Zahlen lügen nicht

23. Mai 2013 12:25; Akt: 23.05.2013 17:32 Print

Der finsterste Frühling seit 30 Jahren

Das miese Wetter nimmt historische Ausmasse an. In der Deutschschweiz wurden halb so viele Sonnentage gemessen wie normal. Besserung ist nicht in Sicht.

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Der Frühling lässt auch am kommenden Wochenende auf sich warten. In den nächsten Tagen ist in der ganzen Schweiz weiterhin mit tiefen Temperaturen zu rechnen. Doch nicht nur die Kälte drückt auf das Gemüt: Auch die Sonne zeigt sich nur selten. Seit über 30 Jahren war es in der Deutschschweiz nicht mehr so lange trüb und grau.

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So schien etwa in Basel die Sonne seit Jahresbeginn nur gerade 318 Stunden. Normal seien in der Stadt am Rhein bis Ende Mai 600 Sonnenstunden, schreibt SRF Meteo in einer Medienmitteilung. Nicht weniger grau war es bisher in Zürich, Luzern und St. Gallen.

Der diesjährige Frühling erscheine zudem derart trüb, weil April und Mai in den vergangenen Jahren jeweils extrem sonnig gewesen seien, hiess es in der Mitteilung weiter.

Als «richtiges März-Wetter» bezeichnet MeteoSchweiz die aktuelle Wetterlage. Zwar fiel Donnerstagnacht kaum Neuschnee, doch schon in der Nacht auf Freitag trifft die Alpennordseite erneut ein Kälterückfall. Dieser lässt die Schneefallgrenze auf unter 1000 Meter sinken - mancherorts ist sogar auf 500 Metern über Meer Schneefall möglich.

Schneefälle bis in tiefe Lagen Ende Mai seien seltene Ereignisse, sagte ein Sprecher von MeteoSchweiz am Donnerstag gegenüber der SDA. Zuletzt habe es 1983 Ende Mai vergleichbare Neuschneemengen gegeben. Der Sommer jenes Jahres brachte dann übrigens für Mitteleuropa den heissesten Sommer des 20. Jahrhunderts.

Noch ist kaum Besserung in Sicht

Am Freitag ist das Wetter in der Deutschschweiz vorwiegend nass und grau. Auch Samstag und Sonntag sehen nicht viel besser aus. Meistens bewegen sich die Temperaturen um 11 Grad herum, es ist stark bewölkt und regnerisch.

Zum Wochenbeginn kündigt sich langsam eine Wetterbesserung an - zumindest was die Temperaturen betrifft. Weiterhin bleibt das Wetter wechselhaft, die Sonne zeigt sich nur periodisch. Schon am Dienstag erreiche die Schweiz wieder eine neue Störung, lässt MeteoSchweiz verlauten.

In der Westschweiz präsentiert sich das Wetter ähnlich wie in der Deutschschweiz. Einzig die Alpensüdseite darf mit etwas mehr Sonne und teilweise auch wärmeren Temperaturen rechnen. So sind im Tessin morgen Freitag mit etwa 17 Grad zu rechnen.

Reisebranche erfreut über das trübe Wetter

Das graue und kalte Wetter spielt der Reisebranche in die Hände. Der Schweizerische Reisebüro-Verband (SRV) teilte am Donnerstag in einem Communiqué mit, die Reisebüros hätten «viel zu tun». «Zahlreiche unserer Mitglieder berichten im Moment von einer markant steigenden Nachfrage für ganz kurzfristige Arrangements», sagte SRV-Geschäftsführer Walter Kunz.

Gefragt seien vor allem traditionelle Badeferienziele wie etwa die Balearen, die kanarischen Inseln, Griechenland oder das Rote Meer in Ägypten. Kuoni Schweiz berichtet in einer Mitteilung von Steigerungen von bis zu 50 Prozent für Mai und Juni gegenüber den Vorjahresmonaten.

SRV-Chef Kunz zeigte sich zuversichtlich, dass der massive Kundenverkehr über das bevorstehende Wochenende hinaus anhält. Eine willkommene Entwicklung für die Reisebüros: «Die Buchungsfrequenzen der kommenden Wochen werden das Jahresergebnis vieler Betriebe ohnehin wesentlich prägen», so der Geschäftsführer.

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(aeg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mutter Natur am 23.05.2013 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Gelassenheit

    Am besten hat man es, wenn man das ganze gelassen nimmt. Jedes Wetter hat seine Vor- und Nachteile. Im Moment find ich es toll, dass ich nicht verschwitzt rumrennen muss, in der Nacht gut schlafen kann und die Rasenmäherolympiade noch nicht begonnen hat. Ändern können wir das Wetter eh nicht. Obwohl uns das offensichtlich sehr schwer fällt, da wir akzeptieren verlernt haben.

  • Vortex am 23.05.2013 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In Zürich bisher trübstes Jahr seit über 100 Jahre

    Leider werden oft nur die einzelnen Monate ausgewertet, und so heisst es dann immer wieder "alles schon da gewesen, oder nur knapp unterdurchschnittlich". Wenn man aber das ganze bisherige 2013 auswertet, war es in Zürich noch nie so trüb wie mindestens seit 1901! Mit Ausnahme Mitte Dezember-Januar dauert diese ungewöhnliche Wetterlage seit Ende Oktober 2012 an. Ein Grund dafür ist die immer schwächere werdende Westdrift in unseren Breiten, und damit die Zunahme der "blockierten" Wetterlagen, was laut neueren Erkenntnissen sehr wohl einen Zusammenhang mit der globalen Klimaerwärmung hat.

  • Christoph Sarasin am 23.05.2013 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Immer nur jammern..

    Hört doch mal auf zu jammern!! Nur langweilige Menschen reden dauernd übers Wetter.. ;-) Akzeptiert es einfach.

Die neusten Leser-Kommentare

  • John am 23.05.2013 23:30 Report Diesen Beitrag melden

    Klimaerwärmung

    Wer da immer noch an die Klimaerwärmung glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen. Klimawandel - JA, aber den gab's auch schon 4 Milliarden Jahre vor dem Menschen.

  • Eduard Moser am 23.05.2013 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein mich nervt das Wetter nicht

    Wieso ist bei der Umfrage nur ein ja mit einem Zusatz anzukreuzen. Mich nervt das Wetter nicht und möchte gern nein angeben!

  • Henz Moser am 23.05.2013 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Frühling

    Gut, es ist vielleicht nicht so sonnig wie üblicherweise in diesen Monaten. Aber von den Temparaturen her erleben wir endlich wieder einen normalen Frühling! Endlich wieder einmal nicht direkt von kalt auf heiss, sondern schön sanft von kalt zu warm und dann im Sommer vielleicht zu heiss.

  • Frau Sterrudo am 23.05.2013 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sommer:-)

    Das schlechte Wetter ist auch nicht gut für die Gesundheit. Viele Leute leiden dann an Vitamin D Mangel, weil die Sonne nicht scheint. Also liebe Sonne, lass dich doch zeigen!!!

  • Daniel Leutwyler am 23.05.2013 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechtes Wetter?

    Warum kann ich keine positive, oder zumindest neutrale Meinung abgeben zur Umfrage über das (schlechte) Wetter? Das Wetter ist wie es ist, es wird ja (normalerweise) draussen abgehalten...