Jahresrückblick

31. Dezember 2016 20:03; Akt: 31.12.2016 20:03 Print

Damit machte die Schweiz 2016 weltweit Schlagzeilen

Die kleine Schweiz macht grosse Schlagzeilen. Präsenz Schweiz hat analysiert, womit das Land dieses Jahr in die internationalen Medien kam.

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Die Rede des scheidenden Bundespräsident Johann Schneider-Ammann zum «Tag der Kranken» ging dank US-Komiker John Oliver um die Welt. Präsenz Schweiz hat die ausländische Berichterstattung über die Schweiz analysiert. Die meisten Artikel konnten der Machtwechsel in der Fifa sowie das World Economic Forum in Davos verzeichnen. Diese Grafik zeigt, über welche Themen im Ausland am intensivsten berichtet wurde und ob die Berichterstattung positiv, negativ oder neutral war. Das World Economic Forum in Davos war das erste Ereignis des Jahres, weswegen die Schweiz in der weltweiten Presse Erwähnung fand. Die Wahl von Gianni Infantino zum Fifa-Präsidenten war für die Schweiz der grosse Quotenknüller des Jahres. Auch die deutsche Presse hat sich ausführlich mit Infantino beschäftigt. Die Abstimmung zur Durchsetzungsinitiative hat ebenfalls international für Aufsehen gesorgt. ... hier in der britischen Presse. Wieder macht die Fifa Schlagzeilen, diesmal wegen den Lohnzahlungen an Ex-Chef Sepp Blatter. So schreibt es der «Spiegel». Wieder Negativ-Schlagzeilen: Die Medienrecherche um die Panama Papers deckte auf, dass die Schweiz sehr häufig in die Konstruktion von Offshore-Firmen involviert gewesen war. Trotzdem ist das Schweizer Finanzwesen laut Präsenz Schweiz, 2016 vergleichsweise glimpflich davongekommen. Die Therwiler Handschlag-Affäre wurde international ebenfalls breit diskutiert. So schreibt es die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Nochmal News aus der Finanzwelt: Laut Präsenz Schweiz wurde das offensive Vorgehen der Schweizer Bundesanwaltschaft zur Korruptionsaffäre im malaysischen Staatsfond mehrheitlich positiv bewertet. Für die in die Staatsfonds-Affäre verwickelte Tessiner Banca della Svizzera Italiana (BSI) war die Medienaufmerksamkeit aber alles andere als positiv. Die feierliche Eröffnung des Gotthard-Basistunnels machte ebenfalls die Runde. Die Anwesenheit zahlreicher ausländischer Spitzenpolitiker führte gemäss Präsenz Schweiz zu einer «äusserst umfangreichen und positiven Medienberichterstattung weltweit». Die britische Boulevardzeitung «The Daily Mail» war aber mehr an dem ausgefallenem Eröffnungsspektakel interessiert. Schlagzeile: «Ein geflügeltes Baby, halbnackte Tänzer und ein Mann mit einem Vogelnest auf seinem Kopf: Wie die Schweiz die Eröffnung des weltweit längsten Bahntunnels zelebrierte» Zu hitzigen Diskussionen führte die Abstimmung zum bedingungslosen Grundeinkommen. Schlagzeile: «Die Schweiz stimmt darüber ab, JEDEM ein Grundeinkommen von 1750 Pfund zu geben, ob er nun arbeitet oder nicht.» Nach dem Ja zum Brexit stellte man sich in den internationalen Medien die Frage, ob die Schweiz als Modell für die Beziehungen Grossbritanniens mit der EU dienen könne. Auch in den USA beschäftigt der Vergleich von Grossbritannien mit der Schweiz. Schlagzeile in der «New York Times»: «Grossbritaniens Traum von einem Schweizer Wunder sieht mehr nach Fantasie aus» Die Diskussion zum Burka-Verbot erweckte ebenfalls internationale Aufmerksamkeit. Schlagzeile: «Burka-Verbot für Muslime in der Schweiz durchgesetzt mit Bussen bis zu 8000 Pfund.» Die Weltumrundung des Solar-Flugzeugs Solar Impulse brachte die Schweiz ebenfalls wieder in die Medien. Nach dem Wiederaufkommen des Mittelmeers als Fluchtroute, wurde die Schweiz wieder zum Transitland für Flüchtlinge. So wurde der Umgang der Schweiz mit Flüchtlingen vermehrt thematisiert. Schlagzeile: «Innerhalb des einzigen Dorfes Europas, in dem Migranten VERBOTEN sind: Das super reiche Oberwil-Lieli in der Schweiz, wo Milionäre abgestimmt haben, Asylsuchende zurückzuweisen ... und stattdessen eine Busse von 200'000 Pfund zu bezahlen» Die guten Leistungen von Schweizer Sportlern wurden ebenfalls gewürdigt. Zunächst das Olympia-Gold von Radrennfahrer Fabian Cancellara ... ... und dann noch der US-Open Sieg von Tennis-Ass Stan Wawrinka. Das schreibt die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Als gegen Ende des Jahres in einem islamischen Zentrum Schüsse fielen, erwähnte sogar der zukünftige Präsident der Vereinigten Staaten die Schweiz in einem Tweet: «Heute gab es Terroranschläge in der Türkei, in der Schweiz und in Deutschland - und es wird nur noch schlimmer. Die zivilisierte Welt muss umdenken!» Bei dem Vorfall in Zürich handelte es sich aber nicht um einen Terroranschlag.

Damit machte die Schweiz international Schlagzeilen.

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Die Rede des scheidenden Bundespräsident Johann Schneider-Ammann zum «Tag der Kranken» ging um die Welt. Dies dank US-Komiker John Oliver, der sich in seiner Sendung «Last Week Tonight» darüber amüsierte, wie steif Schneider-Ammann die Vorzüge des Humors herunterratterte.

Umfrage
Denken Sie die Schweiz hat 2016 ein besseres internationales Image als zuvor?
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17 %
49 %
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Insgesamt 1308 Teilnehmer

Die Imageorganisation des Bundes, Präsenz Schweiz, hat 2016 die Berichterstattung über die Schweiz in 18 Ländern verfolgt. Dabei hat Präsenz Schweiz festgestellt, dass der Machtwechsel in der Fifa sowie das World Economic Forum in Davos die grösste Zahl an Artikeln im Ausland hervorgerufen hat. Auch hoch im Kurs standen die Abstimmung über das Grundeinkommen, die Eröffnung des Gotthard-Tunnels, der Panama-Papers-Skandal sowie die Therwiler Handschlag-Affäre.

Fifa ist Quotenknüller

Die Wahl von Gianni Infantino zum Fifa-Präsidenten war für die Schweiz der grosse Quotenknüller des Jahres. Zu keinem anderen Zeitpunkt im Jahr wurde die Schweiz so oft erwähnt.

Auch im Frühling brachte die Fifa die Schweiz in die Nachrichten. Dies weil bekannt wurde, dass der Weltfussballverband Lohnzahlungen in Höhe von 3,76 Millionen Dollar an Sepp Blatter machte, während sein Verluste 122 Millionen Dollar betrugen.

Initiativen wecken Interesse

Die Abstimmung zur Durchsetzungsinitative stiess besonders bei europäischen Medien auf grosses Interesse. Die Ablehnung wurde laut Präsenz Schweiz in einigen ausländischen Medien als gutes Zeichen für die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU gedeutet.

Auch die Initiative «für ein bedingungsloses Grundeinkommen» wurde im Ausland breit thematisiert. «Die Idee wurde in ausländischen Medien teils als utopisch, teils aber auch als zukunftsweisend bezeichnet», schreibt Präsenz Schweiz.

Schweiz als Modell für Brexit

Besonders viel internationale Medienaufmerksamkeit genoss die feierliche Eröffnung des Gotthard-Basistunnels. Die Anwesenheit zahlreicher ausländischer Spitzenpolitiker führte gemäss Präsenz Schweiz zu einer «äusserst umfangreichen und positiven Medienberichterstattung weltweit».

Nach dem Ja zum Brexit stellte sich, besonders in den britischen Medien, die Frage, ob die Schweiz als Modell für die Beziehungen Grossbritanniens mit der EU dienen könnte.

Flüchtlinge, Burka-Verbot und Handschlag

Nach dem Wiederaufkommen des Mittelmeers als Fluchtroute, wurde die Schweiz wieder zum Transitland für Flüchtlinge. So wurde laut Präsenz Schweiz der hiesige Umgang mit Flüchtlingen vermehrt international thematisiert. Auch über das Burka-Verbot im Tessin wurde oft berichtet.

Erwähnung fand auch die Therwiler Handschlag-Affäre, bei der zwei muslimische Schüler aus religösen Gründen ihrer Lehrerin den Handschlag verweigerten. Die Baselbieter Behörden sistierten deshalb die Einbürgerungsgesuche ihrer Familien. Laut Präsenz Schweiz sei das Vorgehen der Behörden in den arabischen Medien und Kommentarforen mehrheitlich auf Verständnis gestossen.

Banken kommen besser weg als letztes Jahr

Der Schweizer Bankensektor ist dieses Jahr in den Medien relativ glimpflich davongekommen: «Während Korruptions- und Steueraffären von Schweizer Finanzinstituten lange Zeit für die ausführlichste und kritischste Berichterstattung über die Schweiz verantwortlich waren, nahmen diese im Berichtsjahr 2016 ab», sagt Präsenz Schweiz.

Die grosse Ausnahme sei die Berichterstattung um die Panama Papers. Medienrecherchen deckten auf, dass die Schweiz sehr häufig in die Gründung von Firmen involviert gewesen war, mit deren Hilfe Steuern hinterzogen wurden.

(lz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fraz am 31.12.2016 23:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche Medienberichte

    Und die Mitteilung, dass jeder Schweizer über ein Vermögen von 500'000 Fr. verfügt hat im Ausland nicht für Aufsehen gesorgt? Einfach verantwortungslos so etwas der ganzen Welt zu erzählen. Die Folgen solcher Verallgemeinerungen, ich nenne sie Lügen, lassen Begehrlichkeiten entstehen, die jeden einzelnen von uns in Gefahr bringen.

  • Irma am 01.01.2017 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ausland

    Mir ist eigentlich egal, was das Ausland über uns denkt. Mir ist das inennpolitische Image, welches unsere Regierung dieses Jahr "errungen" hat durch die Zerstörung der Demokratie (MEI) um Welten wichtiger.

  • Auslandsschweizer am 31.12.2016 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na dann...

    ...hoffe ich, dass wir nicht weiterhin mit Schweden verwechselt werden. Frohes Neues Jahr Euch allen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Irma am 01.01.2017 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ausland

    Mir ist eigentlich egal, was das Ausland über uns denkt. Mir ist das inennpolitische Image, welches unsere Regierung dieses Jahr "errungen" hat durch die Zerstörung der Demokratie (MEI) um Welten wichtiger.

  • Querdenker am 01.01.2017 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt?

    Wir sollten uns lieber wieder darauf besinnen, was unsere Stärken und Probleme als eigenständige, unabhängige Nation sind, als mit Steuergeldern zu eruieren, was Andere über uns denken. Es brodelt in fast allen Schichten der Bevölkerung, der Reformationsdruck, insbesondere in den Aussenbeziehungen, ist meiner Meinung nach enorm, und wir schauen, was das Ausland über uns denkt. Da bleibt mir nur ein Kopfschütteln und ein weiteres Mal die Überzeugung, bei den nächsten Wahlen bei der Liste meiner Wahl alle bisherigen zu streichen.

  • Blattherz am 01.01.2017 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir haben drei Nachbarn

    Was fragt ihr uns?

  • Ueli am 01.01.2017 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlagzeilen?

    Also, ich hab nicht viel in der ausländischen Presse über die Schweiz gelesen. Wir sind zu sehr mit uns selbst beschäftigt.

  • BMW-Sepp am 01.01.2017 05:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FIFA, UEFA und IOK schaden der Schweiz

    Leider wird das Bild der Schweiz von so korrupten Organisationen wie Fifa oder Uefa oder dem olympischen Komitee schwer beschädigt. Diese Organisationen passen so überhaupt nicht zur Schweiz und sollten diese verlassen, am besten in so lupenreine Demokratien wie Russland, Katar, Saudi Arabien oder USA.