Beznau I

12. August 2017 11:11; Akt: 12.08.2017 11:42 Print

Axpo verschweigt Unstimmigkeiten in AKW

Im Reaktordruckbehälter von Beznau 1 sind «Vertiefungen» festgestellt worden. Die Betreiberin Axpo hat die Öffentlichkeit darüber nicht informiert.

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Letzte Schleuse vor dem Reaktor: Beznau-Mitarbeiter. (Archiv) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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In der Stahlplattierung des Reaktordruckbehälters des AKW Beznau 1, das seit März 2015 stillsteht, sind bei Revisionsarbeiten «Vertiefungen» festgestellt worden. Gemäss der Betreiberin Axpo und der Atomaufsichtsbehörde ENSI sind die Befunde nicht sicherheitsrelevant.

Die Medienstelle der Axpo bestätigte am Samstag auf Anfrage einen entsprechenden Bericht der Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Der Bund», wonach in der Stahlplattierung des Reaktordruckbehälters «einzelne, geringfügige Vertiefungen» registriert wurden.

Dem ENSI gemeldet

Sämtliche Auffälligkeiten seien untersucht und bewertet worden. Auf die Funktion beziehungsweise die Integrität des Reaktordruckbehälters haben die Vertiefungen gemäss Axpo «keine Auswirkungen».

Der Energiekonzern meldete den Befund dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI). Die Atomaufsichtsbehörde ordnete die Befunde auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare und radiologische Ereignisse (INES) auf der untersten Stufe 0 («Abweichung») zu.

Öffentlichkeit nicht informiert

Bei der genaueren Messung im Jahr 2015 seien drei bewertungspflichtige Befunde zum Vorschein gekommen, deren Tiefe etwa die halbe Dicke der Plattierung betrage, wird das ENSI im Zeitungsbericht zitiert. Die Befunde stellten «keine Beeinträchtigung für den sicheren Betrieb des Reaktordruckbehälters» dar. Die Ursache liege meist in der Herstellung.

Der Energiekonzern Axpo hatte die Öffentlichkeit nicht über diese Befunde informiert. Der Fokus in der Kommunikation sei auf den Befunden im Zusammenhang mit den Aluminiumoxideinschlüssen im Reaktordruckbehälter gelegen, hält die Medienstelle dazu fest.

Rund 925 Materialfehler

Beznau 1, einer der ältesten kommerziellen Reaktoren der Welt, ist seit März 2015 vom Netz. Im Sommer des gleichen Jahres wurden am Reaktordruckbehälter rund 925 Materialfehler entdeckt.

Es sind fehlerhafte Materialstellen von einer Grösse von 5 bis 6 Millimetern. Gemäss Abklärungen der Axpo sind diese Materialfehler nicht während des Betriebs des Reaktors entstanden, sondern bei der Schmiedung des Druckbehälters 1965 in Frankreich.

Termin mehrfach verschoben

Axpo gibt sich zuversichtlich, Beznau 1 am 31. Oktober wieder anfahren zu können. Der Termin ist bereits mehrfach verschoben worden. Grund für die neuste Verschiebung seien die «Prüfkommentare der Aufsichtsbehörde» ENSI zum eingereichten Sicherheitsnachweis für den Reaktordruckbehälter von Beznau 1, hiess es.

(chi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • René B. am 12.08.2017 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnvoll oder nicht?

    Man kann sich streiten darüber, ob es wirklich sinnvoll ist, die Bevölkerung über jedes Detail zu informieren. Die meisten Leute können das sowieso nicht einordnen. Andererseits entsteht so natürlich das Gefühl, dass man etwas zu vertuschen versucht.

  • Senfgurke am 12.08.2017 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schlimm

    Uns wird in der Schweiz vieles verschwiegen. Oft ist es aber besser so. Sonst würden wir uns nur noch mehr aufregen.

  • Beat Meier am 12.08.2017 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Axpo hat nichts verschwiegen

    Axpo verschweigt. So ein Hafenkäse. Axpo resp. die Verantwortlichen im KKB haben sich an das vom ENSI vorgegebene Meldeverfahren gehalten und damit gar nichts verschwiegen. Aber eben, Quote wird mit einem reisserischen Titel gemacht. Schade schade

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Werner am 12.08.2017 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Geld ist wichtiger

    Warten bis es zum Gau kommt dann alles gut reden.Geld ist halt mal viel wichtiger als alles anderen.Die Politiker schauen dem ganzen nur zu.

  • sepp am 12.08.2017 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grün leuchten

    Wir brauchen keinen Kim und auch keinen Trump, wir haben Beznau 1 und Beznau 2, bald leuchten wir hier grün, somit brauchen wir dann keine Strasse Laternen mehr.

  • Koblenzer am 12.08.2017 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unausgewogen

    Warum informiert Leibstadt nicht, dass ihr AKW keine Unstimmigkeiten hat?

  • Leon am 12.08.2017 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Erwartet jemand etwas Anderes?

    Nach den letzen Vorfällen zu Bioziden, Dieselgate usw. ist klar wie Politik, Behörden und Unternehmen sich gegenseitig decken und das Volk anlügen.

  • F.ukushims am 12.08.2017 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katastrophe

    Falls entwas passieren sollte wird es die Schweiz nicht mehr geben, oder halt nicht mehr bewohnbar sein. Nur so als input.

    • Captain Hindsight am 12.08.2017 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @F.ukushims

      Jetzt übertreiben Sie masslos.

    • Bezushima am 12.08.2017 19:22 Report Diesen Beitrag melden

      Nur so als Input.

      Wenn der Inhalt von Beznau Richtung Nordsee läuft, will die EU alle Devisen der EZB. (Ausser den wertlosen Franken.)

    • R aus E am 12.08.2017 20:01 Report Diesen Beitrag melden

      übertreiben?

      Ich wüsste nicht was es da als Übertreibung gibt. Es ist die Tatsache, dass von Basel bis St. Gallen und von Bern bis Chur niemand mehr leben kann und will.....

    • Captain Hindsight am 12.08.2017 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R aus E

      Lebt in Japan niemand mehr?

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