will der Dachverband Schweizer Jugendparlamente (DSJ) junge Menschen dazu bewegen, ihre politischen Forderungen und Ideen in die nationale Politik einzureichen.

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Das Pilotprojekt wird am Montag lanciert. Junge können ihre eigenen Ideen auf der Website von Engage.ch einreichen. Mit etwas Glück wird der eigene Vorschlag von einem der elf jüngsten Parlamentarier und Parlamentarierinnen der Schweiz ausgewählt und als Vorstoss ins Parlament gebracht.

Politisches Crowdsourcing

«Wir möchten, dass Jugendliche eine einfache Möglichkeit haben, ihre Anliegen einzubringen, ohne dass sie dazu einen Politiker persönlich kennen müssen», sagt Maurus Blumenthal, Geschäftsleiter des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente.

Das Crowdsourcing von politischen Ideen sei beispielsweise in Skandinavien und den USA schon bekannter, nun soll es auch in der Schweiz Einzug auf nationaler Ebene finden. «Die Digitalisierung der Politik schreitet voran und man muss die Jungen da abholen, wo sie kommunizieren, also primär online», so Blumenthal.

Vorschläge nach Likes sortiert

Interessierte zwischen 14 und 25 Jahren, die in der Schweiz wohnhaft sind, können ihre Vorschläge einbringen. Dabei können sie wählen, ob ihre Idee einem bestimmten Politiker oder einer Politikerin zugeteilt wird oder ob sie für alle teilnehmenden Parlamentarier verfügbar bleibt.

Die National- und Ständeräte können dann aus einer Liste jene Vorschläge auswählen, die sie im Parlament einbringen wollen. Einerseits erhalten sie eine Liste mit jenen Themen, die direkt an sie gerichtet wurden, andererseits gibt es eine allgemeine Aufstellung der Vorschläge. Die Listen sind nach der Anzahl Likes sortiert. Nachdem Politiker ihre Wahl getroffen haben, treffen sie sich mit den jungen Initianten an der Sommersession in Bern, um das Einreichen der Anliegen zu besprechen.

Unter den Politikern, die sich aus dem Fundus junger Polit-Ideen bedienen können, ist etwa Nationalrat Lukas Reimann (SVP).

Und auch die jüngste Parlamentarierin im Nationalrat, Lisa Mazzone (Grüne), wirbt für das Projekt: «Werde auch du Teil des politischen Prozesses, denn er verändert dein Leben jeden Tag.»

Und der mit 32 Jahren jüngste Ständerat Damian Müller (FDP) hofft auf die Kreativität junger Polit-Enthusiasten:

Auch schrägere Vorschläge sind erwünscht

Aber wie formuliert man seinen Vorschlag am besten, damit er gute Chancen hat, ausgewählt zu werden? «Es sollte sich um ein nationales Anliegen handeln, das konkret und umsetzbar ist», sagt Blumenthal. Es dürfe aber ruhig auch etwas Schrägeres dabei sein; innovative Ideen seien am Anfang vielfach schräg. Wichtig sei auch eine gute Begründung und ein kurz und knackig formulierter Text und Titel. Die Beiträge können auch mit Bildern oder einem Video ausgestaltet werden. «Man darf auch gerne als Gruppe, zum Beispiel als Schulklasse, Anliegen und Ideen einbringen», sagt Blumenthal.

Hier das Informationsvideo zur Kampagne:

(lz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ghost am 20.02.2017 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auto mit 16 NEIN

    Im Januar wurde ich volljährig und sass zum ersten mal gleich am Geburtstag im Auto bei meinem Fahrlehrer. Nach gut 7 Stunden kann ich sagen das Auto fahren nichts für 16-jährige ist da diese noch sehr verantwortungslos sind und die Gefahren nicht realisieren würden!

    einklappen einklappen
  • Nej am 20.02.2017 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schön, aber

    die sollen zuerst arbeiten gehen und mit geld lernen umzugehen! meine 2 kinder sind jetzt in dem alter... wenn ich so überlege,...ganz sicher nein!

    einklappen einklappen
  • janu am 20.02.2017 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh Nein!

    Es reicht vollkommen aus die Fahrprüfung mit 18 Jahren zu machen. Wie wollen diese 16 jährigen, die geraden in das Berufsleben starten, (und auch nicht alle) das auch bezahlen und wofür benötigen diese ein Auto?! Schlechte Idee...

Die neusten Leser-Kommentare

  • old owl am 21.02.2017 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA kein Massstab

    Wir sind nicht die USA. Zudem: 16-jährige haben entwickungspsychologisch und soziologisch gesehen die notwendige Maturitäts für die Übernahme einer solchen Verantwortung nicht erreicht.

  • Baselboy12 am 21.02.2017 06:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin dagegen

    Autofahren ab 16? Find ich eine doofe idee. In der usa ist das vorallem erlaubt weil man da wenn man nicht direkt in der grosstadt lebt, weite wege fahren muss und zum teil auch einen weiten schulweg hätte. In der schweiz ist das öv system viel besser und die wege kürzer.auserdem wer würde das bezahlen? Mit 16 ist man zum teil noch in der schule oder erstem lehrjahr. Da verfient man noch nicht genug für die fshrstunden.

  • ijloha am 20.02.2017 23:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NEIN ZUM AUTOFAHREN AB 16

    Ich bin selber Neulenker (seit 2Jahren) und bin der Meinung, dass man erst Autofahren lernen sollte wenn man Geld hat und eine gewisse Reife vorhanden ist. Wie soll ein 16jähriger z.B einen Totalschaden begleichen? Muss er vor dem Bundesgericht etwa singen?

  • DavidLU am 20.02.2017 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    ist doch super wenn mit 16 Auto gefahren werden darf. die Jungs können dann auch gleich mit 16 zur Armee und die Mädels natürlich auch

  • SwagghafeLeo am 20.02.2017 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Autofahren ab 16 mit weniger PS

    soll man dass doch mal prüfen, Auto mit maximal 80PS