«Besorgniserregend»

02. Dezember 2012 15:20; Akt: 02.12.2012 15:23 Print

Doppelt so viele Kaiserschnitte wie nötigDoppelt so viele Kaiserschnitte wie nötig

In der Schweiz kommt rund ein Drittel der Kinder per Kaiserschnitt zur Welt. Würden nur die 15 Prozent medizinisch begründeten Operationen durchgeführt, könnten rund 20 Millionen Franken gespart werden.

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Jedes dritte Kind kommt inzwischen per Kaiserschnitt zur Welt. Im Jahr 2011 waren es gemäss neuen Zahlen des Bundesamtes für Statistik 33,3 Prozent von landesweit 79’712 Geburten. Somit ist die Zahl der Kaiserschnitt-Entbindungen innerhalb von fünfzehn Jahren um fast 70 Prozent gestiegen.

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Werden in der Schweiz zu viele Kaiserschnitte durchgeführt?
75 %
25 %
Insgesamt 3100 Teilnehmer

«Diese Entwicklung ist besorgniserregend», sagt Claudia König zur Zeitung «Der Sonntag». Die Soziologin leitet seit vier Jahren die Hebammenforschung an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaft (ZHAW). Für König ist klar: «Die Hälfte der Kaiserschnittgeburten wäre vermeidbar.»

Die Forscherin ortet daher ein massives Sparpotenzial. «Mehr als 20 Millionen Franken kosten die nicht notwenigen Operationen in der Schweiz.» Gemäss König wären lediglich rund 15 Prozent medizinisch begründet. Sie stützt ihre Aussagen unter anderem auf WHO-Forschungen.

Spezialisierung auf risikoreiche Geburten

Am meisten Kinder werden in kleineren Spitälern per Operation zur Welt gebracht. Im höchsten ist die Kaiserschnittrate mit 43,1 Prozent im wohlhabenden Kanton Zug. Am tiefsten ist die Rate im Jura mit 19,4 Prozent.

«Die grossen regionalen Unterschiede weisen darauf hin, dass der Spielraum bei einem Entscheid für oder gegen einen Kaiserschnitt sehr unterschiedlich wahrgenommen wird», sagt König. Deshalb schlägt König vor, dass sich einzelne Spitäler auf risikoreichere Geburten spezialisieren sollten.

(pre)

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  • Urs Latscha am 04.12.2012 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Geburtshelfer a.D.

    Der Kaiserschnitt ist kaum gefaehrlicher als die Spontangeburt, sofern die enorme Erfahrung der Operationsteams und die hochentwickelte Technik zur Verfuegung stehen. Fuer die Gesundheit gibt es einige zwingende dafuer, einige wenige auch dagegen. Ob die Kosten der geplanten und in einer Stunde erledigten Operation wirklich hoeher sind, muesste die Spitaldirektion wissen, aber bitte ehrlich die stundelange Pikettstellung von Fachpersonal und Infrastruktur waehrend einer Geburt auch rechnen. Letztlich ist die "Inszenierung" dieses wunderbaren Vorganges eine ganz wichtige Und persoenliche Sache

  • Geburtstrauma am 04.12.2012 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trauma... Auch für die Mutter...!

    Es wird ständig über die Folgen für das Kind debattiert...! Aber wo steht die Mutter...? Vor 7 Monaten ging es bei uns los, es sah alles perfekt aus und dann kam heraus, dass unsere Kleine ein Sterngucker ist. Nach 2maligem Abfall der Herztöne musste es schnell gehen... So schnell, dass ich eine Vollnarkose erhielt, da es für anderes nicht mehr reichte... Ich hatte in meinem Leben noch nie solche Angst (an einem eigentlich so wundervollen Tag, was eine Geburt wäre...!) und musste mich in Therapie begeben, um die Geburt verarbeiten zu können...

  • Tierärztin am 04.12.2012 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gebären ist kein Sonntagsspaziergang

    sondern schlicht und einfach streng und mühsam. Estut weh und manchmal hat frau und mann Angst. Aber es geht voüber. Erstgebärende aben immer längere Wehen als Pluripara.