Vitamin-D-Mangel

27. Januar 2017 05:49; Akt: 27.01.2017 07:31 Print

Der ständige Nebel macht krank

von V. Fehlmann - Im Januar schien die Sonne im Flachland fast nie. Das hat Folgen: Es droht Vitamin-Mangel. Das können Sie dagegen tun.

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Bis Donnerstag wurden in Aarau im Januar lediglich 11,3 Sonnenstunden gezählt. In Luzern (12,7) und Zürich Flughafen (13,2) waren es kaum mehr. Die verbleibenden Tage dürften daran kaum etwas ändern, teilt Meteonews mit. Das ist ungewohnt: Im langjährigen Mittel werden im Januar sonst 50 Sonnenstunden erwartet. Laut dem Wetterdienst war der Januar 2017 folglich der sonnenärmste der letzten 20 Jahre. Teilweise zähle er sogar zu den fünf trübsten seit Messbeginn. Nur in den Bergen und auf der Alpensüdseite sind Sonnenhungrige auf ihre Kosten gekommen. In Lugano wurden bereits 138 Sonnenstunden gezählt.

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Erklären kann man die Sonnenarmut im Flachland in erster Linie mit den anhaltenden Inversionswetterlagen mit Nebel oder Hochnebel, schreibt Meteonews. Das hat Folgen: Fehlt die Sonne, mangelt es dem Körper an Vitamin D. 20 Minuten erklärt, was das für die Gesundheit bedeutet.

Wozu brauche ich Vitamin D?
Das Vitamin hilft dem Körper, Calcium aufzunehmen. Damit werden die Knochen gestärkt. Auch die Muskulatur wird durch Vitamin D unterstützt. Bei Kleinkindern unterstützt es ebenfalls die Knochenbildung.

Wie viel Vitamin D brauche ich?
Die offiziellen Empfehlungen wurden erst vor kurzem angehoben. «Ein Säugling sollte in seinem ersten Jahr etwa 10 Mikrogramm pro Tag zu sich nehmen», erklärt Stéphanie Hochstrasser, Ernährungsberaterin und Leiterin von Nutrinfo bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE. «Ab dem zweiten bis zum 60. Lebensjahr sollten es rund 15 Mikrogramm sein, ältere Leute ab 60 sollten sogar 20 Mikrogramm am Tag einnehmen.» Zum Vergleich: 100 Gramm Zuchtlachs enthalten 8,3 Mikrogramm Vitamin D.

Wie kann ich dieses Ziel erreichen?
«Mit natürlichen Lebensmitteln allein ist das im Winter kaum zu schaffen», sagt Hochstrasser. Trotzdem können etwa fettreicher Fisch, Eier, Champignons oder mit Vitamin D angereicherte Lebensmittel wie Margarine oder Frühstücksflocken unterstützend wirken. Effektiv helfen tun jedoch Vitamin-D-Präparate. Diese können in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Wie äussert sich ein Vitamin-D-Mangel?
Die Forschung hat gezeigt, dass Osteoporose oft im Zusammenhang mit einem Vitamin-D-Mangel steht. Auch die Muskulatur leidet. «Nehmen ältere Menschen genug Vitamin D, stürzen sie auch weniger, weil ihre Muskeln stärker sind», sagt Hochstrasser. Bei Kleinkindern hingegen kann der Mangel zu weichen Knochen führen. «Es können sich O-Beine oder Verformungen bilden. Deshalb ist gerade bei ihnen die empfohlene Tagesdosis vergleichsweise hoch.»

Wer ist besonders betroffen?
Kinder, ältere Menschen und Schwangere sind Risikogruppen für einen Vitamin-D-Mangel.

Kann ich auch eine Überdosis an Vitamin D einnehmen?
«Wie bei allen Vitaminen und Mineralstoffen gibt es auch hier Grenzen», sagt Hochstrasser. Diese liegt bei Leuten zwischen 18 und 60 Jahren bei 100 Mikrogramm pro Tag. «Mit natürlichen Lebensmitteln ist das aber nicht zu schaffen. Auch bei Präparaten wird es schwierig.» Eine Überversorgung erhöht die Calcium-Konzentration im Blut. Das kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit oder Nierensteinen führen – jedoch nur, wenn die Grenze über längere Zeit massiv überschritten wird.

Was passiert, wenn ich nichts unternehme?
Die Unterversorgung rächt sich erst später. In Echtzeit bemerkt den Mangel niemand – auch in einem besonders sonnenarmen Monat, wie es aktuell der Fall ist. «Die Prozesse laufen unbemerkt ab», so Hochstrasser. Jedoch könne man den Vitamin-D-Gehalt im Blut messen lassen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sabrina am 27.01.2017 06:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtiges zu Vitamin D

    Ich staune, wie wenig die Menschen über Vitamin D wissen und geben dieses Halbwissen auch noch so weiter... Erste Regel: Eine Vitamin-D-Aufnahme durch Sonnenlicht ist NUR zwischen Mitte März und Mitte Oktober möglich. Drum herum steht die Sonne zu tief um auch nur annähernd genug vom Sonnenvitamin abzubekommen... Zudem kann ein Mangel nicht nur Osteoporose auslösen sondern Autoimmunkrankheiten begünstigen, Depressionen auslösen und und und. Bitte klärt euch RICHTIG auf!

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  • Sonnenanbeter am 27.01.2017 05:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wallis Nebelfrei seit 202 Jahren

    Da bin ich doch froh im Wallis zu leben. Das Problem kennen wir nicht.

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  • greenlife-ch am 27.01.2017 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vitamin D Mangel

    Sehr interessant diese Auswirkungen auf den Organismus. Die Sonne fehlt mir bereits ab dem dritte oder vierten Tag extrem!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Luna am 28.01.2017 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Laune

    Wenn länger keine Sonne scheint werden die Menschen zickig . Mögen kein Spass... kein Lachen im Gesicht. Ist immer wieder schön wenn die Sonne sich zeigen lässt ! Freundliche Menschen..... ganz anders !

  • Wolfsberg am 28.01.2017 02:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöneres Wetter

    Darum halte ich mich sehr gerne im Kanton Graubünden auf. Massiv besseres Wetter plus viel mehr Sonne und blauen Himmel als in der grauen und nebligen Zentralschweiz.

  • Mirey am 27.01.2017 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    Solarium um Vitamin D zu tanken

    Oder ganz einfach 2 mal wöchentlich ins Solarium :)

    • Alfred A. am 28.01.2017 21:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Mirey

      Solarien arbeiten mehrheitlich mit UV-A Licht. Für die Vitamin_D Produktion in der Haut wird aber UV-B Licht benötigt. Wer nicht genug Sonne abbekommt ist daher mit einer speziellen UV-B Lanpe besser bedient. Solche Lampen gibt es bereits um ~50.-- bis ~250.-- Franken. Beratung ist wichtig und ein Gespräch mit dem Arzt schadet nie.

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  • La Welsch am 27.01.2017 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonne pur

    Wir haben jeden Tag Sonne ! Ich mach fast jeden Tag ein Spaziergang . Wir sind wirklich verwöhnt im Pays d'Enhaut . Wir warten dafür länger auf die ersten Frühlingsblumen .....

  • Solala am 27.01.2017 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Graubünden ist nicht grau

    Nebel wo? Gruss aus Graubünden :)