Statistik

18. April 2018 22:11; Akt: 19.04.2018 18:40 Print

Diese Lehrlinge finden am schnellsten einen Job

Maurer, Förster oder Tiermedizinische Praxisassistentin: Absolventen dieser Lehren finden sofort einen Job. Länger warten müssen Floristinnen.

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Rund 70'000 Jugendliche treten in der Schweiz pro Jahr eine Lehre an. Für jene, die sich im letzten Lehrjahr befinden, gilt es diesen Juni ernst: Die schulischen und praktischen Abschlussprüfungen stehen an. Neue Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen nun aufgeschlüsselt nach Branchen, wie schnell Lernende nach bestandener Abschlussprüfung einen Job finden können, indem es den Bildungsweg von 89'000 Lernenden nachgezeichnet hat.

Direkt nach Abschluss finden insgesamt 70 Prozent der Abgänger eine Stelle im eigenen Betrieb oder in einer neuen Firma. Zwischen den Branchen gibt es jedoch grosse Unterschiede: Während im Bereich Baugewerbe (Maurer oder Maler) sowie in der Forstwirtschaft (Forstwart) und Tiermedizin 83 Prozent sofort eine Stelle haben, sind es im Bereich Künste, wozu Lehrberufe wie Floristin gehören, nur 62 Prozent.

«Maurer kann nach Abschluss 5500 Franken verdienen»

Riccardo Mero, Leiter Grundbildung beim Baumeisterverband, erklärt die hohe Quote im Bau damit, dass gute Leute gesucht seien und ihnen attraktive Bedingungen geboten würden. «Ein junger Maurer kann schon kurz nach der Lehre 5500 Franken im Monat verdienen.» Zudem würden die raschen Aufstiegsmöglichkeiten die Jungen dazu verleiten, im Beruf zu bleiben.

Etwas länger gedulden müssen sich etwa KV-Absolventen. 20 Prozent finden erst drei Monate nach dem Erlangen des Eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses eine neue Stelle. Zum Vergleich: Auf dem Bau warten nur sieben Prozent so lange. Auffällig: Noch länger auf den ersten Job müssen sich Informatiker gedulden. In dieser Branche liegt der Anteil jener, die zwischen sechs Monaten und einem Jahr für die Stellensuche brauchen, bei 11 Prozent.

Ebenfalls so lange suchen mussten zehn Prozent der Ausgelernten im Bereich Künste, etwa Floristen oder Fotofachfrauen. Janis Grunder von der Plattform professional.ch: «Bei den künstlerischen Berufen werden immer weniger Stellen ausgeschrieben, was die Jobsuche erschwert, da sich auf einen Job sehr viele Bewerber melden. Die Konkurrenz ist gross.»

Trotzdem: Der Anteil jener, die nach sechs Monaten nach der Lehre arbeitslos sind, liegt über alle Branchen hinweg bei vier Prozent. Am höchsten ist der Anteil bei den «persönlichen Dienstleistungen», wozu etwa Coiffeure gehören.

Informatiker warten auf die richtige Stelle

Obwohl die Informatikbranche unter Fachkräftemangel leidet, haben es die Absolventen bei der Stellensuche vergleichsweise schwer. Jürg Schweri vom Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung erklärt dies damit, dass im Bereich Informatik Absolventen eher eine Phase der Arbeitslosigkeit in Kauf nähmen und auf die richtige Stelle warteten.

Die Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen auch, in welchen Branchen die Lehrlinge am meisten weiterbeschäftigt werden. Die Rangliste führt das Baugewerbe an. Ein Sanitär erhält beispielsweise in 61 Prozent der Fälle im Lehrbetrieb einen Job. Ebenfalls gute Chancen, in der angestammten Firma zu bleiben, haben etwa Lastwagenfahrer. Sie werden zu 55 Prozent vom Chef regulär angestellt. Riccardo Mero vom Baumeisterverband: «In der Branche ist es selbstverständlich, gute Leute nach der Lehre anzustellen und ihre Karriere zu fördern.» Schliesslich habe man während der Lehre auch viel in die Ausbildung investiert.

Floristen können am seltensten im Betrieb bleiben

Weniger Glück haben dagegen Lernende im Bereich Künste. Den grössten Anteil an dieser Branche haben Floristinnen. Dort wandeln nur 31 Prozent der Chefs den Lehrvertrag in einen normalen Arbeitsvertrag um. Urs Meier, Geschäftsführer des Schweizerischen Floristenverbands, führt die tiefe Zahl auf die Betriebsgrösse zurück: «Der Grossteil unserer Mitglieder beschäftigt drei bis vier Mitarbeiter sowie einen Lehrling.» Statt ihn nach Abschluss anzustellen, würden viele Betriebe wiederum einen Lernenden suchen.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TheRealOneIsMe am 18.04.2018 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ok aber...

    haha 5500 gibts erst nach 3 Jahren...in diesen Jahren gibt es noch massive Abzüge. Ausserdem ist erst ab Baustelle bezahlt, Material in Werkhof laden& abladen zählen als Freizeit. Somit kommt man schnell au 10-11h-Tage aber hat nur 8.5h davon als Arbeitszeit.

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  • Almi am 18.04.2018 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Holzwurm

    Werdet Schreiner als Notnagel kann man immer noch Särge bauen die werden immer gebraucht ;-)

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  • Ani am 18.04.2018 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fairness...?

    Ist das fair, dass eine dentalassistentin einen mindestlohn von 3700.- hat und eine coiffeuse 3900.-? Das würde mich mal sehr interessieren

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roof am 19.04.2018 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dachdecker

    Ich finde es extrem unfair dass, ein Dachdecker Lehrling gleich viel verdient wie jm der eine Lehre als KV macht. Der Dachdecker tragt Ziegel bei 30° aufs Dach währenddessen jm im KV im kühlen Büro sitzt und Kaffee trinkt!

  • komisch am 19.04.2018 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    EllEff

    Man kann noch so qualifiziert sein, und noch so Schweizer sein durch Geburt und Abstammung: Trägt der Vater den 'falschen' Namen, ists schon mit der Lehrstelle vorbei.

  • Alter Sack am 19.04.2018 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so ist es

    auch diese Lehrlinge werden Mal alte Säcke. und dann sind sie nicht mehr gefragt und sie finden keinen Job mehr. es wollen alle nur noch Junge Arbeiter. anscheinend ist ab einem gewissen Alter die berufliche Erfahrung Nichts mehr wert.

  • Debby am 19.04.2018 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tpa

    Ich bin selber TPA und das stimmt, man findet sehr schnell eine Stelle, da 1. viele Lehrlinge nach der Lehre etwas anderes machen wollen 2. Viele stellen nur Sek A ein mit guten Noten, die dann studieren gehen. 3. Der Lohn und allg. die Anstellungsbedinungen! 4. Viele springen ab und es ist sehr schwierig geworden gute TPAs zu finden mit Erfahrung. Dadurch sind die, die übrig geblieben sind sehr gefragt...

    • Claudia am 19.04.2018 15:34 Report Diesen Beitrag melden

      dito

      Bin selber auch TPA, kann ich alles unterschreiben. Habe vor 7 Jahren meine Lehre beendet, wenige aus meiner Zeit sind noch TPA-...

    • Artos am 19.04.2018 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Claudia

      Na ja, nach 7 Jahren ist das normal. Willst du etwa dein ganzes Leben als TPA ohne Weiterbildung und damit verbundenen Aufstiegschancen verbringen?

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  • m.f am 19.04.2018 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pflege

    und was ist mit der Pflege? ein grosser teil der Lehrlinge mit abgeschlossenen EFZ finden gut eine Stelle. Noch besser ist es bei den Dipl. Pflegefachfrauen. Die nachfrage ist noch grösser!!!!!