Zulassungen massig gestiegen

15. November 2017 13:15; Akt: 15.11.2017 15:11 Print

Der Zivildienst soll unattraktiver werden

Die Armee brauche mehr Soldaten, meint der Bundesrat. Um genug Armeeangehörige zu haben, sollen deshalb die Zulassungen zum Zivildienst substanziell gesenkt werden.

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Zuviele Zulassungen beeinflussen Armeebestand negativ: Ein Zivildienster im Bieler Zentrum für Langzeitpflege Schlössli. (Archiv) (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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Um den Armeebestand zu stabilisieren, will der Bundesrat den Zivildienst in Zukunft weniger attraktiver machen. Die Zahl der Zulassungen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen – von 4670 im Jahr 2011 auf 6169 im Jahr 2016. Dies beeinflusse den Armeebestand negativ, ist der Bundesrat überzeugt.

Er hat am Mittwoch entschieden, die Zahl der Zulassungen zum Zivildienst «substanziell» zu verringern. Eine konkrete Zahl nennt er zwar nicht, auch ist unklar, ob er einen Schwellenwert anstrebt. Eine Grössenordnung lässt sich aber an der personellen Alimentierung der Armee ablesen.

Um die Bestände zu füllen, braucht die Armee rund 20'000 Rekruten pro Jahr. Zusammen mit den Rekrutenschulen im Frühling und im Sommer sind vergangenes Jahr zwar 21'800 Wehrpflichtige eingerückt. Erfahrungsgemäss brechen jeweils rund 20 Prozent von ihnen die RS ab, aus medizinischen oder anderen Gründen. Damit könnten noch rund 18'000 Armeeangehörige den Verbänden zugeteilt werden.

40 Prozent nach Rekrutenschule

Der Bundesrat schlägt verschiedene Massnahmen vor, um auch künftig genug Armeeangehörige zu haben. Er hat das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) mit der Ausarbeitung einer Vernehmlassungsvorlage bis Herbst 2018 beauftragt.

Die Eckwerte hat die Landesregierung am Mittwoch bereits vorgegeben. Ins Visier nimmt er dabei vor allem Soldaten, die nach bestandener Rekrutenschule ein Gesuch für den Zivildienst einreichen. Im vergangenen Jahr betraf dies knapp 40 Prozent der 6169 Zulassungen.

Der Bundesrat will eine Mindestanzahl von 150 zu leistenden Diensttagen im Zivildienst festschreiben. Damit würden bereits geleistete Militärdiensttage gar nicht mehr angerechnet. Heute werden zu leistende Diensttage mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Armeeangehörige, die nach bestandener RS ein Gesuch stellen, sollen zudem mit einer Wartefrist von zwölf Monaten belegt werden.

Eine weitere Einschränkung ist der Beginn: Gesuchsteller aus der RS sollen innerhalb von zwölf Monaten mit dem langen Zivildiensteinsatz beginnen müssen. Eine jährliche Einsatzpflicht bereits ab dem Kalenderjahr nach Zulassung soll ebenfalls eingeführt werden. Wer keine Restdiensttage im Militär hat, soll von der Zulassung ganz ausgeschlossen werden. Erschweren will der Bundesrat auch den Wechsel von Unteroffizieren und Offizieren in den Zivildienst.

WEA macht Militärdienst attraktiver

Attraktiver wird der Militärdienst bereits mit der Weiterentwicklung der Armee (WEA). In einem im September veröffentlichten Bericht zeigte der Bundesrat die verschiedenen Verbesserungen auf.

So werden Stellungspflichtige vermehrt mit Rücksicht auf ihre Fähigkeiten ausgehoben. Bisher als untauglich Qualifizierte können dort eingesetzt werden, wo sie der Armee einen Nutzen bringen. Zudem wird die körperliche Belastbarkeit der Rekruten nach und nach aufgebaut.

Milizkadern wird neu eine Ausbildungsgutschrift gewährt, die sie für zivile Aus- und Weiterbildungen einsetzen können. Der Betrag richtet sich nach Dienstgrad und Ausbildungsdauer. Zukünftigen Kaderangehörigen wird zudem ein Bildungs- und Kompetenznachweis ausgehändigt. Dieser bestätigt die während der Grundausbildung und dem Abverdienen erworbenen Kompetenzen.

Zur besseren Vereinbarkeit von Militärdienst und ziviler Laufbahn werden die abverdienenden Kader drei Wochen vor Ende der Rekrutenschule entlassen, wenn sie unmittelbar im Abschluss ihr Studium aufnehmen. Zudem können fünf Tag zur Studienvorbereitung bezogen werden.

Einsatz bei Anlässen überprüfen

Am Mittwoch hat der Bundesrat das WBF zudem beauftragt, den Einsatz von Zivildienstpflichtigen bei Kultur- und Sportanlässen sowie zur Unterstützung von Angehörigen betreuungsbedürftiger Personen zu prüfen.

Parallel dazu hat er Änderungen der Zivildienstverordnung sowie der Verordnung über das Informationssystem des Zivildienstes verabschiedet. Nach Ansicht des Bundesrates haben sich verschiedene Regeln im Vollzugsalltag als anpassungsbedürftig erwiesen. Die Änderungen treten per 1. Januar 2018 in Kraft.

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dd2017 am 15.11.2017 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Armee

    Evt. Die Armee attraktiver machen, ist das keine Option?

    einklappen einklappen
  • Rico am 15.11.2017 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Zivi

    Beim Zivildienst macht man wahrscheinlich noch am ehesten was Gescheites. Was ich während meiner RS alles gemacht hat ist einfach nur Zirkus.

    einklappen einklappen
  • Sepp Grüter am 15.11.2017 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Armee verbessern

    Warum nicht der Dienst in der Armee attraktiver machen? Der war schon 1976 langweilig und reine Zeitverschwendung. Vom Anbrüllen ganz zu schweigen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 32 am 19.11.2017 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich

  • Fast Grenadier am 17.11.2017 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständiss

    Super, und ich mit über 100 Punkten im Sporttest durfte das Militär trotz Tauglich Stempel im Dienstbüchlein nicht machen und das nur weil ich bei der ersten Aushebung leicht höhern Blutdruck gehabt habe. Ich verstehe die Welt nicht mehr!

  • Flattom77 am 16.11.2017 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Zivildienst

    ist wenigstens etwas Schlaues! Z.B. sind wir im Altersheim froh um solche Leute. Da können sie sinnvoll eingesetzt werden.

  • Bryan2k24 am 16.11.2017 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An die Schweizer Armee

    Wenn ihr eure Ressourcen für gescheitere Sachen einsetzt wie z.B Grenzkontrollen usw. und solchen Stuss wie den Swisscoy im Ausland abschafft und solchen Unsinn wie Zug Shqipi, Zug Skenderbeg verbietet ( habe nichts gegen Albaner, das selber Freunde aus dieser Gegend habe ;-) Packe ich morgen meine 7 Sachen und stelle mich freiwillig wieder in den MD

  • Marco D. am 16.11.2017 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    Militär stärkt den Charakter

    Nun wird Zeit das mit dieser Wischi Waschi Wehrpflicht schluss ist, kein Wunschprogramm mehr, alle sind Militärdienstpflichtig, für die die nicht in der Lage sind gibts Hilfsdienst (HD) und die Wehrpflicht ist wieder bis 50ig, nachher noch 10 Jahre in den Zivilschutz, war ein gutes System, verstehe nicht wieso man das geändert hat. Und wichtig, nur wer im Militär war ist ein richtiger Mann.