Bürgerrecht

28. September 2015 20:58; Akt: 29.09.2015 08:43 Print

Eingebürgerte integrieren sich schneller

Wer eingebürgert wird, der integriert sich schneller und besser in die Gesellschaft. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Schweizerischen Nationalfonds.

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Eingebürgerte Personen finden sich in der Gesellschaft besser zurecht: Ein Schweizer Pass. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

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Eine vom Schweizerischen Nationalfonds SNF unterstützte Studie hat ergeben, dass eingebürgerte Personen sich in der Gesellschaft besser integrieren. Die Einbürgerung von Migrantinnen und Migranten wirke wie ein Katalysator für die Integration, heisst es in einer SNF-Mitteilung zur Studie der Universitäten Zürich, Stanford und Mannheim.

Die schnellere Integration von Eingebürgerten zeige sich über alle untersuchten Gruppen hinweg – von gut bis hin zu schlecht ausgebildeten Menschen, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Besonders stark profitierten von der Einbürgerung Menschen aus der Türkei und aus Ex-Jugoslawien, welche zu marginalisierten Migrantengruppen gehörten.

Über 700 Personen befragt

Grundlage der Studie ist der Datensatz von anonymen Abstimmungen über Einbürgerungsgesuche in Deutschschweizer Gemeinden von 1970 bis 2003. Von den Gesuchstellern wählten die Wissenschaftler 768 Personen aus, deren Einbürgerungsgesuch entweder knapp angenommen oder knapp abgelehnt worden ist.

Diese Gesuchsteller unterschieden sich kaum in Alter, Geschlecht, Herkunft, Sprachkenntnissen oder Aufenthaltsdauer in der Schweiz. «Für Migranten, die nur ein paar Ja-Stimmen auseinander liegen, war es letztlich reine Glückssache, ob sie die Schweizer Staatsbürgerschaft erhalten oder nicht», wird Mit-Autor Jens Hainmueller von der Universität Stanford in der Mitteilung zitiert.

Die Wissenschaftler befragten die rund 700 Personen per Telefon, unter anderem zu ihrem Wissen über Schweizer Politik und ihrer politischen Partizipation. Die Befragung zeigte, dass die seit mehr als 15 Jahren Eingebürgerten sozial und politisch viel besser integriert sind als jene, deren Gesuch damals abgelehnt wurde.

Vom Wahlrecht Gebrauch gemacht

Eingebürgerte verfügten beispielsweise über ein politisches Wissen, welches vergleichbar sei mit jenem von gebürtigen Schweizerinnen und Schweizern. Knapp Angelehnte hingegen blieben politisch marginalisiert, heisst es in der Mitteilung.

Bei den letzten nationalen Wahlen sei zudem die Wahlbeteiligung der untersuchten Eingebürgerten bei 58 Prozent gelegen, heisst es in der Studie. Dies sei bemerkenswert, zumal die Beteiligung der Schweizer, welche den Pass seit Geburt besitzen, bei 52 Prozent gelegen habe.

Je früher, desto besser integriert

Die positiven Effekte der Einbürgerung seien umso grösser, je früher sich jemand einbürgern lasse, wird Mit-Autor Dominik Hangartner zitiert, Politikwissenschaftler an der Universität Zürich und an der London School of Economics.

Mit zwölf Jahren Aufenthaltsdauer gehe es in der Schweiz im europäischen Vergleich lange, bis sich ein Immigrant einbürgern lassen könne. «Unsere Studie zeigt, dass sich eine gewisse Reduktion positiv auf die Integration und damit für die gesamte Bevölkerung auswirken könnte», so Hangartner.

Die Wissenschaftler publizierten ihre Ergebnisse in den Fachzeitschriften «Proceedings of the National Academy of Sciences» und den «SSRN Working Paper Series».

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oli P. am 28.09.2015 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Stimme nicht zu...

    Sorry, aber egal was da wieder zusammengeschrieben wird: Für mich kommt die Integration vor dem Schweizer Pass und nicht umgekehrt. Zudem wären viele Eidgenossen auch motivierter wählen und abstimmen zu gehen, wenn dies etwas neues für sie wäre und sie nicht schon 100 Mal von der Politik enttäuscht und im Stich gelassen worden wären. Ich persönlich finde eine tiefe Stimmbeteiligung auch nicht tragisch: Besser man lässt es sein, wenn man kein Interesse und keine Meinung hat, als einfach irgend etwas abzustimmen oder irgendwen zu wählen!

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  • Eingebürgerter am 28.09.2015 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrte Welt?

    Meines Wissens sollte man integriert sein bevor man eingebürgert wird. Oder gibt es Gemeinden, die das nicht anwenden?

  • Herr X am 28.09.2015 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grundsatz

    Grundsätlich wird ja niemand eingebürgert, der nicht ausreichend in die Gesellschaft eingegliedert ist...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Erik Schiegg am 29.09.2015 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logo sind Eingebürgerte

    besser integriert, denn um sich einbürgern zu lassen, muss man ja bereits integriert sein. Was soll also die Nullinformationsmeldung. Wo ist der Informationsgehalt? Mathestudenten sind auch besser in Mathe als die kein Mathe studieren...

  • Petra Wyler am 29.09.2015 06:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ja - aber keine Doppelbürgerschaft mehr

    Für mich sollte jeder Ausländer der einen Schweizer Pass erhält den alten abgeben müssen. Vor allem jene die jammern, in der Schweiz geboren zu sein und den Pass nicht automatisch zu erhalten, sind meistens die Personen, welche auf den 2. Pass pochen. Wenn man einen Schweizer Pass beantragt, so hat man sich entschieden hier zu leben, hier zu bleiben, hier als die Heimat zu akzeptieren. Somit sollte es nicht schwer fallen, den "alten" Pass abzugeben. Alles andere sieht für mich nach "Versicherung" aus. Auch komisch, dass viele männl. Ausländer den Pass erst nach dem 23. Lebensjahre beantragen.

  • Gregi am 29.09.2015 06:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    da ist doch alles klar

    Bürgert jeden Flüchtling sofort ein. Er integriert sich so schneller in unsere Gesellschaft. Der Staat kann sich viel Geld sparen. Die Asylverfahren werden überflüssig. Eine Win-Win-Situation für alle.

  • snow am 29.09.2015 06:20 Report Diesen Beitrag melden

    manipulierte studie

    ich glaube eher sie wurden eingebürgert weil sie integriert sind. ich denke leute die sich anpassen, sich informieren wie es in dem für sie neuen land läuft. sich schneller wohlfüllen in besagtem land und sich darum einbürgern lassen. auch fällt es diesen personen leichter anschluss an einheimische zu finden.

  • Peter Meier am 29.09.2015 05:36 Report Diesen Beitrag melden

    Bemühungen

    Naja eigentlich logisch - denn er sich einbürgern will muss gewisse Hürden überwinden und auch etwas Geld in die Hand nehmen. Sprich er muss sich bemühen um den Pass zu erhalten, deswegen sind da auch eher Bemühungen zur Integration vorhanden.