Pressekonferenz

21. Mai 2014 14:26; Akt: 21.05.2014 18:02 Print

E-Zigis mit Nikotin sollen legal werden

Der Bundesrat will nikotinhaltige E-Zigaretten erlauben. Dafür sollen künftig aber weder elektronische noch herkömmliche Zigaretten an unter 18-Jährige verkauft werden.

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Bundesrat Alain Berset informierte an einer Medienkonferenz, dass Zigarettenwerbung verboten werden soll. (Bild: Keystone)

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Unter 18-Jährige sollen künftig keine Zigaretten mehr kaufen dürfen. Auch der Marlboro-Mann könnte endgültig von den Plakatwänden verschwinden: Mit einem neuen Gesetz schlägt der Bundesrat vor, Werbung für Zigaretten und andere Tabakprodukte weitgehend zu verbieten.

Gemäss dem am Mittwoch präsentierten Entwurf für ein Tabakprodukte-Gesetz soll nur noch Werbung am Kiosk und an Automaten sowie in Fachpublikationen erlaubt sein. Werbung auf Plakaten, in Kinos, in Print- und elektronischen Medien will der Bundesrat verbieten. Auch Werbeaktionen, bei welchen Zigaretten günstiger abgegeben werden, wären nicht mehr erlaubt.

Openairs von Verbot ausgenommen

Obwohl der Bundesrat den Jugendschutz in den Vordergrund stellt, ist gemäss seinen Vorschlägen das Sponsoring unter gewissen Bedingungen weiterhin erlaubt. Damit wären Openairs, welche vor allem von jungen Leuten frequentiert werden, vom Verbot ausgenommen.

Zigarettenwerbung in Radio und Fernsehen ist bereits heute verboten. Viele Kantone haben ein Werbeverbot auf Plakaten erlassen, in einigen darf auch in Kinos schon heute nicht mehr für Tabakprodukte geworben werden. In mehreren Kantonen ist der Zigarettenverkauf an Minderjährige ebenfalls bereits verboten.

Konsequente Alterskontrollen

Dies soll künftig in der ganzen Schweiz gelten. Studien zeigten: Wer bis zum 18. Lebensjahr nicht mit dem Rauchen begonnen habe, fange normalerweise auch später nicht damit an, schreibt der Bundesrat in einem Bericht zur Vernehmlassungsvorlage. Umsetzen will er das Verbot mit konsequenten Alterskontrollen an Verkaufsstellen und Automaten und mit Testkäufen.

Auch für die umstrittenen E-Zigaretten schlägt der Bundesrat eine Lösung vor: Nikotinhaltige E-Zigaretten sollen zwar zugelassen, normalen Zigaretten aber gleichgestellt werden. Damit will der Bundesrat den erwachsenen Rauchern eine weniger schädliche Alternative zur Verfügung stellen. Er weist aber auch darauf hin, dass die Auswirkungen des langfristigen Gebrauchs noch weitgehend unbekannt sind.

Kinos leiden besonders

Die Tabakindustrie hat letztes Jahr rund 21 Millionen Franken in den Schweizer Werbemarkt investiert. Rabatte im Rahmen einer Werbekampagne sind dabei noch nicht berücksichtigt. Die Tabakbranche bildet damit das Schlusslicht der 24 von Media Focus erhobenen Branchen.

Zum Vergleich: In Nahrungsmittelwerbung werden jährlich brutto 500 Millionen Franken investiert. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben in den klassischen Werbeträgern TV, Print, Plakate, Radio oder Digital 2013 in der Schweiz auf 4,84 Milliarden Franken.

Stark von einem Werbeverbot betroffen wären die Kinos, bei welchen die Werbeeinnahmen aus Tabakwerbung fast 6 Prozent der gesamten Werbeeinnahmen ausmachen. Heute sind Tabakwaren im Lebensmittelgesetz geregelt. Die Vorschläge des Bundesrats für ein neues Tabakproduktegesetz gehen nun in die Vernehmlassung. Diese dauert bis am 12. September 2014.

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(jbu/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dennis Rybaczyk am 22.05.2014 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Helvetic Vape

    Wir von der Konsumentenvereinigung Helvetic Vape fordern die Politiker auf sich endlich einmal mit den Fakten auseinander zu setzten. Es besteht überhaupt kein Grund die E-Zigarette im Tabakgesetz zu verankern. Die beiden Produkte haben nicht gemeinsam. Das Nikotin gibt es auch in Kaugummis und Pflastern, das alleine kann es also auch nicht sein. Die E-Zigarette birgt keine Gefahren für Dritte und auch der Benutzer wird gar weniger belastet als es die Arbeitsstättenrichtlinien erlauben. Tausende Leben könnten gerettet werden aber durch unsinnige Politik wird dies gefährdet.

  • Bernadette am 22.05.2014 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Suchtmittel

    Es wird ja stets von Suchtmitteln gesprochen und dass präventive Massnahmen verstärkt werden müssen. Sollten den nicht auch Chipstüten, Colaflaschen, etc. mit einem absterbenden Diabetesfuss, etc. Versehen werden? Wo ist die verstärkte Prävention infolge Fett-/Fresssucht? Kostet an den Folgen des Übergewichtes erkrankte Person etwa weniger als eine mit Lungenkrebs? Meines Erachtens dürfte somit auch keine Werbung mehr für Lebensmittel gemacht werden, es sei denn für Karotten, Salat, Sellerie, Gurken, Tomaten, Äpfel, Orangen, etc.

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  • Martin Luessi am 21.05.2014 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    wieso immer nur beim Nikotin

    der durch Alkoholmissbrauch enstehende volkswirtschafliche Schaden ist mit dem der Raucher absolut vergleichbar, mir ist es schleierhaft, wieso auf diesem Gebiet die selben Personen, die schärfere Gesetze und mehr Rauchverbote fordern, dort vornehm zur Seite stehen, und sogar dagegen Kämpfen wenn es um verstärkte Präventionsmassnahmen geht....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz am 22.05.2014 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist zum heulen...

    Jetzt macht aber mal n Punkt! Die Gesetzgebung wie sie jetzt ist bezügliches des Rauchens ist schon streng genug. Und die Ungleichbehandlung zum Alkohol mal garnicht zu erwähnen. Die Schizophrene Haltung und politischer Umgang mit verschiedenen Suchtmitteln ist wirklich zum davonlaufen. Hört mal auf mit dieser absurden Bevormundung! Kiffen legalisieren! (Zigaretten)Raucherräume in Restaurants erlauben. Werbung für zigis und Alkohol gleich behandeln. Ich habe fertig.

  • Dennis Rybaczyk am 22.05.2014 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Helvetic Vape

    Wir von der Konsumentenvereinigung Helvetic Vape fordern die Politiker auf sich endlich einmal mit den Fakten auseinander zu setzten. Es besteht überhaupt kein Grund die E-Zigarette im Tabakgesetz zu verankern. Die beiden Produkte haben nicht gemeinsam. Das Nikotin gibt es auch in Kaugummis und Pflastern, das alleine kann es also auch nicht sein. Die E-Zigarette birgt keine Gefahren für Dritte und auch der Benutzer wird gar weniger belastet als es die Arbeitsstättenrichtlinien erlauben. Tausende Leben könnten gerettet werden aber durch unsinnige Politik wird dies gefährdet.

  • Taste the West am 22.05.2014 06:55 Report Diesen Beitrag melden

    Erschreckender Stillstand

    Im Thema sind die "Expertinnen/Experten", Politiker und Interessenvertreter (Luft -Atem - BAG) immer noch gleich weit wie damals, als zum ersten Mal das Openairkino am See mit Unterstützung einer Zigi-Firma stattfand... Head Presenter - Hospitality - Sampling wie jetzt ausnahmsweise an Openair (Musik-)Festivals. Bedenkliche Effizienz u schrecklicher "wiederkehrender" Output. Ist eine Form von Job-Verweigerung oder billiges nachplappern oder nachsingen alter Schallplatten.

  • Bernadette am 22.05.2014 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Suchtmittel

    Es wird ja stets von Suchtmitteln gesprochen und dass präventive Massnahmen verstärkt werden müssen. Sollten den nicht auch Chipstüten, Colaflaschen, etc. mit einem absterbenden Diabetesfuss, etc. Versehen werden? Wo ist die verstärkte Prävention infolge Fett-/Fresssucht? Kostet an den Folgen des Übergewichtes erkrankte Person etwa weniger als eine mit Lungenkrebs? Meines Erachtens dürfte somit auch keine Werbung mehr für Lebensmittel gemacht werden, es sei denn für Karotten, Salat, Sellerie, Gurken, Tomaten, Äpfel, Orangen, etc.

    • Ein Lichtstrahl am 22.05.2014 16:07 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht mal für die...

      die Karotten, Orangen, Gurken, tomaten, äpfel und so weiter haben zu viele Pestizide und hormone ;-)

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  • Werner V. B. am 22.05.2014 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lobbying sei Dank

    Nun. Da sieht man wieder was Lobbying alles bewirkt. Kein normaler Mensch käme darauf die schädlichen Zigaretten zu genehmigen. Geht nur ums Geld Geld und nochmsls Geld