Uruguay

29. November 2017 20:01; Akt: 29.11.2017 20:01 Print

Camper von Schweizer Touristen konfisziert

Die Wohnmobile von drei Dutzend Touristen sind in Uruguay beschlagnahmt worden. Auch Schweizer sind betroffen. Seit Wochen können sie nicht mit den Fahrzeugen ausreisen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Einst wanderten Schweizer nach Uruguay aus, nun wurden Touristen aus der Schweiz in der Stadt Nueva Helvecia im Süden des Landes von den Behörden ausgebremst: Der Zoll hat Mitte September die Wohnmobile und Geländewagen von rund drei Dutzend Touristen beschlagnahmt, schreibt die «Süddeutsche Zeitung». Unter ihnen sind viele Deutsche, aber auch Schweizer und Italiener. Weil ihre Fahrzeuge nicht aus dem Land ausgeführt werden durften, sassen sie wochenlang in Uruguay fest.

Umfrage
Bist du auch schon mit dem Wohnmobil verreist?

Weshalb die Fahrzeuge beschlagnahmt wurden, darüber sind sich die Betroffenen offenbar nicht im Klaren. Die Einfuhrbestimmungen für die Camper, die Langzeittouristen aus Europa gerne mitbringen, seien bisher unkompliziert gewesen, heisst es im Artikel. Während des Sommers in Europa kehrten viele von ihnen nach Hause zurück und liessen die Wohnmobile auf dafür vorgesehenen Dauerparkplätzen. In Nueva Helvecia gebe es einen grossen.

Richter sehen keine rechtliche Grundlage

Die Behörden haben es im September genau auf diese stehen gelassenen Fahrzeuge abgesehen. Laut der «Süddeutschen Zeitung» habe es offenbar eine anonyme Anzeige gegeben, woraufhin die Camper konfisziert wurden. «So etwas habe ich noch nie erlebt», sagt ein betroffener Deutscher der Zeitung. Nun müsse gerichtlich geklärt werden, ob die Aufenthaltsbewilligung der Fahrzeuge, die üblicherweise zwölf Monate beträgt, auch dann fortbesteht, wenn der Besitzer das Land verlässt.

Diese Frage zu klären scheint aber nicht so einfach: Weil sich das Verfahren hinzieht, haben sich betroffene Deutsche bereits an die Botschaft gewandt. Diese sah sich jedoch nicht in der Zuständigkeit. Dafür hätten zwei Richter in Uruguay befunden, dass die Beschlagnahmung auf keiner rechtlichen Grundlage basiere. Zurückbekommen haben die Besitzer ihre Fahrzeuge aber noch immer nicht.

Botschaft steht in Kontakt mit Schweizern

Das Eidgenössische Amt für auswärtige Angelegenheiten EDA hat Kenntnis von Schweizern, die mit einer gleichartigen Situation konfrontiert sind, heisst es auf Anfrage. Die Schweizer Botschaft in Buenos Aires stehe in Kontakt mit den Betroffenen. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nennt das EDA jedoch keine weiteren Informationen.

(vro)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt am 29.11.2017 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Riecht nach Korruption

    Da hat wohl jemand an der Macht Freude daran die Touristen fertig zu machen. Vielleicht ist er auch nur scharf auf ein Lösegeld oder will die Wohnmobile für sich privat.

    einklappen einklappen
  • Pit am 29.11.2017 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witzli am Rande

    Ein Schweizer ging mit seinem PW nach Rio de Janeiro. Das Auto wurde sofort konfisziert. Er kaufte sich ein Motorrad, welches wegen angeblich ungültiger Papiere auch gleich eingezogen wurde. Er wollte zurück in die Schweiz. Im Flugzeug sah er nach dem Start den Cristo mit ausgebreiteten Armen vor sich. Nein, schrie er, seit ihr verrückt, das Flugzeug gehört nicht mir.

    einklappen einklappen
  • Markus am 29.11.2017 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Zulassung unterwegs

    Vermutlich alle abgemeldet in Deutschland und der Schweiz. Fahren alle mit Karonschildern um etwas Steuern zu sparen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Latino am 30.11.2017 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    12 Monate sind 12 Monate

    Richtig so! Gerade die Deutschen mit ihrer schikanösen Gründlichkeit sollen sich an die Gesetze halten. 12Monate, sind 12 Monate!

  • Börni aus Bern am 30.11.2017 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Theorie und Praxis!!!

    Nah nah was da so geschrieben wird vom Sofa....Durfte auch 12 Jahre in Südamerika leben.Brasilien,Bolivien und auch Uruguay.Es war einer der schönsten Zeiten meines Lebens.War immer dankbar das ich eine gute Botschaft im Rücken hatte.Wie zum Beispiel als sich der Pass meiner Frau im Visamt aufgelöst hatte.Ein Anruf in La Paz und ich hatte ein neuer mit allen Stempel (was dort was heißt).Man sollte nur nicht mit der Tür ins Haus bei Problemen sonst könnt es etwas länger gehen.Gerade in Uruguay ist das Schmieren nicht das Problem.Mehr das oft nach guter Europäer Art auf SEIN angebliches Recht gepochte wird!!!!Dann geht es halt ein wenig länger.Zum Schluss genießt die Freundliche und Liebeswürdige Art dieser Leute.Freude mich wenn ich wieder die Koffer packen darf.Asta pronto mis Amigos!!

  • Sepp Wanner am 30.11.2017 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Botschaft

    Die Schweizer Botschaften sehen sich nie für etwas verpflichtet, zum Helfen schon grad gar nicht. Generell sind die Schweizer Botschaften an Überheblichkeit und Unfreundlichkeit nicht zu überbieten, das habe ich selber in Kolumbien erlebt, höre es immer wieder von Schweizern und Einheimischen die an versch. Orten im Ausland mit der Boschaft zu Tun hatten und lese es auch immer wieder in der Presse. Solche Botschaften brauchen wir nicht, sie beschädigen das Image der Schweiz.

    • Katja Wohmann am 30.11.2017 09:51 Report Diesen Beitrag melden

      Botschaften der Schweiz haben die

      höchsten Tarife aller Botschaften dieser Welt... halt eben Botschaften des teuersten Landes dieser Welt. Mann Schweizer, ihr habts wirklich nicht leicht mit euren Behörden.

    einklappen einklappen
  • Helveticus am 30.11.2017 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten

    Sind ja alles Hypothesen was da zum Teil geschrieben wurde. Abwarten, in den nächsten Tagen werden wir es wissen. War gerade in Nueva Helvecia. Das einzige was mich irritiert hat ist, dass sie dort auf der Bank keine Schweizerfranken annehmen. Euro und Dollar aber schon.

  • Andy Seeland am 30.11.2017 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht verzollen nach 1 Jahr?

    Verstehe da irgendwie die Behörden, zig Camper blockieren einen öffentlichen Parkplatz und bezahlen keine Fahrzeugsteuer, nichts. Die Regeln sind auch klar, 12 Monate im Land, gilt für Fahrzeug. Somit ordentlich verzollen, lokal einlösen und die Sache ist erledigt. Logisch sehen das ein paar Anwälte anders, man kann so gut Geld verdienen.

    • Insider am 30.11.2017 11:49 Report Diesen Beitrag melden

      Insider

      Die Camper stehen auf Campingplätzen und man zahlt dafür. Ein Jahr stehen lassen ist erlaubt. Ich mache das immer so.

    einklappen einklappen