Diebstahl oder nicht?

30. März 2017 11:25; Akt: 31.03.2017 11:07 Print

Brief mit Fünfliber verschickt – Münze weg

Eine Leser-Reporterin hat per Post einen Fünfliber verschickt – bei der Empfängerin kam aber nur das leere Couvert an. Ein Diebstahl ist nicht die einzige Erklärung dafür.

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Eine Leser-Reporterin aus dem Thurgau ist empört: Sie wollte eine kleine Schuld von 5 Franken begleichen. Also steckte sie einen Fünfliber in ein Couvert und gab dieses per A-Post auf. Bei der Empfängerin kam die Münze jedoch nicht an. Zwar zeichneten sich deren Umrisse noch auf dem Umschlag ab, doch sie war weg.

«Ich ärgere mich sehr, dass man heute nicht einmal mehr der Post trauen kann», sagt die Leserin. Post-Sprecher Oliver Flüeler sagt, er verstehe zwar den Unmut der Kundin, wehre sich aber gegen diesen Pauschalverdacht. Zwar sei nicht auszuschliessen, dass es unter den 60'000 Angestellten der Post auch schwarze Schafe gebe. «Es gibt aber Kontrollen, und das Risiko heisst ‹sofortige Entlassung›. Zudem wählen wir unser Personal sorgfältig aus. Angestellt wird nur, wer einen Strafregisterauszug vorlegt und über einen guten Leumund verfügt.»

Ging der Fünfliber in den Sortiermaschinen verloren?

Dafür, dass der Fünfliber verschwand, gibt es laut Flüeler auch eine andere mögliche Erklärung, die er für plausibler hält: «Er könnte in den Sortiermaschinen aus dem Umschlag gedrückt worden sein.»

Wenn harte, kantige Gegenstände in einfachen Papierumschlägen verschickt würden, sei dies sehr riskant. «In unserem Fundbüro kommen zahlreiche Schlüssel und Sticks zusammen, die in der Sortiermaschine aus Umschlägen gefallen sind, weil die Kanten etwa von Münzen oder Schlüsseln in der hohen Geschwindigkeit der Verarbeitung das einfache Papier aufschneiden.»

Post rät vom Verschicken von Bargeld ab

Die Post rät dringend davon ab, wertvolle oder nicht ersetzbare Gegenstände in einfachen Papiercouverts zu verschicken. Flüeler: «In solchen Fällen sollte man unbedingt die gepolsterten oder verstärkten Umschläge verwenden, die in den Papeterien und Poststellen angeboten werden.»

Und wer trotz der heutigen Möglichkeiten des Online-Bankings noch Bargeld per Post verschicken wolle, entscheide sich besser für die Angebote A-Post Plus oder Einschreiben. Sendungen, die per A-Post Plus verschickt werden, können anders als gewöhnliche A-Post zurückverfolgt werden und sind für bis zu 100 Franken versichert, bei Einschreiben haftet die Post für bis zu 500 Franken.

Generell erhalte die Post sehr wenige Reklamationen wegen Geld oder Wertsachen, die aus Postsendungen verschwunden sein sollen, wie Flüeler sagt. Über konkrete Zahlen dazu verfüge die Post zwar nicht. «Angesichts der 15 Millionen Sendungen, die wir täglich transportieren, ist es jedoch ein verschwindend kleiner Anteil.»

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zweistein am 30.03.2017 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    total unerklärlich..ein Rätsel fast

    Boa...ein massiver 5 Fränkler in einem dünnen Papierumschlag....muss man da wirklich Einstein sein um darauf zu kommen dass das Papier das Geldstück nicht halten kann bei dem Weg den ein Brief geht bis er beim Empfänger ankommt? Was kommt als nächstes? Frau hat Eisklumpen verschickt aber nichts kam an? Come one...

  • Esthi am 30.03.2017 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Füfliiber

    Hätte sie eine nette Karte dazu geschrieben und den Füfliiber mit einem Klebeband hinein geklebt wäre das wohl nicht passiert...

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  • Marco am 30.03.2017 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Super Idee Bargeld lose zu versenden

    Wenn schon per Brief versenden dann mit Klebeband in einen Karton kleben und diesen nochmals mittig falzen so dass der Fünfliber weder erstastbar ist noch in der Sortiermaschine hängen bleibt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Florian am 31.03.2017 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ihr habt alle keine ahnung

    Das hat mit diebstahl nix zu tun es wird auf der post website untersagt geldmengen zu versenden tut man es doch trozdem kann die post für fehlendes geld nicht haftbar gemacht werden

  • Freeridersteve am 31.03.2017 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo

    Feste Gegenstände gehören in ein Luftpolster-Couvert. Das stand vor 35 Jahren in meiner Kinderpost. Gestern war ein guter Tag, wenn das das grösste Problem der Welt war.

  • Susanne Sp. am 31.03.2017 02:09 Report Diesen Beitrag melden

    Die Stempelmaschinen vertragen das schon

    Verschicke regelmässig Briefe voller Fünfliber. Die Stempelmaschinen vertragen das schon?

  • Conny Garcia am 31.03.2017 01:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geburtstagsüberraschung

    Meine über 80zig jährige Mutter hat mir letztes Jahr zum Geburtstag eine 50 Franken Note ins Kuvert gelegt - Kuvert kam an, fein säuberlich aufgeschlitzt und mit Klebeband sichtlich wieder verschlossen - natürlich war das Geld weg. Das muss doch zwingend jemand von der Post gemacht haben. Ich habe auf der Poststelle reklamiert, die Zeit hätte ich mir sparen können. Unglaublich oder?

  • Postangestellte am 31.03.2017 01:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man schickt keine Münzen

    Selbst schuld , das Geld geht mit Brief durch eine Sortiermaschine und bleibt sehr wahrscheinlich stecken .sowas stiehlt niemand , überall Kameras