Online-Plattform

27. April 2016 21:28; Akt: 27.04.2016 21:28 Print

Donat Kaufmann sammelt jetzt für Transparenz

Nachdem Student Donat Kaufmann die 20-Minuten-Titelseite per Crowdfunding kaufte, sammelt er nun Unterschriften für die Transparenzinitiative.

storybild

Donat Kaufmann ist zurück - mit der Online-Plattform «WeCollect» will er Initiativen zum Durchbruch verhelfen. (Bild: zVg)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Vor den letzten Parlamentswahlen störte sich Student Donat Kaufmann derart an der Plakatkampagne der SVP, dass er beschloss, Geld für eine eigene Kampagne zu sammeln. Diese stellte sich gegen den Einfluss des Geldes in der Politik.

Umfrage
Bringt die Transparenz-Initiative etwas?
51 %
49 %
Insgesamt 965 Teilnehmer

Bei der Aktion machten über 12'000 Menschen mit, es kamen über 140'000 Franken an Spenden zusammen – genug, um die eigene Botschaft auf der Titelseite von 20 Minuten zu platzieren: «Mir langets!»

Kaufmann sammelt Unterschriften

Nun wird Kaufmann wieder politisch aktiv. Zusammen mit dem Kampagnenspezialisten Daniel Graf lanciert er die Online-Plattform WeCollect, auf der Unterschriften für Initiativen und Referenden gesammelt werden. Kaufmann will mit der Plattform die junge Generation abholen: «Heute findet für die Jungen vieles online statt, aber Politik ist häufig immer noch offline. Wir wollen das verknüpfen.»

Ziel sei es, eine Community aufzubauen, die sich für ein «umsichtiges Miteinander» einsetze und Unterschriften für Anliegen sammle, die in der Community Anklang fänden. «Wir wollen dabei keine Idee grundsätzlich ausschliessen, aber die SVP ist nicht für Initiativen bekannt, die Umsicht und Toleranz fördern.» Zudem gehörten zu einer Politik der Umsicht auch Offenheit, Solidarität oder Nachhaltigkeit. Das sind keine Kernthemen der SVP.

An der Unterschriftensammlung für die Transparenzinitiative, die seit gestern läuft, haben sich bereits 5000 Menschen beteiligt. «Ein voller Erfolg», freut sich Kaufmann. Die Initiative nimmt vieles auf, was wir mit unserer Aktion vor den Wahlen kritisiert haben.» Es sei unverständlich, dass die Schweiz als einziges Land in Europa keine Transparenzvorschriften bei der Politikfinanzierung kenne.

Reimanns Kritik

SVP-Nationalrat Lukas Reimann, dessen eigene Transparenz-Initiative nicht zustande kam, findet die Initiative hingegen katastrophal, wie er in seinem Blog schreibt. «Die Initiative will zwar Parteispenden offenlegen, die Politiker-Einkünfte hingegen ignoriert sie sträflich.» Das würde die Lobby-Problematik weiter verschärfen. Mit Beiträgen an Politiker über Beiratsmandate, VR-Mandate, Lobby-Agenturen und Einladungen für Reisen sowie Geschenken liessen sich Entscheide im Parlament viel direkter und viel konkreter beeinflussen als mit Beiträgen an eine Partei.

Die Kritik Reimanns kann Kaufmann teilweise verstehen, aber: «Man sollte ein Problem nach dem anderen lösen, eine teilweise Lösung des Problems ist immer noch besser als gar keine.» Wenn es in einem späteren Schritt um die Transparenz bei VR-Mandaten und Lobbyismus gehe, kann sich Kaufmann durchaus eine Zusammenarbeit mit Reimann vorstellen.

(the)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frau am 27.04.2016 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Würde mich interessieren

    ob der junge Mann auch schon einer Arbeit nachgegangen und sein Geld selbst verdient hat.

    einklappen einklappen
  • Leon am 27.04.2016 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    irrelevant

    Die SVP hat einen dermassen hohen Wähler-Anteil, weil ihre Gegnerschaft - wie dieser Student - ausser der "Anti-SVP"-Botschaft kaum was zu bieten haben. Seine Meinung dass die SVP sich Stimmen kauft, finde ich unzutreffend. Zudem gibt es überall Netzwerke bzw. Seilschaften, bei den Linken eher noch mehr (Gewerkschaften, Lehrer- und Beamten-Verbände, Medienwelt, Sozialindustrie, Asylindustrie usw.). Es ist in der Schweiz eigentlich bekannt, wer wen unterstützt.

    einklappen einklappen
  • Ch.U.R. am 27.04.2016 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Sehe ganz andere Probleme

    Was geht es mich an, wer wie viel gespendet hat, solange die Spende aus freiem Wille geschehen ist. Was ich wissen will, ist was aus meinem sauer verdientem Geld passiert, das man mir in Form von Steuern und Abgaben genommen hat. Kunst- Kultur- Film und Musik Förderung, Drogenabgabe, Gleichstellungs- und was weiss ich was für Büros, Entwicklungs- und Ost Hilfe, das ganze Asylunwesen, hier versickern Milliarden, einfach so.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike.Z am 28.04.2016 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Miliardär, der fürs einfache Volk..

    Jaja lacht ihr nur über den Studenten. Redet seinen Einsatz klein. Unterstellt ihm, nie gearbeitet zu haben. Schmäht seine Überzeugungen. Euch "hart" arbeitenden Büezern sage ich eins. Denkt an diesen Studenten, wenn ihr mit kaputtem Rücken und erst mit 68 oder 70 zu einem reduzierten Umwandlungssatz in Pansion geht. Schaut euch genau an was in den letzten paar Tagen bestummen wurde. Ihr wisst, welche Themen noch in dieser Legislatur anstehen. Ihr wolltet die Class Politique absetzen? Bravo, gut gemacht, jetzt sitzt tatsächlich eine dort. Eine die ihre Klientel ausgezeichnet bedient.

  • Verena Sieber am 28.04.2016 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ein toller Mensch!

    Er erinnert mich an die Fahrenden auf unserem Dorfplatz damals. Sehr energetishc und motivierend - ein klares Beispiel unserer Gesellschaft. Toll! Weiter so!

  • Sebastian Schuler am 28.04.2016 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Klassenkamerad

    Der Donat ist ein alter Klassenkamerad von mir. Er ist schon früher durch tolle Aktionen auffällig geworden. Immer für einen Spass bereit, der alte Ziegenhirte. :)

  • Bonifatz am 28.04.2016 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aha..

    The Donut is back. Irgendwas sagt mir dass der sich selbst in Szene setzen will. Werde nicht so wirklich schlau aus ihm.

    • Schlaumeier am 28.04.2016 14:00 Report Diesen Beitrag melden

      Doughnut heisst das Ding...

      ...kommt aus dem Englischen "Teig" für Dough. Und ja es ist für die Menschheit sehr wichtig, dass sie nicht schlau aus ihm werden. Ich werde ehrlich gesagt aus ihrem Kommentar auch nicht schlau.

    • Thomas H. am 28.04.2016 15:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Schlaumeier

      Im BE heisst Donut durchaus Doughnut, aber nicht im AE, also sind beide Formen völlig korrekt. Was es am Kommentar von Bonifatz nicht zu verstehen gibt, erschliesst sich mir nicht.

    • Schlaumeier am 28.04.2016 15:54 Report Diesen Beitrag melden

      Pappnasen

      Donut, Donought, Donat. Ja ja Wortspielchen verstehen eben nicht alle und Humor hat sowieso fast niemand mehr :-)

    einklappen einklappen
  • Heud am 28.04.2016 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    Die Idee kann noch so gut sein. Wird die Initiative aus der Sichtweise der Linken präsentiert, findet man immer einen Grund dagegen zu sein. Stellt euch mal vor wie die Kommentarspalte aussehen würde wenn L. Reimann dieses Interview gegeben hätte (Pro Transparenz)..

    • Klers am 28.04.2016 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heud

      Die meisten Gegenargumente hier beziehen sich auf die Person Kaufmann. "Student", "Hat der jemals gearbeitet?", "Sucht er Aufmerksamkeit?". Ganz hohes Niveau!!

    • Brösel am 28.04.2016 13:55 Report Diesen Beitrag melden

      @Klers

      Gebe Ihnen vollkommen recht. Ich bin auch für mehr Transparenz, denn: allein das Wort "spenden" ist total irreführend. Tatsache ist, wer bezahlt, befiehlt. Es dürfte doch allen schon längst aufgefallen sein, dass Politik nicht mehr im Sinne des Landes und des Volkes betrieben wird, sondern im Interesse oberen Zehntausend.

    einklappen einklappen