P-26

03. Februar 2018 09:37; Akt: 03.02.2018 09:49 Print

Bund findet Akten zur Geheimarmee nicht mehr

Das VBS weiss angeblich nicht, was mit den «extrem sensitiven Akten» zur P-26 passiert ist.

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Der Bundesrat hat die Geheimarmee P-26 im Jahr 1990 aufgelöst. Nun sollen auch die Akten über die Organisation verschwunden sein, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Man könne «noch nicht erklären», was mit den als «geheim» deklarierten Akten passiert sei, heisst es.

Der sogenannte Cornu-Bericht, in dem die Beziehungen der P-26 zu ausländischen Organisationen festgehalten sind, bestehe noch – es fehlen jedoch Beilagen. Dabei handle es sich um «extrem sensitive Akten», wie etwa um Einvernahmeprotokolle von Zeugen, Namen von P-26-Mitgliedern oder Originaldokumente.

«Entwendet oder vernichtet»

Sacha Zala, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte, vermutet im «Tages-Anzeiger», dass die Dokumente «entwendet oder vernichtet wurden, weil es darin um ausländische Nachrichtendienste geht».

Das «Projekt 26» war eine während des Kalten Krieges ab 1979 aufgebaute geheime Kaderorganisation, die im Fall einer feindlichen Besetzung der Schweiz Widerstand aufbauen und leisten sollte.

Finanziert wurde die von Armee und Verwaltung unabhängige P-26 aus verschiedenen Quellen – jedoch ausschliesslich aus Kreditrubriken des damaligen Eidgenössischen Militärdepartements. Bei der Auflösung hatte sie 400 Mitglieder, der Sollbestand betrug 800 Personen. Die P-26 verfügte über Waffen.

Bis 2040 unter Verschluss

2009 entband der Bundesrat die Veteranen des geheimen Widerstandes im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg zwar von ihrer Schweigepflicht. Sie durften sich aber nur über ihre Zugehörigkeit zu einer Gruppe und eigene Diensterlebnisse äussern.

Die Akten zur P-26 bleiben jedoch bis etwa ins Jahr 2040 unter Verschluss. Der Bundesrat wies in einer 2010 veröffentlichten Antwort auf eine Motion auf die gesetzliche Sperrfrist von 50 Jahren für besonders schützenswerte Personendaten hin.

(woz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thunder83 am 03.02.2018 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fake News?

    Jaja so können Fragen auch umgangen werden.... - Ich hab das Gefühl, dass wir mal wieder angelogen werden.

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  • Commodore am 03.02.2018 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig...

    Gratulation! Nein wirklich, tolle Leistung.... Wie kann man bloss so unfähig sein und solche Akten "verlieren"? Wieder einmal VBS Effizienz vom feinsten....

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  • MasterMind am 03.02.2018 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm... komisch

    Und wenn ich vor 10 Jahren, 200 Franken zu wenig Steuern bezahlt habe, findet das garantiert irgend ein eifriger Steuernötzli in den Akten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sepp verlogenheit am 04.02.2018 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billag , SRG lässt grüssen :

    Logisch ! Da sie selbst das bisschen Verstand wo sie hatten nicht mehr finden !

  • Das Archiv am 04.02.2018 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Korrekt ordentlich effizient entsorgt

    So was kommt vor in der Schweiz, das ist dann jeweils allen furchtbar peinlich!

  • Arno am 04.02.2018 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    ich habe zu wenig Ahnung

    Für den Notfalljedes Land sollte (zum Überleben) sowas ähnliches haben. Oder täusche ich mich da? ich bin natürlich ein Laie. Ich würde als Bürger (wenn es Krieg ausbricht) eventuell geschützt, oder nicht? Leider habe ich keine grosse Ahnung für das Thema...

  • uti am 04.02.2018 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alte leier

    neue Fischer Akten?! mann weiss ja nie!!

  • hst am 04.02.2018 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    adakadabra

    Da hat wohl einer gezaubert weil ein anderer zu laut die Zauberformel sprach.