Bündner SVP

20. April 2015 06:02; Akt: 20.04.2015 08:54 Print

Blocher-Tochter kandidiert für den Nationalrat

Eine weitere Quereinsteigerin für die SVP: Die Tochter von alt Bundesrat Christoph Blocher, Magdalena Martullo-Blocher, kandidiert für den Nationalrat.

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Magdalena Martullo-Blocher kandidiert für den Nationalrat. (Bild: Keystone/Patrick B. Kraemer)

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Die 45-jährige Martullo-Blocher soll eine von zwei Listen der SVP bei den Wahlen anführen, wie die Partei am Montagmorgen mitteilte. Als Chefin und Mehrheitsaktionärin des grössten Bündner Unternehmens sei sie mit der Situation und den Herausforderungen des Wirtschaftsstandorts Graubünden bestens vertraut.

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Die SVP ist erfreut, dass eine «ausgewiesene Wirtschaftsführerin» sich für die Wahl ins Bundesparlament zur Verfügung stellt. Am Nachmittag will sich die Ems-Chefin den Fragen der Medien stellen.

Angriffige Kandidatur-Begründung

In einer persönlichen Erklärung zur Kandidatur gibt sich Martullo-Blocher angriffig: «Die aktuelle Bundespolitik ist von oberflächlichen Sachkenntnissen und leichtsinnigen Schnellschüssen geprägt. Überregulierung und ein ungebremster Staatsausbau belasten die Schweizer Wirtschaft, aber auch jeden Einzelnen zunehmend.»

Unternehmer mit internationaler Erfahrung würden im Parlament immer seltener. Unternehmerische Grundsätze wie Eigenständigkeit, Effizienz und Pragmatismus seien aber auch in der Politik nötig und sinnvoll. Deshalb habe sie die Anfrage für eine Kandidatur angenommen. Im Falle einer Wahl will Martullo-Blocher ihre Funktionen bei der Ems Chemie weiterhin «unverändert wahrnehmen».

Brand tritt erneut an

Die Bündner SVP, die nach der Abspaltung der BDP neu aufgebaut wurde, verfügt heute über ein Mandat im Nationalrat. Der Bisherige Heinz Brand wird bei den Wahlen im Herbst nochmals antreten. Sämtliche Kandidaturen müssen noch von einer Nominationsversammlung abgesegnet werden.

Magdalena Martullo-Blocher ist bereits die zweite prominente Quereinsteigerin, die für die SVP in den Nationalrat gewählt werden will. Ende Februar hatte bereits «Weltwoche»-Chefredaktor und -Verleger Roger Köppel seine Kandidatur im Kanton Zürich angekündigt.

Martullo-Blocher hatte die Führung der EMS Chemie auf Anfang 2004 übernommen, als ihr Vater in den Bundesrat gewählt wurde. Der international tätige Spezialitätenchemiekonzern erwirtschaftet vom Standort Domat/Ems GR aus einen Umsatz von rund 480 Millionen Franken und beschäftigt rund 1000 Personen in Graubünden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frau die für den Frieden ist am 20.04.2015 08:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz braucht koopertive Politiker

    Muss das sein?? Es reicht doch, wenn Frau Martullo-Blocher in der EMS rumpoltert! Wer's nicht glaubt, schaut doch mal den DOK von srf1 über die Familie Blocher an. Dort wird in einer Sequenz gefilmt, wie Frau Martullo eine Sitzung leitet; m.E. eine echte Zumutung dieser Führungsstil. In der heutigen schwierigen politischen Lage brauchen wir besonnene und kooperative PolitikerInnen. Polterer sollen doch einfach zu Hause rumpoltern. Danke.

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  • R.M. am 20.04.2015 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Zürcherin...

    ... die am Zürichsee wohnt kann die Anliegen der Bündner bestimmt hervorragend vertreten. Aber dank Ihrem Papi wird das ganze sogar noch klappen... Vetternwirtschaft ist schon `ne tolle Sache.

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  • Technokratiker am 20.04.2015 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    LePens der Schweiz

    Dann muss sie nur noch Parteiführerin werden und wir haben die LePens der Schweiz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marie Stark am 21.04.2015 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig medientauglich

    Ich glaube nicht, dass sie reelle Chancen hat. Einem Mann wird so ein plumpes Auftreten eher verziehen. Sie kommt schon nicht gerade sympathisch rüber. Das Video mit der internen Schulung ist auch nicht gerade die PR, die sie nötig hat. Was sie politisch vertritt, unterstütze ich. Aber sie als Politikerin ist mir irgendwie unwohl...

  • Anonyn am 21.04.2015 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht?

    Warum sollte sie nicht? Ich würde sie wählen. Hoffe sie sagt auch was sie denkt.

  • Herbert Fauser am 20.04.2015 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    Blochers

    Warum nur habe ich jedesmal, wenn ich den plumpen Blocher und seine vergrämte Tochter Magdalena sehe, das Gefühl, dass ich zwei typische deutsche Staatsangehörige vor mir habe, die komischerweise Schweizer Dialekt sprechen.

    • Tom - Bern am 20.04.2015 23:07 Report Diesen Beitrag melden

      das finde ich sehr schade ...

      ... wie du die nördlichen Nachbarn verunglimpfst. Wenn Blochers Vorfahren ähnlich gehandelt haben wie CB und MMB, dann kann ich mir vorstellen, dass Deutschland froh war, dass die Blochers sich in der Schweiz angesiedelt haben.

    • Joschim Gerner am 21.04.2015 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      UNGERECHT

      @Tom-Bern: Sie haben völlig Recht! Es ist unfair, die Deutschen pauschal in dieser Weise zu beschuldigen, sie wären Griesgrame. Ob die Blochers ursprünglich aus D stammen, weiss ich nicht. Ich habe bis anhin stets gute Erfahrungen gemacht mit unseren nördlichen Nachbarn!

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  • roland haueter am 20.04.2015 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das fände ich eine katastrophe

    das wäre eine mittlere katastrophe! ein solcher mittelalterlicher und diktatorischer führungsstil hat in einer modernen gesellschaft nichts zu suchen! da kann sich dies papi noch so wünschen. sein auftritt im bundesrat hat gezeigt zu was dies führt. kooperation und diplomatie gekoppelt mit menschlichkeit ist heute gefragt, damit unsere welt nicht immer mehr aus dem ruder läuft!

    • Henry am 20.04.2015 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Aha

      Klar doch, lieber noch ein paar linke Funktionäre die nur wissen wie man fremdes Geld ausgibt. Oder ein paar Grüne die Abstimmungen durchführen lassen wo 90% der Stimmenden dagegen sind. Da ist mir eine Industrievertreterin immer noch lieber, die weiss wenigstens wie man Ausbildungs und Arbeitsplätze schafft.

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  • margot am 20.04.2015 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schoenheit

    Musste mir doch noch das Video zu Gemuete fuehren. Sooo haesslich und unsympathisch wie allgemein gelaestert wird scheint mir diese Blocher-Tochter nicht zu sein. Braucht halt auch noch etwas Uebung in der Oeffentlichkeit zu stehen. Sie wird mit Sicherheit bei einer Wahl zur Nationalraetin nicht ihre Zeit mit Skandaelchen vergeuden. Solche Politiker/innen gibt es ja zur Zeit genuegend. Mein Vertrauen hat sie. Und jetzt wuensche ich froehliches Daeumchendruecken nach unten.