Anschläge in Paris

21. Januar 2015 07:43; Akt: 21.01.2015 08:56 Print

Cyber-Dschihadisten hacken Schweizer Websites

Seit den Anschlägen in Paris fluten Terror-Sympathisanten das Internet mit einer Propagandawelle. Vor allem französische Websites sind betroffen – aber auch solche aus der Schweiz.

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Am Dienstagmorgen sah die Website von Hiwin, einem Unternehmen in Jona SG, komplett anders aus: schwarzer Hintergrund, darauf ein Cartoon eines Hundes, der auf das Grab von «Charlie Hebdo» uriniert. Darunter die Botschaft: «Ich bezeuge, dass es keinen anderen Gott gibt ausser Allah.»

Hiwin-Geschäftsführer Daniel Schraner wurde davon völlig überrascht: «Ich habe keine Ahnung, warum unsere Seite davon betroffen ist.» Da die Website in Frankreich gehostet werde und auf der französischen Partnerseite dasselbe Motiv zu sehen gewesen sei, liege der Schluss nahe, dass die Schweizer Hiwin rein zufällig von Hackern verändert wurde.

«Geht nur darum, Botschaften zu vermitteln»

Eine weitere Schweizer Website wurde vom selben Hacker oder Hackerkollektiv, das sich «eRRoR 7rB» nennt, betroffen: Stadtbranche.ch wies am Morgen teilweise veränderte Inhalte auf. Dennoch handelt es sich offenbar um Einzelfälle. Bei der Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani) sind bisher keine weiteren betroffenen Websites bekannt.

Sprecher Max Klaus: «Als kleiner Trost für die Seitenbetreiber ist zu sagen, dass die Hacker mit einem sogenannten Defacement einer Website keinen weiteren Schaden anrichten. Es geht ihnen rein darum, ihre Botschaft zu vermitteln.» Die letzte grössere Attacke auf Schweizer Websites habe Melani nach der Minarett-Initiative registriert. Als sich abgezeichnet habe, dass die Initiative angenommen wird, seien zeitweise rund 3000 Websites betroffen gewesen.

19'000 Websites betroffen

Frankreich trifft es derzeit noch härter. Gemäss der Nachrichtenagentur AP wurden 19'000 französische Websites Ziel eines Angriffs. Während die meisten Unternehmen auf ihren Websites Cartoons, verstörende Bilder oder Botschaften fanden, traf es andere schlimmer: Mit DDOS-Attacken wurden ihre Server lahmgelegt – die Seiten waren für längere Zeit offline.

Dies war bei den betroffenen Schweizer Websites nun nicht der Fall. Nach kurzer Zeit konnte Hiwin seine Seite bereinigen. Der oder die Hacker namens «eRRoR 7rB» sind auch dem Schweizer Chaos Computer Club nicht bekannt. Sprecher Hernani Marques: «Das sieht schwer nach dem Werk von Scriptkiddies aus. So nennt man Aktivisten, die ohne viel Kenntnis fertige Programme verwenden oder sie zurechtbiegen, um auf fremden Websites ihre Botschaften zu platzieren.»

(num)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Soler am 21.01.2015 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Bloss mal laut gedacht:

    Wenn jetzt die ganze Welt zum Islam konvertieren würde, was für ein Hobby würden sich die Dschihadisten dann wohl zulegen? Eine Eisenbahnanlage bauen, Wellensittich züchten oder sich irgendwie sozial engagieren??

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  • Visionär am 21.01.2015 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ist d. Sorge um Kultur/Heimat Rassismus?

    Der Terror und die Unterwanderung unserer Kultur und Religion geht nun auch digital weiter. Wann endlich sehen unsere Volksvertreter die versteckten Gefahren. Millionen von Muslimen leben inzwischen in Europa. Auch wenn nur 1 Promille radikal sind, ist das schon eine echte Gefahr, die man nur mit Einwanderungsstop und Rückführungen eindämmen kann. Das ist kein Rassismus und keine Verletzung der Religionsfreiheit, dass ist inszwischen Notwehr....

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  • Joseph am 21.01.2015 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es sind viel mehr

    Scheinbar gibt es viel mehr Dschihadisten in Europa und der Schweiz als man wahrhaben will.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roger am 22.01.2015 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Religionen...

    alle reden sie von LIEBE.. aber schaut euch um in der Welt, IST das Liebe?

  • Achtsamer am 21.01.2015 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Denkt mal darüber nach.

    Möchte keine Angst schüren, aber denkt mal darüber nach. Im Iran sind nur ca 10% extrem und trotzdem kontrollieren sie das ganze Land. Extremismuss muss bekämpft werden, egal welchen Hintergrund es hat (rechts, links, etc.) Extremismuss kann das ganze System aus dem Gleichgewicht bringen. Daher seid achtsam!

    • Jean&Mar am 21.01.2015 17:17 Report Diesen Beitrag melden

      Denkt mal DARÜBER nach:

      Irak, Iran und Syrien wollen gemeinsam den IS bekämpfen, wenn möglich ohne ausländische Hilfe. Sie machen sich dafür stark, die Religionsschulen zu reformieren und den "milden Islam" zu lehren. (Es soll jetzt keiner kommen, Religionen gehören abgeschafft, das liegt nicht in unserem Ermessen!). Sie fordern die Saudis (dem Ami liebster Erdöl-Dealer), zudem auf, die finanzielle Unterstützung an den IS einzustellen.

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  • Liliana am 21.01.2015 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Gedanken sind frei.

    Der Islamismus hat sich doch nun rasant ausgebreitet. Da frage ich mich schon : Hat sich da vielleicht "Jemand" eine Religion ausgesucht um die ganze Welt zu destabilisieren? Oder : Wie wird das "Fussvolk" am Besten geleitet und manipuliert um so , seine Ziele schnellst möglich erreichen zu können? Ich denke mal , durch das verbreiten von Angst. Noch eine Verschwörungstheorie ? Wer hätte den grössten Nutzen ?

    • Jean&Mar am 21.01.2015 13:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Liliana

      Tatsächlich sind die Parallelen zu den 30er Jahren erschreckend! Angst ist ein mächtiges Werkzeug. Sie ist sozusagen die Servolenkung beim Menschen.

    • aquarius am 22.01.2015 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ja wer den?

      die new age bewegung, den ein neues zeitalter bricht an...

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  • Peter Schmid am 21.01.2015 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    reaktion

    Tja, so ist das mit der "Meinungsfreiheit". Aktion provoziert Reaktion.

  • Alex am 21.01.2015 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    höchste Zeit ...

    Es ist an der Zeit, alle Religionen weltweit abzuschaffen. Soll jeder glauben, was er will - aber Gruppierungen in sich gegenseitig bekämpfende Religionen, welche sich darum streiten, wer den besseren virtuellen Freund hat - dies sollte nunmehr WIRKLICH nur noch ein trauriges Kapitel in den Geschichtsbüchern menschlicher Vernunftskapitulation sein. Ich habe gesprochen.

    • Sanne77 am 21.01.2015 11:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Alex

      Es geht nicht um Religion, es geht um Macht und Ressourcen. Die Religion wird höchstens dazu missbraucht, die Kriege anzuzetteln. Sei es "Allahu Akbar" oder "God bless...", es ist dasselbe.

    • Stefanie am 21.01.2015 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Leben und leben lassen

      Es ist doch auch fanatisch, alle Religionen abschaffen zu wollen. Sie wollen auch ihre Denkweise allen anderen aufdrücken! Die Menschen müssen alle toleranter werden und sich gegenseitig respektieren, egal was man glaubt. Leben und leben lassen.

    • Tom am 21.01.2015 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alex Da liegst du falsch!

      Mein "Freund" ist real, nicht virtuell! Und er ist die Liebe, die absolut KEINE Gewalt rechtfertigt oder duldet! Mein "Freund" spricht durch Jesus und sagt Dinge wie: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" "Wenn dich jemand auf deine rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch deine linke hin". Oder: "Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde!" usw. Oh ja, da gabs im Mittelalter gewalttätige Machtmenschen, welche diese friedliche Religion zu ihren Zwecken missbrauchten... aber sorry, Alex, das hat mit Religion per se absolut nichts zu tun!!

    • Agnosticus am 21.01.2015 12:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Sanne

      Falsch. Religionen wurden dazu aufgebaut, den Glauben der Leute zu missbrauchen. Deshalb sind Religionen zu verbieten. Ein altes Führungsinstrument: die Leute teilen und verwalten.

    • Schlaubi Schlumpf am 21.01.2015 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      Schnapsidee

      Na, Alex, dann fangen sie ruhig an "die Religionen abzuschaffen". Das ist bestimmt von Erfolg gekrönt.

    • Smith am 21.01.2015 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jep Relligion abschaffen

      Die Relligion wurde erfunden für uns Menschen zu underdrücken! Opium fürs Volk mehr ist das nicht!

    • luki am 21.01.2015 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Stefani

      Deine Einstellung finde ich sonst gut,daß jeder seinen glauben glauben soll,daß man toleranz und respektieren soll.Doch was die Dschihadisten tun,daß kann ich nicht respektieren noch toleranz habe ich.Daß die Dschihadisten Websites gehäckt haben,war vorsehbar.

    • Vanessa Müller am 21.01.2015 13:01 Report Diesen Beitrag melden

      Reichen wir uns doch die Hand

      @Alex - für mich geht es auch um Macht und Ressourcen. Die Religion wird dazu missbraucht,einen Keil zwischen Christen und Muslime zu stossen. Und es scheint langsam zu funktionieren, nach den Attentaten in Paris ist das Misstrauen gegenüber Muslimen noch gewachsen. Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, dass die Mehrheit der Muslime NICHT radikal ist und friedlich wir wir in der Schweiz leben will. Ich, für meinen Teil, reiche den friedlichen Muslimen die Hand. Wir müssen uns in Liebe und nicht in Hass begegnen. Ging gestern zum Libanesen, was Feines zum Essen kaufen, sogar vegi!

    • Tom am 21.01.2015 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vanessa Schön!!

      Bin ganz deiner Meinung. Letztlich hilft uns nur die Liebe weiter! Ich lebe das in meinem persönlichen Umfeld und da gibts auch Moslems und Buddhisten oder sogenannte Atheisten... das funktioniert wunderbar!!

    • Stichelei am 21.01.2015 14:08 Report Diesen Beitrag melden

      Religionsmissbrauch

      Klar liegt den Machtmenschen weniger an der Religion als an, eben, der Macht. Nur: Die Religionen eignen sich halt deshalb optimal zum Missbrauch, weil sie von den Gläubigen verlangen, zu glauben ohne zu fragen. Und mit dieser unkritischen Grundhaltung kann man halt sehr viel besser ge- und ver-führt werden.

    • Sanne77 am 21.01.2015 15:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Agnosticus

      So einfach ist es nicht. Aber ich gebe dir Recht, dass Religion leicht dazu missbraucht werden kann, um Gesellschaften zu spalten. Kannst du dich an den Genozid in Ruanda erinnern? Die katholische Kirche war daran übrigens massgeblich beteiligt. Mit oder ohne Religion, es wird IMMER Unterschiede zwischen den Menschen geben. Die Französische Revolution basiert hauptsächlich auf einem Krieg zwischen Arm und Reich. Wenn wir Terror vermeiden wollen, müssen wir ihn nicht mit Waffen bekämpfen, sondern für Gerechtigkeit zwischen den Menschen sorgen.

    • (Lea): "die Hoffnung stirbt zuletzt" am 21.01.2015 17:42 Report Diesen Beitrag melden

      @Sanne: wenn wir Gerechtigkeit und

      + Wohlstand (wo weniger Umweltverschmutzung + genügend Platz ein integraler Teil davon ist) für alle Menschen wollen, dann müssen wir an den Multiplikanten schrauben. Wenige Leute = weniger Wettbewerb. Weniger Wettbewerb = weniger Stress. Weniger Stress = weniger Agressivität.Keine Agressivität wegen genügend Ressourcen + (plus!) eine neue Gesellschaftsform jenseits des heutigen Eigentumsrechts = Friede.Dann benutzt auch niemand gefährliche Religionen. Dann braucht auch niemand mehr Religionen, weil jeder Bildung hat und das eine oder andere glaubt, muss aber nicht glauben.

    • Sanne77 am 21.01.2015 18:50 Report Diesen Beitrag melden

      @Lea, ich gebe dir teilweise recht.

      Allerdings: es ist statistisch erwiesen, dass je besser die Menschen gebildet und je wohlhabender sie sind, je weniger Nachwuchs erzeugen sie. Mehr Reichtum -> weniger Menschen. Solange die reichen Staaten aber vom Öl abhänging sind, wie der Drögeler vom Heroin, solange wird es keinen Frieden auf Erden geben. Es ist allerhöchste Eisenbahn, dass wir alles erdenkliche unternehmen, um erneuerbare Energien zu fördern. Hey, wir fliegen ins Weltall! Es kann doch nicht so schwer sein, etwas zu erfinden, das die Menschen und die Umwelt schützt, ohne an Lebensqualität einzubüssen!

    • Jean&Mar am 21.01.2015 20:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Lea

      1. Es gibt keine gefährliche Religionen, aber es gibt Menschen, die sie für ihre Zwecke missbrauchen. Man darf auch nicht vergessen, dass viele im Glauben Halt und Zuversicht finden. 2. Je mehr Wohlstand und Bildung eine Gesellschaft erfährt, je weniger Nachwuchs erzeugt sie. 3. Solange wir am Erdöl hängen, wie der Fixer an der Nadel, werden wir nie Frieden auf Erden haben (Reibereien wird es immer geben, das liegt in der Natur des Menschen). Wenn wir also Weltfrieden wollen, müssen wir uns konsequent um erneuerbare Energien bemühen und den Mittelstand stärken - weltweit!

    • Tom am 22.01.2015 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stichelei Unsinn!

      Ich glaube WEIL ich frage...!!

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