Aufklärung

10. März 2016 08:38; Akt: 10.03.2016 08:38 Print

Deutschland erteilt Flüchtlingen Sexualkunde

Die deutsche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigt Migranten, wie Liebe und Sexualität funktionieren.

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Wie sehen Männer und Frauen nackt aus? Wie benützt man ein Kondom? Und was passiert beim Sex genau? Über solche und viele andere Fragen rund um das Thema Sexualität gibt das neue Internetportal zanzu.de Auskunft. Doch das Aufklärungsportal der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zielt damit nicht etwa auf pubertierende Deutsche ab. Im Fokus hat die Website vor allem Migranten. Laut der «Süddeutschen Zeitung» stammt die Idee zum Aufklärungsportal aus Belgien. «Vor allem zu uns geflüchtete Menschen, die noch nicht lange in Deutschland leben, erhalten hier einen diskreten und direkten Zugang zu Wissen in diesem Bereich», zitiert die Zeitung Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium.

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Insgesamt 5410 Teilnehmer

Anhand von Piktogrammen und Texten können sich die Nutzer informieren. Auch klärt das Portal über Infektionen, Rechte und Gesetze auf. Die Sprachauswahl reicht von Rumänisch über Arabisch bis zu Russisch. Menschen, die nicht lesen können, können sich die Informationen mit einem Klick auf das Lautsprecher-Symbol vorlesen lassen.

«Guter Sex», «schlechter Sex»

Besonders ins Auge stechen die Piktogramme, weil die Zeichnungen sehr explizit gestaltet sind: Gezeigt wird etwa, wie ein erigierter Penis aussieht und wo sich das Jungfernhäutchen befindet. Die Piktogramme unter dem Titel «Mein Körper in Wort und Bild» machen teilweise einen unfreiwillig komischen Eindruck. Zum Beispiel steht ein aufeinanderliegendes Paar mit einem «Gefällt mir»-Daumen für «guten Sex», wohingegen dasselbe Bild mit einem Geldschein-Symbol ein Beispiel für Prostitution ist.

Könnten die anschaulichen Piktogramme Nutzer brüskieren? Christine Winkelmann, Referatsleiterin Prävention bei der BZgA, sagt dazu: «Die Website richtet sich an Erwachsene, und um zu erklären, wie man ein Kondom anwendet, muss man nun mal einen Penis zeigen.» Funktioniere Sprache nicht als Medium, seien Bilder die einzige Alternative, um komplexe Inhalte verständlich zu machen. Laut Winkelmann wurden zudem kulturelle und religiöse Befindlichkeiten beachtet. Die Rückmeldungen seien durchwegs positiv gewesen.

In der Schweiz gibt es bislang kein Pendant. Auf der Plattform migesplus.ch des Schweizerischen Roten Kreuzes können sich Migranten über die Prävention sexueller Krankheiten informieren. Laut Léa Wertheimer, Sprecherin des Bundesamts für Migration (SEM), führt das SEM regelmässig Informationsveranstaltungen durch über die wichtigsten Verhaltensregeln sowie über Rechte und Pflichten der Asylsuchenden. «Zusätzlich kommen die Kantone bei Personen, die ein Bleiberecht erhalten, ihrer Integrationspflicht mit
verschiedenen Massnahmen — auch Kursen — nach.»

(bz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bester Mann am 09.03.2016 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neandertaler

    Wenn man die ganzen Zeitungsberichte liest, könne man fast meinen, die Flüchtlinge würden irgendwo aus der Steinzeit kommen. Geht das nur mir so, weil ich finde das Ganze langsam ziemlich witzlos!

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  • joel91 am 09.03.2016 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..

    Als ob Flüchtlinge nicht wüssten wie man Sex hat. XD

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  • Zuggerwadde am 09.03.2016 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lieb aber..

    Es ist ja schön und gut. Aber ich habe langsam das Gefühl, dass alle glauben Flüchtlinge kämen vom Mars und wissen nicht wie man sich benimmt. Die Flüchtlinge sind auch Menschen wie Du und ich, das heisst noch lange nicht, dass sie über das ganze nicht Bescheid wissen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • lima77 am 10.03.2016 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Muss das

    wirklich sein?? So kommts mir vor wie die Leute von einem anderen Planeten wären was sie ja anscheinend auch sind. Wer Sex haben will mit einem Flüchtling soll das von mir aus haben. Aber als Einladung zum Sex haben mit uns Schweizerinnen? Danke vielmal!!!

  • Antu am 10.03.2016 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schutz der Frau

    Wer den Hintergrund hier nicht verstanden hat, hat die falsche Brille auf. Logisch wissen die wie "es" funktioniert. Viele kommen ja mit Nachwuchs. Es geht darum unsere Sexualität, wie wir sie ausleben, ihnen zu vermitteln und dass man sich daran hält. In muslimischen Ländern werden häufig nur die Bedürfnisse der Männer respektiert. Die Frau/das Mädchen soll sich fügen und "hinhalten". Diese Infopapiere sollen unsere Frauen schützen!

    • Ssiowasch Sadat am 10.03.2016 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Antu

      Diese Unwissenheit... Sie bereitet mir Kopfschmerzen. Wo steht den geschrieben das nur die bedürfnisse der Männer zählen und das Frauen sich "fügen" und "hinhalten" müssen? Und bitte kommen Sie mir nicht mit erfundenen Koran versen! Übrigens, in den Arabischen/Türkischen haushalten hat es sehr viele Frauen welche "die hosen anhaben"

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  • sara am 10.03.2016 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Homepage besuchen, dann urteilen

    Auf der Homepage geht es um viel mehr, als nur darum, zu zeigen, wie Sex funktioniert. Offenbar haben die meisten Kommentatoren/Kommentatorinnen hier die Homepage nicht besucht. Also: Homepage besuchen, sich durchklicken, urteilen, kommentieren.

  • Logine am 10.03.2016 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Global Village

    Als der kürzlich verstorbene Roger Willemsen sich mit einem Taliban zu Interview traf, wollte er sich vorstellen. Sein Gegenüber winkte darauf ab: "Wir googlen auch."

  • wieso nicht? am 10.03.2016 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Ansatz

    Die Idee ist nicht mal so schlecht. In vielen Ländern ist Sex immer noch ein Tabu-Thema und wenn die Kinder nicht in die Schule gehen konnten wir Ihre Aufklärung nicht sehr gut sein. Logisch gibt es auch viele Flüchtlinge die Wissen wie man Sex hat. Aber es geht hier ja nicht nur darum wie es geht sondern auch um sicheren Sex, auf die Wünsche des Partners einzugehen. In vielen Ländern ist beim Sex nur der Mann wichtig, und er dient nur zur Fortplflanzung. Ich finde das ganze hat einen guten Ansatz. Es gibt ja auch viele Jugendliche Flüchtlinge