«Abenteuerliches Projekt»

15. November 2012 15:02; Akt: 15.11.2012 15:16 Print

Ein SVP-«Extrablatt» für alle Haushalte

von Lukas Mäder - Die SVP lässt am Freitag eine Zeitung in alle Haushalte verteilen. Das Extrablatt soll über SVP-Themen informieren, welche die Medien angeblich verschweigen.

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22 Seiten stark kommt das Extrablatt der SVP daher: Verteilt wird es am Freitag in alle Haushalte.

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Die SVP bringt am Freitag ihre eigene Zeitung heraus: Das «Extrablatt» erscheint in einer Auflage von knapp vier Millionen Exemplaren, in allen drei Amtssprachen und wird an alle Haushalte verteilt. So könnten die Schweizer «ungefiltert lesen, wer die SVP ist, wofür sie steht und welches ihre politischen Ziele sind», schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. Denn die SVP fühlt sich ungerecht behandelt: Die kommerziellen Medien würden verzerrt und einseitig berichten sowie Aktivitäten und Erfolge verschweigen.

Die SVP hat bereits in der Vergangenheit mit Werbematerial an alle Haushalte für Aufsehen gesorgt. Doch im Unterschied dazu ist diesmal nicht eine aktuelle Kampagne Anlass für die Publikation des «Extrablatts», wie die Stellvertretende Generalsekretärin Silvia Bär auf Anfrage sagt. Da der Partei derzeit der schleichende EWR/EU-Beitritt Sorgen bereitet, sei die Europapolitik ein Schwerpunktthema der Zeitung. Daneben erscheinen Artikel zu klassischen SVP-Themen wie Sicherheit, Zuwanderung oder Asyl, aber auch zum Wirtschaftsstandort Schweiz und zur Familienpolitik.

Alte Idee einer SVP-Zeitung

Die SVP hat immer wieder mit dem Gedanken gespielt, eine eigene Zeitung herauszubringen. Die Pläne scheiterten jedoch an den Kosten. Inzwischen hat jedoch SVP-Doyen Christoph Blocher auf die «Basler Zeitung» Einfluss genommen. Deren Druckerei hat auch den Auftrag für das «Extrablatt» erhalten, was eine willkommene Unterstützung für das defizitäre Unternehmen ist, für deren Sanierungskosten Blocher aufkommt.

Ob das «Extrablatt» künftig regelmässig – beispielsweise monatlich oder vierteljährlich – erscheinen wird, ist laut Bär eine Möglichkeit, aber noch nicht entschieden. Sie verweist dabei auf die hohen Gesamtkosten von knapp einer Millionen Franken pro Ausgabe. Zudem impliziere der Titel «Extrablatt» ein Erscheinen nur bei Bedarf.

«Mutig bis abenteuerlich»

Eine regelmässige Publikation wäre aber Voraussetzung für eine emotionale Leserbindung, sagt Politikberater Mark Balsiger. Dazu brauche es über längere Zeit eine gute Qualität der Zeitung. «Da dies offenbar nicht der Plan ist, finde ich das Projekt mutig bis abenteuerlich», sagt Balsiger. Den einzigen wirklichen Nutzen sieht er im Druckauftrag für die «Basler Zeitung».

Dem widerspricht Louis Perron. Für den Politikberater ist es sinnvoll, wenn eine Partei ihre Botschaft immer wieder breit streut. «Die SVP kann so Personen als Sympathisanten identifizieren, an die sie sonst nicht herankäme.» Das sei gerade in der Schweiz wichtig, wo im Unterschied beispielsweise zu den USA wenige Daten über die Wähler bekannt seien. Tatsächlich enthält die SVP-Zeitung ein detaillierte Antwortformular, mit dem Interessierte Parteiinformationen anfordern, Spenden anmelden oder ihre Scheune als Plakatwand zur Verfügung stellen können. Perron ist sich bewusst, dass die Aktion sehr teuer ist: «Der Vorteil der SVP ist, dass sie es sich leisten kann.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 16.11.2012 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos

    Weil die SVP halt die nötigen Finanziellen mittel dazu hat. Ein vollkomm unnötiger und verschwenderischer Aufwand. Profitieren dürfte wohl nur die Druckerei die den Auftrag bekommt.

  • max günter am 17.11.2012 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach zurückschicken:

    Refusé/SVP/Generalsekretariat/Postfach 8252/3001 Bern/A-Post darauf schreiben und in den nächsten Briefkasten damit (Gratis/SVP bezahlt pro Blatt 1.-). Am besten jede Seite einzeln und A-Post darauf schreiben!

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  • So was braucht kein Mensch. am 16.11.2012 01:07 Report Diesen Beitrag melden

    Zurückschicken

    An SVP zurückschicken. SVP muss die Kosten übernehmen. Freuen wir uns auf die Überflutung des SVP Sekretariats mit 4 Mio. Retoursendungen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ReturnToSender am 18.11.2012 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    Refusé!

    Schickt alle die Werbung in einem unfrankierten Couvert mit Vermerk "Refusé" zurück! Ich machs gleich morgen früh!

  • Jules A. Koller am 18.11.2012 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Horizonterweiterung!

    All jene, die sich hier brüsten, die Zeitung "ungelesen entsorgt zu haben", attestiere ich ein manifestes Problem mit anderen Meinungen. Tja, dumm gelaufen für Euch ach so toleranten Linke. Im Gegensatz zu Euch lese ich als Bürgerlicher häufig die WOZ, die TAZ und andere linke Erzeugnisse. Etwas Horizonterweiterung würde Euch allen gut tun.

    • Stefan am 18.11.2012 21:54 Report Diesen Beitrag melden

      Horizontbeschränkung

      Der Vater meiner Freundin zum Beispiel ist ausländer und seit fast 30Jahren hier. In dieser ganzen Zeit, war er einmal für 3Monate arbeitslos, bezahlt Steuern, AHV, IV etc etc. Wieso sollte ich mich für Ansichten interessieren, die solche Menschen (die nie was falsches gemacht haben) abschätzig betrachten und sie verteufeln, wo ich doch weiss, dass sich gewisse andere Schweizer von solchen Menschen gut und gerne ein grosses Stück abschneiden sollten?

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  • Rohrer Martin am 18.11.2012 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Unerwünschte Werbung

    Ungelesen im Altpapier gelandet!!

  • ERNST am 18.11.2012 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Themenorientiert - gefällt mir

    Die Medien schreiben sehr gerne über die Partei SVP aber sehr wenig über die Themen und Inhalte für welche die SVP einsteht. Diese Zeitung schafft objektive Abhilfe.

  • Thomas Meier am 18.11.2012 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Zurück an die SVP

    Ich empfehle die Zeitung GRATIS an die SVP zurück zu senden.

    • lucky am 18.11.2012 11:29 Report Diesen Beitrag melden

      habe nur eine Frage an Herr Meier

      was wollen Sie damit erreichen, wenn jetzt ALLE die Zeitung zurück senden??? Könnte es denn nicht der Anfang sein, dass VIELE welche Parteiwerbung erhalten ab sofort die Unterlagen auch zurück senden ???? Zur Freude der Post

    • Stefan am 18.11.2012 19:48 Report Diesen Beitrag melden

      Nur zu!

      Das kann jeder tun, der es will, bei wem er es will. Wir sind noch immer ein freies Land, also nur zu! Natürlich gibt keine andere Partei derart einen Steilpass an 4 Millionen Bürger, von denen de facto ja bloss knapp ein Viertel für die SVP ist. Diese Partei polarisiert dermassen (daneben), dass es für viele keine Frage der Partei, sondern nur eine Frage SVP oder nicht-SVP ist. Mir reicht das vollkommen! Alle anderen Parteien zusammen sind mir in den letzten 10Jahren nicht dermassen auf den Sack gegangen, wie die SVP in den letzten paar Monaten. Für mich ist klar, ich schicks zurück!

    • Grinsi am 18.11.2012 21:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Stefan

      Die andern Parteien haben demnach in den letzten 10 Jahren kein einziges Problem angesprochen, von dem Du nichts wissen willst. Das glaube ich sogar beim ersten Mal.

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