Jackpot

20. Dezember 2017 10:27; Akt: 20.12.2017 14:22 Print

Diese Lotto-Millionäre haben alles verspielt

Ein Zürcher Lotto-Spieler hat bei Euromillions 157,1 Millionen Franken abgeräumt. Von diesen Geschichten gescheiterter Lottomillionäre kann er lernen.

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Ein Spielschein aus dem Kanton Zürich hat bei der Euromillions-Ziehung vom Dienstag den Jackpot geknackt und die Rekordsumme von 157,1 Millionen Franken gewonnen. Der Gewinn gelang in letzter Sekunde: Erst kurz nach 11.30 Uhr am selben Tag wurde der Schein für 24.50 Franken gespielt.

Doch bringt der Millionen-Gewinn auch wirklich Glück mit sich? In der Schweiz verhalten sich die Lotto-Gewinner auffallend unauffällig und bleiben meist anonym. Die Schweizer Lottogesellschaft Swisslos zerrt die Gewinner nicht – wie im angelsächsischen Raum üblich – vor die Kameras. Kein Foto mit riesigem Check und obligater Champagner-Dusche erscheint in den Zeitungen.

Geschichten über zerstörte Existenzen gibt es aus der ganzen Welt. Einer sticht dabei hervor: Jack Whittaker, heute ein gramerfüllter 67-Jähriger, gewann vor zwölf Jahren 315 Millionen Dollar – und musste danach mitansehen, wie Gier, Drogen und seine Familie sein Leben zerstörten.

«Ich wünschte, ich hätte das Los zerrissen»

Er wurde mehrfach verhaftet – wegen Trunkenheit am Steuer oder Drohungen –, verklagt, bestohlen, betrogen und fünf Jahre nach dem Gewinn von seiner Frau verlassen. Der Freund seiner 17-jährigen Enkelin starb an einer Drogenüberdosis, sie selbst fiel wenige Monate später ebenfalls den Drogen zum Opfer. Der dritte Todesfall betraf schliesslich die Mutter seiner Enkelin, Whittakers Tochter, die aus bislang ungeklärten Gründen starb.

Whittaker sagt heute zu seinem Lottogewinn: «Ich wünschte, ich hätte das Los damals zerrissen.» Er habe keine Freunde mehr und sei kaltherzig geworden. Manchmal trifft das vermeintliche Glück auch Teenager: Die 16-jährige Callie Rogers gewann umgerechnet rund 2,8 Millionen Franken in England. Sie verjubelte es für Ferien und Häuser, ging auf exzessive Shopping-Tour, verschenkte es Freunden – und liess sich ihre Brüste vergrössern. Sechs Jahre später war sie pleite, zweifache Mutter und musste Schulden abbezahlen. Sie sagt: «Mein Leben ist ein Chaos – und da jetzt alles weg ist, kann ich hoffentlich glücklich werden. Das Geld hat mein Leben ruiniert.»

Schweizer Gewinner spielt immer noch

Das wohl bekannteste Beispiel aus Deutschland ist «Lotto-Lothar», ein Arbeitsloser, der sich nach seinem Gewinn 1994 der Masslosigkeit nicht erwehren konnte: Orgien auf Mallorca, teure Autos, Casino-Besuche – schliesslich der Tod durch Leberzirrhose.

Und in der Schweiz? Hier ist vor allem Werner Bruni bekannt, der erste Schweizer Lottomillionär, der 1979 1,7 Millionen gewann. Nach sieben Jahren war er pleite. Ein anderer Schweizer Lotto-Millionär, der heute nicht mehr öffentlich sprechen will, kaufte sich von seinem Gewinn als erste Investition ein Toupet.

Doch dann wäre noch Luke Pittard zu erwähnen, ein Angestellter von McDonald's. Er gewann umgerechnet rund 1,7 Millionen Franken. Er machte eine Reise, heiratete, kaufte sich ein Haus und lebte von den Zinsen. Schliesslich heuerte er wieder bei McDonald's an – das Leben als Millionär war ihm zu langweilig geworden.

* Dieser Artikel erschien in einer leicht abgeänderten Version erstmals am 13. August 2014.

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • RetoZG am 20.12.2017 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Der Umgang mit Geld soll gelernt sein! Gibt Menschen die verdienen 4000 Franken und können besser umgehen als Personen die 20000 verdienen! Die wirklich reichen erkennt man zumeist nicht...

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  • Maybe am 20.12.2017 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Scheitern "als Lottomillionär"

    Finde die Beschreibung des Scheiterns "als Lottomillionär" komisch. Als Lottomillionär hat man mit der Definition des Titels bereits alles richtig gemacht - nämlich im Lotto abgeräumt. Alles danach ist Scheitern als Mensch der nicht mit Geld umgehen kann.

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  • carmen diaz am 20.12.2017 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    kaum hat es ein paar franken...

    ...in einem jackpot, wird die selbe story ausgegraben. das ist ja nur noch todlangweilig...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Neverman am 20.12.2017 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Glück und das Geld sind verschieden

    Es mag für viele nicht glaubwürdig klingen. Meine Erfahrung mit Geld, war nicht die beste. Und Millionen hatte ich nie. Doch heute lebe ich besser, mit genug für ein bescheidenes Leben. Die wenigsten Menschen die ich in meinem Leben kennenlernte, welche Reich waren, hatten einen warmherzigen Charakter. Doch auch viele die wenig haben sind nicht bessere Menschen. Wer sich zum Sklaven des Geldes macht, wird 'never ever' das Glück finden, denn das wahre Glück, ein Gemütszustand von Zufriedenheit, liess und lässt sich nicht kaufen...doch was erzähle ich. Die Menschen glauben die Wahrheit selten.

  • Jost am 20.12.2017 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich würde

    Ein Grossteil in Frauen und Alkohol investieren, und der Rest verschwenden.

    • Mother Jones am 20.12.2017 18:35 Report Diesen Beitrag melden

      Genau richtig!

      Eine kluge Entscheidung!

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  • Susen am 20.12.2017 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Mitleid

    Selber Schuld wenn man das Geld Verblödet. Anlegen oder Mehrfamilienhaus kaufen. So kommt wieder was rein und sich auf Vernünftiger Basis etwas leisten und sich Verwöhnen. Halt nicht Hirnloses Verprassen treiben!

  • Alexander Uster am 20.12.2017 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    157 Millionen?

    klarer Fall. Ich kaufe Häuser und werde diese vermieten. So kommt immer ein Ertrag rein!

  • Rolando Litter am 20.12.2017 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naturgesetz?

    In meiner Nachbarschaft steht ein kleines, aber sehr schmuckes Schlösschen. Auf meine Frage, wer es erbaut habe, bekam ich die aufschlussreiche Antwort: Jemand, der sehr sehr reich und sehr sehr unglücklich war...