Olympische Winterspiele

21. November 2012 12:36; Akt: 21.11.2012 16:01 Print

Bundesrat gibt grünes Licht für Olympia

Der Bundesrat hat 30 Millionen Franken für die Kandidatur für die Olympischen Spiele in Graubünden beantragt. Sollte die Schweiz den Zuschlag erhalten, winkt weitere Unterstützung.

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Alles klar für die Olympische Kandidatur: Bundesrat Ueli Maurer (l.) und Jörg Schild, Präsident Swiss Olympic (Archivbild vom Mai 2012) (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Der Bundesrat hält an seinen Plänen fest, die Kandidatur für Olympische Winterspiele in der Schweiz zu unterstützen. Er beantragt dem Parlament 30 Millionen Franken für die Kandidatur und eine Milliarde für die Durchführung der Spiele.

Trotz der Kritik in der Vernehmlassung hat der Bundesrat am Mittwoch die Botschaft über die Beiträge des Bundes zuhanden des Parlaments verabschiedet. Zur Unterstützung der Kandidatur St. Moritz/Davos für die Winterspiele 2022 beantragt er dem Parlament einen Verpflichtungskredit von 30 Millionen Franken. Die Kosten der Kandidatur werden auf insgesamt 60 Millionen Franken veranschlagt.

Bereits jetzt beantragt der Bundesrat dem Parlament zudem einen Verpflichtungskredit von einer Milliarde Franken als Beitrag an die ungedeckten Kosten für die Organisation und Durchführung der Spiele. Sollte die Schweiz im Jahr 2015 den Zuschlag erhalten, will der Bundesrat dem Parlament eine Botschaft vorlegen, in der die Verwendung des Kredits geregelt wird.

Kosten von 2,8 Milliarden Franken

Der Entscheid über den Beitrag des Bundes an die Kandidatur stelle ein «politisches Präjudiz mit potenziell erheblichen finanziellen Folgen» dar, hält der Bundesrat in der Botschaft fest. Aus diesem Grund beantrage er bereits einen Verpflichtungskredit für die Organisation und Durchführung der Spiele.

Die derzeitigen Schätzungen gehen davon aus, dass die Durchführung der Spiele 2,8 Milliarden Franken kosten würde. Die Einnahmen werden auf 1,5 Milliarden Franken geschätzt. Die Organisatoren sollen nach dem Willen des Bundesrates nun die Finanzierungslücke um 300 Millionen auf höchstens eine Milliarde reduzieren.

Rückzug der Unterstützung möglich

Dass der Bund seinen Beitrag erhöht, schliesst der Bundesrat aus: «Sollte im Rahmen der Ausarbeitung des Bewerbungsdossiers festgestellt werden, dass eine Milliarde Franken des Bundes nicht ausreichen, so wird der Bundesrat seine Unterstützung für das Projekt zurückziehen,» heisst es in der Botschaft.

Der Bundesrat behält sich ausserdem vor, seine Unterstützung bis zum Vergabeentscheid zurückzuziehen, falls sich das Projekt «im Widerspruch zu den ursprünglichen Zielsetzungen und Vorstellungen» entwickelt. Angestrebt werden nachhaltige Spiele.

Erster Entscheid am 3. März

Nicht berücksichtigt sind die Kosten für die Verkehrsinfrastruktur und Sicherheit, die nicht direkt dem Veranstalter zugewiesen werden können. Diese werden auf 1,55 Milliarden geschätzt. Die Sicherheitskosten soll grundsätzlich der Kanton Graubünden tragen.

Das Stimmvolk des Kantons Graubünden wird am 3. März über die Kandidatur entscheiden. Sagt es Nein, sind die Olympia-Pläne vom Tisch, und die Diskussion über die Unterstützung des Bundes erübrigt sich.

Parteien skeptisch bis ablehnend

In der Vernehmlassung waren die Pläne auf Kritik gestossen. Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hält indes fest, dass eine Mehrheit die Durchführung Olympischer Spiele «grundsätzlich begrüsst» habe. Kritisiert worden sei vor allem der Entscheid, eine konferenzielle Vernehmlassung durchzuführen.

Der Bundesrat räumt zudem ein, dass sich die meisten Parteien noch nicht definitiv festgelegt hätten. Klar gegen die Durchführung von Olympischen Winterspielen sprachen sich die Grünen und die Umweltverbände aus. Sie sind der Auffassung, es sei mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu rechnen. Die anderen Parteien zeigten sich zumindest skeptisch.

Gut für den Ruf

Der Bundesrat hält fest, es sei naheliegend, dass mehr als 10 Jahre vor dem eigentlichen Anlass noch viele Fragen offen bleiben müssten. Er selbst sieht in der Kandidatur eine Chance für die Schweiz: Olympische Winterspiele seien geeignet, den Ruf der Schweiz als sicheres und leistungsfähiges Land zu stärken. Zudem förderten sie das nationale Zusammengehörigkeitsgefühl.

Das Konzept sieht St. Moritz als «Host City» vor. Weitere Wettkämpfe fänden in Davos statt, einzelne Veranstaltungen sind in Lantsch/Lenz und in Klosters vorgesehen.

Früher mit kleinerem Budget

St. Moritz war bereits zweimal Austragungsort Olympischer Winterspiele, in den Jahren 1928 und 1948. Bei der ersten Austragung betrug das Budget der Veranstalter 70'000 Franken, bei der zweiten 1,1 Millionen Franken.

In den vergangenen Jahren gab es verschiedene Anläufe für Kandidaturen. Viele scheiterten allerdings bereits in einer frühen Phase. Weiter fortgeschritten war die Kandidatur von Sitten für die Olympischen Winterspiele 2002 und 2006. Durchgeführt wurden die Spiele schliesslich in Salt Lake City und Turin.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fredi am 21.11.2012 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ueli for President

    Das gibt Allrounderfahrung. Wo ist da das Problem?

  • spotlite zh am 21.11.2012 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Steuergeldvernichtung pur

    Das ist genau das was wir brauchen. Wir schieben den Berggebieten für die Bauern schon jedes Jahr einige Milliarden für nix in den Hintern. Und jetzt sollen wir noch für eine Olympiade zahlen, damit auch die Hoteliers Millionen Steuergelder für nix abkassieren können? Entweder bezahlt die Wirtschaft die Olympiade mit den Geldern, welche sie sonst den geldgierigen Managern nachwerfen oder Olympia ade. Mit meinem Steuergeld nie und nimmer!!! Wir Melkkühe im Unterland haben eh nix davon ausser noch verstopfteren Strassen.

  • Marc am 21.11.2012 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verschwendung

    Da traut man ja seinen Augen nicht

Die neusten Leser-Kommentare

  • Werner B. am 22.11.2012 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschwendung

    Die allgemeinheit könnte das Geld besser brauchen als ein paar die eh schon zuviel haben. Und der Staat hat wohl genug Schulden, als dass der Bundesrat solche unrentable Veranstaltung unterstützen soll!!!! Wenn er schon Geld ausgeben will, dann besser AHV, PK usw. unterstützen!!!

  • spotlite zh am 21.11.2012 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Steuergeldvernichtung pur

    Das ist genau das was wir brauchen. Wir schieben den Berggebieten für die Bauern schon jedes Jahr einige Milliarden für nix in den Hintern. Und jetzt sollen wir noch für eine Olympiade zahlen, damit auch die Hoteliers Millionen Steuergelder für nix abkassieren können? Entweder bezahlt die Wirtschaft die Olympiade mit den Geldern, welche sie sonst den geldgierigen Managern nachwerfen oder Olympia ade. Mit meinem Steuergeld nie und nimmer!!! Wir Melkkühe im Unterland haben eh nix davon ausser noch verstopfteren Strassen.

  • Alfred W. am 21.11.2012 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz, quo vadis ?

    Das kommt eben davon, wenn man zu viel Geld hat und nicht weiss wohin damit oder wie mit dem Geld umgehen. Und ich frage mich: Warum wird auf allen Ebenen gespart, gespart, gespart? Bund, Kantone, Gemeinden ...

  • Fredi am 21.11.2012 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ueli for President

    Das gibt Allrounderfahrung. Wo ist da das Problem?

  • Marc am 21.11.2012 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verschwendung

    Da traut man ja seinen Augen nicht

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