Seltene Begegnung

13. April 2018 11:43; Akt: 13.04.2018 11:43 Print

Bündner Waschbär nascht von Futternapf

In Seewis ist am Donnerstagmorgen ein Waschbär um ein Haus geschlichen. Weil Verdacht auf die Krankheit Staupe bestand, wurde das Tier erschossen.

Der Waschbär streifte um ein Haus in Seewis GR. (Video: Leser-Reporter)
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Vor einem Haus in Seewis GR hat ein Leser am Donnerstagmorgen eine besondere Begegnung gemacht. «Ich machte gerade meine Tochter für die Schule fertig. Als ich nach draussen schaute, sah ich etwas Graues. Es hatte einen langen, buschigen Schwanz.» Vom oberen Stock des Hauses konnte er das Tier besser erkennen: Es war ein Waschbär, der um das Auto schlich.

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Der Bündner ging nach draussen und näherte sich dem Tier, das keine grosse Scheu zeigte. «Ich streckte ihm Hundefutter hin, er hat es gefressen.» Daraufhin habe er versucht, den Waschbären in einer Box zu fangen. Dafür stellte er einen Napf Katzenfutter hinein, an dem sich das Tier bediente. «Der kannte sich auf dem Grundstück aus. Jetzt ist mir auch klar, weshalb der Futternapf im Stall jeden Morgen so sauber leer geputzt war.»

Vermutlich ein Einzeltier

Ein Bild des Waschbären habe er dann einem befreundeten Jäger geschickt. Dieser zeigte sich besorgt: Dass der Waschbär so nahe zu den Menschen kommt, regt den Verdacht, dass er an Staupe leidet. Ein Wildhüter hat das Tier deshalb kurz darauf erschossen, als es auf einem Holzstapel beim Haus schlief.

Bündner Waschbär nascht von Futternapf

Die hochansteckende virale Krankheit breitet sich derzeit vor allem unter Füchsen und Mardern aus und führt häufig zum Tod des Tieres. Auch ungeimpfte Hunde und Katzen können infiziert werden, deshalb ist die Staupe gerade für Welpen gefährlich. Ein Symptom der Krankheit ist abnormales Verhalten, wie Heinz Guler, leitender Wildhüter des Bezirks Herrschaft-Prättigau, erklärt. «Waschbären sind eigentlich eher scheu wie jedes andere Wildtier und nachtaktiv.» Dass nun ein Tier am Tag in einer Wohnsiedlung umherstreife, deute auf die Krankheit hin. Der Waschbär wird nun in der Tierpathologie der Tierklinik Bern untersucht.

Guler geht davon aus, dass es sich um ein Einzeltier handelte. Es ist aber nicht der erste Waschbär, der durch Graubünden streift. Vor einigen Jahren tauchte ein anderer auf, der jedoch vermutlich aus einem Gehege ausgebrochen war.

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jede am 13.04.2018 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Todesurteil

    Darum, überlegen, ob man jede Sichtung eines Wildtieres weitermeldet, da es ansonsten gerade erschossen wird.

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  • Muzla12 am 13.04.2018 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    erst testen

    Und wenn sich herausstellt das er keihe staupe hatte, ich finde es schade immer wenn Wildtiere sich mal für Menschen interessieren werden diese gleich erlegt. Auch die Rehe letztes mal. Erst auf krankheiten testen dann reagieren und nicht umgekehrt.

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  • Selina mirari am 13.04.2018 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich?

    Ja klar anstatt einfangen und untersuchen erst mal abschiessen und dann untersuchen.. jetzt kann man sich die untersuchung sparen, weil es macht das Tier nicht wieder lebendid sollte es doch Staupefrei sein

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Daisydream am 14.04.2018 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Schlaf ermordet

    Warum immer gleich abschiessen! Der Waschbär kann nichts dafür, dass die Staupe grassiert. Er hatte nur einfach keine Angst. Wie will man behaupten, das wäre ein merkwürdiges Verhalten. War für diesen vielleicht normal. Nur gut, dass nicht gleich jeder Mensch, der nicht ins Schema passt, abgeschossen wird. Wird Zeit, das der Mensch endlich umdenkt.

  • Neumann am 13.04.2018 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Relativ

    Ich glaube, viele Schweizer haben die Relation zur Natur und zu Wildtieren verloren und verteufeln diese Tiere oder verniedlichen sie. Beides ist grundfalsch!

  • Adi am 13.04.2018 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schäm dich Grischun

    In Graubünden ,scheint mir,ist jedes Wildtier ein Schädling und wird eliminiert.....

  • Etsche am 13.04.2018 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waschbären, Giftige Schlangen u. Spinnen usw.

    Waschbären gehören wie viele andere Tiere nicht in die Schweiz!!! In Deutschland sind sie in einigen Orten schon zur Plage geworden!! Darum gar nicht vermehren lassen hier !

  • Jairo am 13.04.2018 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waschbären in der Schweiz

    Lieber Waschbär ich hoffe du konntest deine Ausflüge und erfolgreichen Beutezüge geniessen-ob du krank warst oder nicht-ob du Junge hast-war nicht wichtig-vieleicht warst du ja wirklich krank-vielleicht aber auch nicht??? Es wurde einfach entschieden dich zu töten-ich hoffe du musstest nicht leiden-und ja,warne alle Artgenossen vor den Menschen!