ÖV-Frust

26. April 2018 18:17; Akt: 26.04.2018 18:17 Print

Das sind die ärgerlichsten Pendler-Erlebnisse

Pendeln mit Bus und Tram ist nicht immer eine Wohltat. Die grössten Ärgernisse der Leser – und die Erklärungen der Verantwortlichen.

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Die 20-Minuten-Leser erleben viel Ärgerliches im öffentlichen Verkehr. Dutzende haben Geschichten ihrer Ärgernisse eingeschickt. Am häufigsten ärgern sich die Leser über Busse und Trams, die nicht auf Passagiere warten (siehe Bildstrecke).

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Die ÖV-Betriebe wehren sich. Werner Trachsel, der Direktor der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO), sagt: «Unsere Chauffeure sind grundsätzlich angehalten, verspätete Personen, die sie im Blickfeld haben, mitzunehmen und niemandem vor der Nase abzufahren. In den Hauptverkehrszeiten zwischen 6.30 und 8.30 sowie zwischen 16 und 19 Uhr sei der Fahrplan aber schwieriger einzuhalten und die Toleranz entsprechend kleiner – «weil der Anschluss an die S-Bahnen oberste Priorität hat».

GPS überwacht Busse

Laut Trachsel beschweren sich Kunden selten darüber. Häufiger seien Reklamationen wegen zu früh abgefahrener Busse. «Da jede Fahrt mit GPS überwacht und registriert wird, kann hier oft die Pünktlichkeit der Busse belegt werden.» Genutzt werden die GPS-Daten aber vor allem für die Anschlüsse vom Zug auf den Bus: «Bei verspäteten S-Bahnen bekommt der Chauffeur automatisch einen Wartebefehl, sofern die Ankunft und das Umsteigen noch innerhalb weniger Minuten möglich ist.»

Bei grösseren Verspätungen oder wenn im 15-Minuten-Takt gefahren werde, müsse der Bus aber pünktlich weiter. «Sonst werden die Anschlüsse am neuen Ziel gefährdet und der Fahrplan kommt durcheinander. Nur auf die letzten Züge warten immer alle Busse.»

Trams müssen sich bei Ampeln anmelden

In der Stadt Zürich wiederum beschweren sich viele über Tram-Piloten, die scheinbar absichtlich die Türen verriegeln, auch wenn das Tram noch an der Haltestelle steht. Dafür gibt es allerdings eine technische Erklärung, sagt Thomas Rieser, Sprecher der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ). Die Fahrzeuge müssten sich jeweils bei geschlossenen Türen beim Lichtsignal anmelden, um weiterfahren zu können. «Öffnen sie dann nochmals die Türen, verlieren sie eine Grünphase und dadurch viel Zeit.»

Dennoch vertraue die VBZ auf das Augenmass des Personals. «Falls es keine grösseren Verzögerungen gibt, können die Chauffeure die Tür auch nach dem offiziellen Abfahrtszeitpunkt nochmals kurz öffnen.» Die Sicherheit stehe an erster Stelle, sagt Rieser. «Das bedeutet auch, dass die Buschauffeure nicht versuchen sollten, durch zu schnelles Fahren verlorene Zeit aufzuholen.»

Postauto-Sprecher Urs Bloch sagt, dass die Fahrer im Idealfall durch eine vorausschauende Fahrweise viel zu einer angenehmen Fahrt beitragen können. «Im Alltag gibt es jedoch immer Faktoren, die eine Fahrt beeinflussen. Ein wichtiger ist der Fahrplan.» Gerade zu den Pendlerspitzen sei es für die Chauffeure eine grosse Herausforderung, rechtzeitig an Umsteige-Haltestellen oder Bahnhöfen anzukommen. «Denn viel Verkehr auf den Strassen kann dazu führen, dass ein Postauto in den Rückstand gerät.»

(sul/bz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pendler am 26.04.2018 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die andere Seite

    Und wisst ihr wie viele höfliche, freundliche und zuvorkommende Chauffeure es gibt, die dich mitnehmen obwohl du kein Kleingeld mehr für das Ticket hast, sie dich rennen sehen und warten, obwohl sie schon Verspätung haben?!!! Herzlichen Dank an all diese super Chauffeure!!

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  • Roque am 26.04.2018 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pendlerhorror

    Das mit Abstand grösste Ärgernis sind die 5% aller Pendler, die minimalste Regeln des Anstands und Repekts nicht einhalten können. Beispiele: lautstark telefonieren und dabei Schwachsinn von sich geben, Stinkfüsse auf dem Sitz, Kebab essen uvm...

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  • Letzi Parker am 26.04.2018 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stinker und Vermüller

    Das Problem sind nicht die Chauffeure, sondern viele Pendler, welche jeglichen Anstand vermissen lassen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marvin am 26.04.2018 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Burgdorf

    In Burgdorf mit dem Bus zu fahren (BLS Bus) ist die grösste Schickane! Busfahrer welche abrupt bremsen, langsam im Ticketverkauf sind, zu Spät an der 1. Haltestelle abfahren weil sie am Handy sind.... Leite beiden Türen einklemmen etc. Der BLS ist das Emmental egal.

  • Fahr Gast am 26.04.2018 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    AAR

    Jetzt will ich mal ein Loblied singen auf die Aarauer Buschauffeure. Ich erlebe sie allesamt sehr freundlich, zuvorkommend und auch in Stresssituationen bleiben sie ruhig. Wenn der Fahrer wechselt, verabschiedet sich der eine und der andere ruft ein freundliches Grüezimitenand in den Bus. Man fühlt sich willkommen. Leider haben aber - wie überall - einige Fahrgäste keine Manieren. Die Fahrer müssen sie ertragen...

  • J.a. am 26.04.2018 20:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderbares Erlebnis

    Im Nachtbus sass ich alleine. Der Busfahrer fuhr mich zur Strasse meines Wohnhauses, obwohl da keine Haltestelle war. Es war sogar ein Umweg. Einfach nett. So musste ich nicht alleine durch die Nacht noch laufen.

  • Fan am 26.04.2018 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ÖV

    Der Öv zu spät. Alle reklamieren. Wenn der Öv auf alle warten würde. Werden alle reklamieren. Dass sie ihre Anschlüsse nicht erreichen. Früher los gehen und verpasst den Öv nicht.

  • ... am 26.04.2018 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ooookejjj

    Also: Wenn man spät dran ist, soll der Bus doch noch die 30 Sek warten und wenn man dann den Anschluss verpasst, war er zu langsam..