Nationalratswahlen

16. September 2015 12:13; Akt: 19.02.2016 10:18 Print

Das sind die extremsten Kandidaten

Eine Auswertung zeigt, welche Kandidaten besonders links und welche besonders rechts politisieren – und wessen Ansichten am gemässigtsten sind.

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Die Rechtesten

Niemand ist rechter als er: Andreas Glarner, SVP-Kandidat aus dem Kanton Aargau. Der Unternehmer ist in der Vergangenheit immer wieder durch provokante Wahlplakate aufgefallen. Aktuell wirbt er mit dem Thema Islamischer Staat um Wählerstimmen und schreckt dabei nicht davor zurück, auf Wahlplakaten mit blutigem Messer und dem Slogan «Lieber Kopf hoch als Kopf ab» zu werben. Nun zeigt auch eine Auswertung der Wahlplattform Vimentis: Andreas Glarner politisiert so weit am rechten Rand wie kein anderer Nationalratskandidat im Jahr 2015. Auf Platz zwei bis vier landen mit Sebastian Frehner, Nadja Pieren und Pirmin Schwander drei bisherige SVP-Nationalräte. Platz fünf geht an Erich Hess, Berner Grossrat und ehemaliger JSVP-Präsident.

Glarner freut sich über seinen Platz im Ranking. Er sei so weit rechts positioniert, weil er konsequent bürgerliche Politik mache. «Schauen Sie unser Parteiprogramm an, ich vertrete nur konsequent, was darin steht.» In die rechtsextreme Ecke will sich der SVP-Hardliner aber nicht drängen lassen. «Rechter Rand, das tönt so braun, und das bin ich nicht.» Vielmehr stehe seine Politik für eine klare Haltung gegen Masseneinwanderung, religiöse Extremisten und «Kuscheljustiz».

Zu seinen kontroversen Plakaten sagt er, dass er nur auf Probleme aufmerksam mache, die tatsächlich existierten. Um dieses Ziel zu erreichen, würde er auch noch weiter gehen: «Die Grenze ist bei mir noch nicht erreicht.»

Die Linksten

Am weitesten links steht die Baslerin Silvia Schenker, die schon für die SP im Nationalrat sitzt. Sie ist für ihre Prinzipientreue bekannt. So hat die «SonntagsZeitung» sie zur «teuersten Parlamentarierin» ernannt, weil sie viele Vorstösse lancierte, die wenig Aussicht auf Erfolg hatten. Anders als bei den rechten Kandidaten gehen die Plätze zwei bis fünf im linken Lager an eher unbekannte Politiker. Hinter Schenker folgen im Ranking Annette Lehmann (SP/BE) und Claudia Mauchle (SP/AG).

Sie sei sich bewusst, dass sie in der SP-Fraktion im Parlament eher dem linken Flügel angehöre, sagt Schenker. Auch in anderen Rankings lande sie jeweils unter den linkeren Parlamentariern. Dennoch sei sie keine verbohrte Idealistin. «Der Fragebogen deckt ja Positionen ab, und nicht tatsächliches Stimmverhalten. Wenn ich im Parlament Realpolitik mache, kann ich schon Kompromisse schliessen», sagt Schenker.

Auch die Feststellung, sie würde nur erfolglose Vorstösse lancieren, lässt die Nationalrätin nicht gelten. «Ich habe schon viele erfolgreiche Fraktionsvorstösse geschrieben.» Ausserdem gehe es oft darum, ein Thema überhaupt auf das politische Parkett zu bringen. Dafür brauche es manchmal zuerst ein paar erfolglose Vorstösse, so Schenker. In ihrem politischen Fokus stehen vor allem die Asylpolitik, die Sozialwerke und Lohngerechtigkeit.

Die Gemässigtesten

Exakt in der politischen Mitte der Links-rechts-Achse steht Beat Schmid. Der BDP-Kandidat aus dem Kanton Basel-Landschaft sagt über sich selbst, er sei lange nicht politisch aktiv geworden, weil er sich nicht in ideologische Grabenkämpfe habe verwickeln lassen wollen. In der BDP habe er aber dann eine Mittepartei gefunden, die seinem Politikverständnis entspreche. Auch drei seiner Parteikollegen schaffen es unter die Top fünf der mittigsten Kandidaten: darunter Ueli Stähli (BDP/BE) und Martin Huber (BDP/TG).

Dass nicht die klassische Mittepartei CVP, sondern die BDP den mittigsten Kandidaten stellt, führt Schmid darauf zurück, dass die CVP gesellschaftspolitisch noch etwas konservativer sei. Doch was bringt ein Politiker, der absolute Durchschnitts-Positionen vertritt, im Parlament? Anstatt auf ideologische Debatten, bei denen kein Fortschritt erzielt wird, setzt der Ingenieur auf konkrete Themen: So ist ihm eine vernünftige Energiepolitik wichtig.

Politische Erfolge erzielte er nach eigenen Angaben auch bei der Volksinitiative gegen das Monopol von Kabelnetzbetreiber interGGA in der Gemeinde Reinach, die innert einer Woche mit mehr als dreimal so viel Unterschriften wie nötig eingereicht wurde. Für die bevorstehenden Nationalratswahlen rechnet sich der BDP-Kandidat auf Listenplatz 5 trotzdem höchstens Aussenseiter-Chancen aus.

Von allen Kandidierenden haben bis jetzt etwa 70 Prozent den Fragebogen von Vimentis ausgefüllt. Im Ranking wurden Kandidaten, die auf Listen von Jungparteien stehen, nicht berücksichtigt.


Sind Sie so extrem wie unsere Kandidaten oder politisch eher gemässigt? Finden Sie es mit unserem Wahl-O-Mat heraus und lassen Sie sich die passenden Kandidaten empfehlen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tinu am 16.09.2015 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Es spielt

    ..eigentlich gar keine Rolle ob Rechts, Links oder Mitte. Die Schweiz hat dermassen viele Verträge mit dem Ausland unterzeichnet, dass keine grossen Veränderungen vorgenommen werden können. Es sei denn, man wäre gewillt diese zu kündigen.

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  • Stöffu am 16.09.2015 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin gespannt...

    Ich bin ja grausam gespannt wie rechts wir tatsächlich rutschen...

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  • Sandra am 16.09.2015 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut!

    Jetzt wissen wir, was wir wählen müssen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 30 am 17.09.2015 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahlen

    Narationenswahlen. Das wird spannend

  • TIEFDRUCK am 17.09.2015 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    LUZERNER

    Och sage nur, alles schlechte kommt von Bern und wenn es nur das Wetter ist

  • MÖUK am 17.09.2015 05:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RECHT IST ES

    Es darf einfach nur noch rechts gewählt werden. Es muss endlich wieder einmal etwas für das Volk und nicht für Welt gemacht werden.

  • Anon am 17.09.2015 00:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Test taugt nichts

    Ich wurde als Wirtschaftsfeindlich eingestuft nur weil ich gegen AKWs bin...

  • walterli am 16.09.2015 23:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katzen regieren

    Ich lasse die Katze wählen. Zettel am Biden verteilen und dort wo die Katze drauftritt ist gut