Cyber-Krieg

20. Februar 2013 21:27; Akt: 21.02.2013 12:02 Print

China spioniert die Schweizer Wirtschaft aus

Eine US-IT-Sicherheitsfirma weist den Chinesen Werkspionage in der Schweiz nach. Bestätige sich dies, müsse der Bundesrat handeln, fordert ein Nationalrat.

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Die Chinesischen Hacker von APT1 haben auch die Daten von Schweizer Unternehmen geklaut. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Happige Vorwürfe an die Adresse Chinas: Die US-IT-Sicherheitsfirma Mandiant hat gestern in einem Report aufgezeigt, wie chinesische Profihacker im Wissen der Regierung und der Armee seit 2006 weltweit Hunderte von Terabytes an Daten von mindestens 141 Unternehmen gestohlen haben sollen – darunter Firmen aus dem Energie-, Öl- und Wasserversorgungssektor, den kritischen Infrastrukturen.

Die Gruppe APT1 soll von einem Armeegebäude in Schanghai aus als Einheit «61398» operiert haben. Auch zwei Schweizer Unternehmen hat APT1 attackiert. Welche, ist laut Max Klaus von der Melde- und Analysestelle Informationssicherung Melani des Bundes nicht bekannt. China weist die im Report erhobenen Vorwürfe entschieden zurück.

«Dann müsste der Bundesrat handeln»

Für Thomas Hurter, den Vize-Präsidenten der nationalrätlichen Sicherheitskommission ist aber klar: «Erhärtet sich der Verdacht, dass Chinas Regierung von den Attacken wusste, muss der Bundesrat handeln.» Die wirtschaftlichen Beziehung aufs Spiel setzen werde die Schweiz deshalb aber nicht, glaubt Myriam Dunn Cavelty vom Center for Security Studies der ETH Zürich (siehe Interview).

Laut Max Klaus werden Schweizer Unternehmen «täglich» durch Cyberattacken bedroht. Die habe deshalb auch eine nationale Strategie zum Schutz vor Cyber-Risiken entwickelt, die sie inzwischen umsetze. Er betont: «Die Schweiz schützt ihre kritischen Infrastrukturen gut. Sie kooperiert aktiv in internationalen Netzwerken gegen Cybercrime.»


Was sollte die Schweiz Ihrer Meinung nach gegen die chinesischen Hacker unternehmen?
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Ausgewählte Leser-Kommentare

Als Informatiker kann ich nur sagen: Hilfe, Defizite! Es muss was gehen, und zwar schnell. Dürfte selten Schuld der Informatik sein - die Geschäftsleitungen sind mit Ihren Entscheiden zu langsam für die schnelllebige Informatik. Haben Sie etwas endlich bewilligt, stünde schon etwas anderes. Kritik aber auch für die Mitarbeiter - keiner nimmt uns voll wenn wir Passwortsicherheit oder ähnliches predigen. Sie fühlen sich nicht verantwortlich. Aber in einer Firma ist JEDER mitverantwortlich - mehr als den Weg ebnen und informieren kann die Informatik manchmal nicht. – Funkgerät

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin A. am 21.02.2013 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auge um Auge Zahn um Zahn

    Ich würde mal sagen die Schweiz sollte seinerseits eine Spionage Einheit ins leben rufen und China Ausspionieren.

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  • xanis am 20.02.2013 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hacker

    es ist unmöglichchinesische hacker abzuhalten daten zu stehlen.

  • Kimbrus am 21.02.2013 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Was sollte die Schweiz tun?

    Ganz einfach,- sich von Windows lösen, und zu sicheren Betriebsystemen wechseln. Ist schon klar, dass das nicht so einfach geht, und auch Zeit braucht. Aber solang Windows mit seiner Viren und Trojaner Anfälligkeit, offen für Hacker Angriffe ist, bleibt das auch für den "Chinesen" und andere, ein offenes Scheunentor.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans/Müller am 22.02.2013 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Und die USA?

    Als ob die USA nicht dasselbe täten.

  • Hans W. am 22.02.2013 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll's

    Wenn der eine es macht, ist es nur fair, wenn andere auch das machen können. Es sind jetzt eben nicht nur die Amis, die das können!

  • Kimbrus am 21.02.2013 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Was sollte die Schweiz tun?

    Ganz einfach,- sich von Windows lösen, und zu sicheren Betriebsystemen wechseln. Ist schon klar, dass das nicht so einfach geht, und auch Zeit braucht. Aber solang Windows mit seiner Viren und Trojaner Anfälligkeit, offen für Hacker Angriffe ist, bleibt das auch für den "Chinesen" und andere, ein offenes Scheunentor.

    • Mit Nick am 22.02.2013 16:38 Report Diesen Beitrag melden

      Schulung

      Das nützt aber nichts, wenn die Fachkräfte nicht geschult sind, ist auch Linux etc. nicht sicher.

    • Sentinel am 23.02.2013 09:10 Report Diesen Beitrag melden

      Welches Betriebssystem meinen sie?

      für jedes Betriebssystem kann Schadcode programmiert werden.Bei Win98, ungesichertem W2000 und XP brauchte es nicht mal einen Schadcode.Die waren offen wie ein Scheunentor.Mit einem Miniprogramm nach einer IP-Range suchen und alle Computer (weltweit),wurden aufgelistet,Anklicken und drin war man.Photos angucken,Briefe lesen usw.Man hätte sogar das Betriebssystem lahmlegen können.Als Laie ohne grosse Kenntnisse versteht sich

    • Sentinel am 23.02.2013 10:19 Report Diesen Beitrag melden

      Ergänzung

      logischerweise natürlich eingeschaltete Computer,mit Hinweis auf Betriebsystem

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  • Peter Zehnder am 21.02.2013 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso etwas unternehmen?

    Der Bundesrat hat doch nicht den Mut, gegen die ehrenwerten Chinesen etwas zu unternehmen. Lieber ständig den Kopf neigen, sein eigenes Rückgrat biegen bis es weh tut und den Chinesen alles gewähren. Wenn der Bundesrat nicht einmal mutig genug ist, den Dalai Lama offiziell zu begrüssen, warum also sollte der Bundesrat gegen chinesische Hackerangriffe etwas unternehmen?

  • Urs M. am 21.02.2013 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind doch alle gleich

    Aber ehrlich gesagt, wer macht das schon nicht und dabei zur Ablenkung den Finger auf andere zu zeigen um so mehr.