Swisscom-Bänder

20. Dezember 2013 12:58; Akt: 20.12.2013 14:01 Print

Diebe klauten hunderte Promi-Geheimnummern

Auf den Datenbändern, die der Swisscom letztes Jahr gestohlen worden sind, befinden sich geheime Daten von rund 1000 Prominenten. Wer hinter dem Diebstahl steckt, bleibt unklar.

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Die geklauten Datenträger der Swisscom enthielten auch zahlreiche Angaben zu Prominenten.

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Insgesamt vier Datenträger mit Back-up-Daten aus den Jahren 2008 und 2010 wurden der Swisscom im letzten Jahr gestohlen. Darauf befinden sich 14'500 Mails und 600'000 Nummern. Eine Auswertung der Daten hat nun ergeben, dass sich unter den Kundendaten auch heikle und geheime Angaben von 979 Prominenten befinden. Die Namen sind alphabetisch aufgeführt und enthalten Wohn- und Mail-Adressen, Handy- und Festnetznummern sowie Geburtsdaten. Es ist zudem vermerkt, ob bei den jeweiligen Personen ein Risiko für einen Anbieterwechsel besteht.

Zu den prominenten Kunden der Swisscom zählen unter anderen Roger Federer, Bundesrätin Doris Leuthard, Ikea-Gründer Ingvar Kamprad, Udo Jürgens und der deutsche Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel. Dazu kommen laut der NZZ weitere Sportler, Bundes-, National- und Ständeräte sowie Künstler, Showstars, Models, Missen und Wirtschaftsgrössen. Wer von ihnen vom Datenklau betroffen ist, ist derzeit nicht bekannt.

Strafverfahren sistiert

Nebst den heiklen Daten sind auf den Datenträgern auch Kunden vermerkt, die zur Konkurrentin Cablecom gewechselt haben. Sie würden mit einem Win-back-Programm zum Zurückkommen animiert, erklärt Swisscom-Sprecher Olaf Schulze.

Nach wie vor unklar sind die Hintergründe zum Verschwinden der Datenträger. Auch das Strafverfahren gegen unbekannt brachte keine Klärung und wurde sistiert. Der Fall wurde im vergangenen September von der NZZ publik gemacht, nachdem sie die Bänder zugespielt bekommen hatte. Die Vernichtung von Datenträgern erfordert zahlreiche interne und externe Spezialisten und Angestellte. «Wir kennen alle Personen namentlich, die Zutritt zu den Rechenzentren hatten», sagt Schulze. Ein Verdacht habe aber gegen keinen von ihnen erhärtet werden können.

(vro)